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Hier finden Sie Gedanken zur Tages- oder Wochenlosung

 

Ausgewählte Andachten finden Sie auch in Papierform in der Christuskirche, die als offene Kirche mittwochs, samstags und sonntags zugänglich ist.

Andacht zum 28. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 28. Mai 2021

Losung:               Er wird mich ans Licht bringen, dass ich meine Freude an seiner Gerechtigkeit habe.

Micha 7,9

 

Lehrtext:         Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest.

Apostelgeschichte 9,17

 

 

Das 9.Kapitel der Apostelgeschichte beginnt mit diesen Worten.

Saulus schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn.

Zweifel hat er nicht. Wer behauptet, der Messias und sogar der Sohn Gottes ist ein Gekreuzigter Verbrecher, der lästert Gott, Jedem dieser Christen muss der Prozess gemacht werden. Als nächste Stadt soll Damaskus frei von Christen werden. Noch schnaubt Saulus. Noch- doch schon bald wird er hilflos im Staub liegen auf der Straße nach Damaskus. Ihm ist ein Licht aufgegangen.

Jesus Christus fragt: „Warum verfolgst du mich.“  Saulus ist geblendet vom Licht, er ist blind damit er besser hören kann. Hananias, ein Christ aus Damaskus, erhält den Auftrag zu Saulus zu gehen. Saulus, vor drei Tagen noch wutschnaubend, wird zu Paulus, der die Botschaft in die Welt bringt: Jesus von Nazareth ist der Christus. Gekreuzigt gestorben und begraben, aber am dritten Tage auferstanden von den Toten.

Paulus wird zum Apostel

Micha war Prophet des Herrn.

Er wütet und schnaubt gegen die Missstände in Israel. Er malt eine düstere Zukunft für das Gottesvolk, das sich wieder einmal abgekehrt hat. Micha der Prophet des Herrn, der auf der Seite der Schwachen steht, der Schwerter zu Pflugscharen schmieden will und den Armen zu   Gerechtigkeit verhelfen will. Dagegen die Oberen in Israel, die die Schwachen mit Füssen treten.

Micha wütet und schnaubt. Sein Ruf zur Umkehr verhallt.

Er resigniert jedoch nicht.

Gottes Gerechtigkeit wird über die Gottlosigkeit der Menschen triumphieren.  

Dann darf sich Micha vom Wutbürger zum Freudenboden wandeln.  

 

 

Rolf Schuld Passchuld@aol.com

 

Gesangbuch Nummer  440

 

1. All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu;

sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.

 

3. Treib aus, o Licht, all Finsternis, behüt uns, Herr, vor Ärgernis,

vor Blindheit und vor aller Schand und reich uns Tag und Nacht dein Hand,

 

4. zu wandeln als am lichten Tag, damit, was immer sich zutrag,

wir stehn im Glauben bis ans End und bleiben von dir ungetrennt.

 

Text: Johannes Zwick (um 1541) 1545

Andacht zum 27. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 27. Mai 2021

Losung:               Kaleb sprach zu Josua:  Meine Brüder machten dem Volk das Herz verzagt,

ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich. Josua 14,8


Lehrtext          Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich

 machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes.  Offenbarung 3,11-12

 

Der Lehrtext steht im sechsten der sogenannten sieben Sendschreiben an christliche Gemeinden in Kleinasien, der heutigen Türkei. Die Briefe geben Visionen des Johannes wieder- adressiert sind sie nicht an die Gemeinden selbst, sondern an ihre himmlische Repräsentanten. Die Engel der Gemeinden sind  gewissermaßen die Botschafter, die Nachrichten für ihre Gemeinden von Jesus Christus empfangen.

Christus der Sohn Davids- hat den Schlüssel zum Himmelreich- 

Die Tür ist geöffnet- kann aber am Ende der Zeit von ihm endgültig verschlossen werden.

Die Beziehung zu Jesus Christus auf Erden entscheidet darüber, ob die Tür für mich offen steht, oder ob ich draußen vor der Tür bleiben muss.

Für Philadelphia ist die Entscheidung gefallen.

Offb.3,8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Eine kleine Kraft- eine unbedeutende christliche Gemeinde - eine Minderheit . Die politische und religiöse Landschaft sieht so aus: Die Römer halten das Land besetzt. Römische und griechische Götter - und auch der römische Kaiser werden in prächtigen Tempeln verehrt.

Daneben gibt es jüdische Gemeinden - die wissen vom jüdischen Aufstand in Jerusalem, von der gewalttätigen Niederschlagung durch die römische Besatzung, der erneuten Zerstörung

des Tempels. Der Druck auf die Juden in der Provinz wächst. Es herrscht Angst vor Aufständen, bei den Römern. Angst vor Verfolgungen bei den Juden, und auch bei den Christen. Sie sitzen zwischen allen Stühlen. Wehrlos- klein - schwach- von allen Seiten bedrängt - so stehen die Christen in Philadelphia da - aber sie stehen- sie wanken nicht.

Deshalb weiter: Kopf hoch- Haltet was ihr habt. Ihr habt keinen Grund den Kopf in den Sand zu stecken, euch zu verkriechen. Tragt den Namen Christ mit Selbstbewusstsein wie eine Königskrone.

Kopf hoch! Das heißt aber nicht, sie sollen die Nase hochtragen. Sie sind nicht die Überlegenen - nicht die Starken, die alles Bessern wissen.   Kopf Hoch- das ist nicht Durchhalteparole- sondern Ermutigung: Mut brauchten die Christen in Philadelphia- denn wer den Kopf hochhält, der steht in der Gefahr ins Schussfeld zu geraten.

Rolf Schuld Passchuld @aol.com

 

Gesangbuch Nummer 603

 

1. Nun werde still, du kleine Schar, zu Gott, dem Helfer dein.

Lass dir nicht grauen die Gefahr, Gott wird dein Retter sein.

 

2. Ihr Armen, hört es, freuet euch, die ihr in Schuld verlorn.

Euch ist verheißen Gottes Reich, ihr seid zum Heil erkorn.

 

3. Sein Engel lagert sich um die, die trauen seiner Macht.

Die vor ihm beugen ihre Knie, die sind gar wohl bewacht

 

5. Lasst fahren nun, was euch verstört in kluger Sorgen Pein.

Wir haben neu das Wort gehört: Die Macht hat Gott allein.

Text: Heinrich Vogel 1937

 

Einladung : Am 30.Mai von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr ist die Kirche zum stillen Gebet geöffnet.

Andacht zum 26. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 26. Mai 2021

Losung:           Alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun.

Prediger 3,14

Lehrtext:         Gott nimmt seine Gnadengeschenke nicht zurück, und eine einmal ausgesprochene

Berufung widerruft er nicht.  Römer 11,29

Wenn man die A6 in Frankreich Richtung Süden fährt, dann sieht man nördlich von Lyon ein monumentales Kunstwerk, dass das Zeichen für Unendlichkeit darstellt. Die Autobahn ist hier nicht zu Ende. Die Fahrt geht weiter. Wie kann das geschehen? Unendlich plus 400 km. Dann erreichen sie ihr Urlaubsziel in den Pyrenäen. Oder ewig und drei Tage muss man Geduld haben, bis man endlich eine Impftermin bekommt.

 

Im dritten Kapitel des Buchs des Predigers geht es um Zeit. Alles hat seine Zeit.  

1000 Jahre sind für Gott, wie der Tag der gestern vergangen ist. (Psalm 90)

Für den Menschen sind 80 Jahre eine lange Zeit und 100 die Grenze weit entfernt von der Ewigkeit..  

7 Jahre ihrer Lebenszeit verbringen Menschen in den Westlichen Industrieländern durchschnittlich vor dem Fernseher. Freiwillig!             Alles hat seine Zeit. 

Auch Nichtigkeiten.                           Alles hat seine Zeit.

Man mühe sich ab wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Prediger 3,9 

Ist denn alles Zeitverschwendung-

Ein Mensch sucht einen Ausweg aus dieser Nichtigkeit.

Er steigt aus- aus dem Trott – er will nicht mehr zerfließen im Strom der Zeit.

Sechs Wochen nichts tun.  Abschalten. Keine Menschen, keine Arbeit.

Nichts essen und trinken. Keine Bücher- keine Unterhaltung.

Die Zeit vergeht. doch dieser Mensch lebt auf. Die Wüste lebt.

Er hat scheinbar keine Zeit verloren, denn er geht in die Welt als hätte er Zeit im Überfluss.

Er trifft sich mit anderen um über Gott und die Welt nachzudenken.

Er hat Zeit kranke Menschen zu besuchen. Er redet viel und gerne, ohne auf die Zeit zu achten.

Er beeindruckt viele Menschen. Er ist immer unterwegs.

- er gewinnt neue Freunde – er hat alle Zeit der Welt für sie.

Gute Freunde geben manchmal gute Ratschläge.

Du verschwendest deine Zeit, denk mal an die Zukunft.

Er denkt nicht an die Zukunft. Er hat alle Zeit fürs jetzt.

Er setzt immer alle Zeit auf eine Karte.

Dieser Mensch ist Anfang dreißig, als seine Freunde begreifen,

er hat den schwarzen Peter gezogen. Zeit verschwendet- Zukunft verspielt. 

Am Kreuz von Golgatha schlägt sein letztes Stündlein.

Gott hat in Jesus in 30 oder 31 oder 33 Jahren - darauf kommt es jetzt nicht mehr an-

seine Ewigkeit verschwendet.  Er hat sie an uns verschwendet.

Alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun.“

Auch das Gnadengeschenk der Erwählung- gilt ein für alle Mal. 

Gesangbuch Nummer 572

1. Brich herein, süßer Schein  selger Ewigkeit!

Leucht in unser armes Leben, unsern Füßen Kraft zu geben,

unsrer Seele Freud, unsrer Seele Freud.

 

2. Hier ist Müh morgens früh und des Abends spät;

Angst, davon die Augen sprechen; Not, davon die Herzen brechen;

kalter Wind oft weht, kalter Wind oft weht.

 

3. Jesus Christ, du nur bist unsrer Hoffnung Licht!

Stell uns vor und lass uns schauen jene immer grünen Auen,

die dein Wort verspricht, die dein Wort verspricht!

 

4. Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein,

dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine,

selge Ewigkeit, selge Ewigkeit.

 

Text: Marie Schmalenbach um 1876 Melodie und Satz: Karl Kuhlo 1877

Andacht zum 25. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 25. Mai 2021

Losung:           Du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.

Psalm 86,5

Lehrtext:         Es begab sich, dass Jesus an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten. Lukas 11,1

 

Noch eine Woche. Dann wird aus dem Pfarrer ein Pfarrer i.R. Mehr als dreißig Jahre ist es her,

dass ich als Vikar in Bochum-Gerthe bei meinem Mentor Frieder Abels die ersten Gehversuche im

kirchlichen Dienst unternommen habe. Die erste Predigt. Die erste Beerdigung, als mich die Pfarrer

in einer Woche nach Ostern in der Gemeinde allein ließen. Natürlich Konfirmandenunterricht.

Im großen Gemeindesaal wurde viel gespielt, gebastelt und gemalt. Und der Lernstoff war im

Vergleich zu meinem Konfirmandenunterricht schon sehr übersichtlich. Einteilung der Bibel.

Kirchenjahr. Psalm 23. Zehn Gebote. Das Glaubensbekenntnis und natürlich das Vaterunser. 

Vor der obligatorischen Prüfung war die Aufregung dennoch groß. Bei den Übungsstunden vor der Prüfung zeige sich deutlich, wer an welcher Stelle Schwächen hatte. Die Konfirmandengruppe war ja bunt gemischt aus Gymnasiasten, Realschülern, Hauptschülern und auch Sonderschüler (wie es damals noch hieß). Pfarrer Abels erzählte mir die Anekdote von dem Förderschüler, (wie es heute heißt) der in der letzten Übungsstunde mit Mühe und Not, aber doch fast fehlerfrei, das Vaterunser auswendig aufsagte. Bei der Prüfung jedoch, meldete er sich jedoch vehement beim Glaubensbekenntnis. Pfarrer Abels war verunsichert. Sollte der Junge hochmotiviert auch noch das Glaubensbekenntnis auswendig gelernt haben? Wenn ja, welche Enttäuschung, wenn er nicht die Chance bekäme es vorzutragen.  Und so nahm er ihn dran. 

Freudestrahlend stand der Junge auf und sagte: „Ich glaube an Vaterunser. Amen!“

Mein Mentor hat mir das nicht nur als eine lustige Geschichte erzählt.

Vor allem wollte er sich nicht über die Beschränktheit eines Minderbegabten auslassen.

Der Junge hat es auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, vertraue, dass Gott wie ein guter Vater ist.“

Gut, gnädig, von großer Güte, heißt es im 86 Psalm.

In die gleiche Richtung ging eine Lehre, die er mir nach einem Familiengottesdienst mit Kindergartenkindern mit auf den Weg gab.

„Wenn es Dreijährige verstehen was du sagst, dann auch die Erwachsenen.“

Ich gebe zu, ich habe das nicht immer beachtet. Manchmal war ich so eitel, mit meiner vermeintlichen Gelehrsamkeit zu prahlen. Der Lehrtext für den heutigen Dienstag hat mich  an meine Zeit als Vikar erinnert. „Herr lehre uns beten!“ bitten die Jünger. Jesus antwortet in der Feldpredigt und kommt mit zwei Bitten weniger aus als Jesus in der Bergpredigt bei Matthäus.

Lukas 11,2 Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. 3 Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag 4 und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.

Und vielleicht hat Jesus gedacht: „Wenn sich das meine Jünger merken können, dann jeder Mensch in der Welt.“

 

                                                                                                                    Rolf Schuld   Passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch EG 160 Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre  

Das Lied hat nur eine Strophe. In der Kürze liegt die Würze.

 

Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre;

Herr Jesu Christ, den Glauben in uns mehre;

o Heilger Geist, erneu uns Herz und Mund,

dass wir dein Lob ausbreiten alle Stund.

Andacht zum 21. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 21. Mai 2021

Losung:          Ach, HERR, lass doch deine Ohren aufmerken, dass du das Gebet hörst, das ich jetzt vor dir bete Tag und Nacht für deine Knechte. Nehemia 1,6

Lehrtext:         Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Jakobus 5,16

 

Frau Bredenscheid war mit ihrer Freundin verabredet. Den ganzen Tag hatte sie am Schreibtisch gesessen und weil sie auf keinen Fall zu spät kommen wollte und auch, weil es in ihrem Büro an diesem Tag so stressig zugegangen war, traf sie viel zu früh am Dr.-Ruer- Platz ein. Sie war noch unschlüssig, was sie mit der guten Stunde bis zur ihrer Verabredung anfangen sollte.
Sie entschloss in die Mayersche zu gehen. Etwas stöbern.  Kochbücher- gesunde Ernährung. Wäre schon wichtig- nicht nur Fertiggerichte zu essen, von denen man nicht weiß was da drin ist.  Lebenshilfe - Esoterik- in einem Regal  entdeckte sie eine Lutherbibel .
Frau Bredenscheid war eigentlich eine eher rationale Frau, Mitte 40, aber seit sie in letzter Zeit oft krank gewesen war, bemerkte sie an sich, dass sie sich veränderte, dass sie Fragen stellte, die ihr früher nicht in den Sinn kamen. Sie nahm die Bibel aus dem Regal und schlug sie an der Stelle auf, an der das Bändchen war und las: Jakobusbrief, Kapitel 5,
15 Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

 "Und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden."  Sie hatte sich in letzter Zeit selbst gefragt , ob Krankheit  etwas mit Sünde zu tun haben. Ernährungssünden, Fehler im Umgang mit anderen Menschen, Streit und übertriebener Ehrgeiz. Bei ihr auf der Arbeit wäre sehr viel gewonnen, wenn die Kollegen und Kolleginnen einander ihre Sünden bekennen würden. Oder weniger fromm gesagt: wenn jeder überhaupt mal zugeben würde, wenn er was falsch gemacht hat, vergessen, nicht erledigt.

Ob Beten dabei helfen würde, mit sich ins Reine zu kommen? Wenn es keine Sünde gäbe, wäre man ja nicht nur mit sich, sondern auch mit allen andern und mit Gott im Reinen? Kann denn ein Mensch jemals so rundum ins Reine kommen?
Frau B. hatte es schon mehrfach mit dem Beten versucht vor allem als sie krank wurde, als sie im Krankenhaus war. Vor der OP. Not lehrt beten, hatte ihre Großmutter oft gesagt. Und Recht hatte sie damit.
Nun stand also Frau Bredenscheid 30 Jahre nach ihrer Konfirmation in einer Buchhandlung an der Kortumstraße und las in der Bibel und dachte über Sünde, Krankheit und das Gebet nach.

Gott scheint zu wollen, dass Menschen möglichst oft beten: wenn sie leiden, woran auch immer,

wenn sie sich freuen, worüber auch immer, wenn sie krank sind.
Was hatte sie damals noch gelernt? Das Vaterunser. Sie hatte schon immer Probleme mit diesem Gebet.

Mit dem Dein Wille geschehe Aber wenn man glauben könnte, dass Gottes Wille es gut mit uns meint und dass vieles im Argen liegt, weil wir nicht nach Gottes Willen fragen. Das kam ihr erst jetzt in den Sinn.

Beinahe hätte sie die Zeit vergessen. Noch fünf Minuten, dann sollte sie die Freundin treffen.

Auf der Straße sang ein Straßenmusiker mit akustischer Gitarre. Ein Lied von den Toten Hosen.

„Ich habe nie richtig gelernt zu beten, war mir keiner Schuld bewusst,
war als Kind nie gern in der Kirche, freiwillig hab ich dich selten besucht.

Schon so oft bitter geweint auf diesen harten Bänken aus Holz.
Bin wieder da, um dir nah zu sein, weiß nicht, wo ich dich sonst suchen soll.

Ich bin hier, um mit dir zu reden, hörst du mir zu?“

 Abends vor dem Schlafengehen, lud sie auf ihrem Tablet eine Bibel App und suchte noch einmal die Stelle im Jakobusbrief. Und sie sprach ein Gebet, bevor sie einschlief.

 

Ich weiß nicht ob du mich kennst, ich habe ja lange nicht mehr mit dir geredet. Aber ich wünsche mir dass du mich kennst, dass du mich hörst und dass du es gut mit mir meinst, dass du mir Mut schenkst , der immer ein Stückchen größer sein als meine Angst. Meine Angst, dass es dich vielleicht nicht gibt, dass dir mein Schicksal womöglich egal sein könnte. Schick mir irgendwas, ein Wort, einen Menschen, ein Lächeln, irgendetwas, das mir sagt: Fürchte dich nicht! Das mir sagt:

Es genügt, wenn deine Hoffnung ein winziges Stück größer ist als deine Resignation. Gott, wenn du es so einrichtest, dann kann ich eines Tages ohne Scheu beten: Dein Wille geschehe.

Und versuchen, mich auf deinen Willen auszurichten.
                                                                                                                    Rolf Schuld   Passchuld@aol.com

Andacht zum 20. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 20. Mai 2021

Losung:          Steht auf! Lobet den HERRN, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!  Nehemia 9,5

Lehrtext:         Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Epheser 5,19

Israel tut Buße. In Sack und Asche kommen die Israeliten zum großen Versammlungsplatz vor dem Tempel. Sie haben gefastet. Verzichtet auf alle Annehmlichkeiten des Lebens. Kein Fleisch, kein Wein. Und nun auch das noch: Drei Stunden Moralpredigt aus der Thora. Der Magen knurrt.

Die Knie werden schwach. Viele haben sich auf den nackten Boden gesetzt, weil sie nicht mehr stehen können. Und dann: „Steht auf! Lobet den HERRN, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“

Das Halleluja klingt ein wenig zurückhaltend. Und so werden die Heilstaten Gottes angefangen bei der Schöpfung, über Abraham zur Befreiung aus Ägypten und dem Marsch durch die Wüste ins gelobte Land beschworen. Gott hat in den Geboten einen Bund mit Israel geschlossen.

Nun liegt es an euch zurückzufinden zu Recht und göttlicher Ordnung!

Im Kapitel 10 wird es dann richtig nüchtern.

10.1. Und wegen all dem, treffen wir eine feste Abmachung und schreiben sie nieder, und unsere Fürsten, Leviten und Priester sollen sie versiegeln. 2 Auf der versiegelten Urkunde stehen ……

Hier folgen die Namen der Unterzeichner der Vereinbarung.

Zur Nüchternheit wird auch die Gemeinde in Ephesus aufgerufen.

5,18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Die Zeit ist zu schade, um sie im Rausch zu verbringen.  Zeit die nutzlos zwischen den Fingern zerrinnt ist eine böse Zeit. Kauft die Zeit frei. (Vers 16) Ein Rätsel, das sich lösen lässt.

Der griechische Begriff dafür lautet: Hexagorasomenoi. Freikaufen, vom Markt (agora) nehmen.

Die Zeit ist Böse: Nicht nur weil in Israel und Palästina Bomben fliegen. 

Nicht nur wegen Corona und weil Menschen in der Welt unter Armut und Ungerechtigkeit leiden. Die Zeit ist allein dadurch Böse, weil sie das Leben begrenzt.

Weil die Zeit so knapp bemessen ist, versucht man sie auszuschöpfen. Aus dem Vollen zu Schöpfen 

Allzu gerne flieht man in den Rausch, um der Vergänglichkeit zu entgehen.

Wir wollen schnell leben in einer schnelllebigen bösen Zeit.  Der Epheserbrief ermahnt: „Nehmt die Zeit vom Markt.“ Schenkt sie euren Kindern, nehmt euch frei für die Großeltern.

Für den alleinstehenden Nachbarn usw. 

19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Wenn es wieder möglich ist, denn das ist keine verlorene Zeit.

                                                                                              Rolf Schuld  passchuld@aol.com

Gesangbuch Nummer 577 Kommt herbei, singt dem Herrn

 

1.          Kommt herbei, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

             Kommt herbei, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit.

Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.

Singend lasst uns vor ihn treten,  mehr als Worte sagt ein Lied.

2.         Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt.

Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt.

Überall ist er und nirgends Höhen, Tiefen, sie sind sein.

Überall ist er und nirgends,  Höhen, Tiefen, sie sind sein.

3.         Ja, er heißt: Gott für uns; wir die Menschen, die er liebt.

Ja, er heißt: Gott für uns; wir die Menschen, die er liebt.

Darum können wir ihm folgen, können wir sein Wort verstehn.

Darum können wir ihm folgen, können wir sein Wort verstehn


Text: Diethard Zils 1972/1974 nach Psalm 95

Andacht zum 19. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 19. Mai 2021

Losung;               Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98,1


Lehrtext:         Singt Gott dankbar in euren Herzen. Kolosser 3,16

 

Feiert Jesus! Liederbuch für die Jugend. Freitöne. Lieder zwischen Himmel und Erde.

Das Kindergesangbuch. Mein Liederbuch. Natürlich das Evangelische Gesangbuch.

Dazu für die Ökumene das Gotteslob und das Halleluja.

Das alles sind Titel von Liederbüchern für Gottesdienste, die sich in meinem Bücheregal angesammelt haben.

Singt dem Herrn ein neues Lied.                   Singt Gott dankbar in euren Herzen.

Wann darf wieder im Gottesdienst gemeinsam gesungen werden?

„Danke für diesen Morgen.“

„Ich singe dir mit Herz und Mund“ und „Gottes Liebe ist so wunderbar.“

Weil die Krise überwunden ist und weil man das Singen nicht verlernt.

Ein paar falsche Töne würden nicht weiter stören.

Der Kirchenchor kann mit einem simplen Kanon beginnen.

Der Posaunenchor muss  nicht unbedingt mit anspruchsvollen Bläsersätzen von Magdalene Schauß-Flake ins Ensemblespiel einsteigen. 

Es darf einfach sein. - Einfach nur singen. -Musik machen. –

Und dann auch mal wieder ein neues Lied.

 

2019 durften wir noch Konfirmationen feiern.

Ich habe mich getraut in der vollen Kirche ein neues Lied einzuüben.

Das Kirchentagslied „Auf dich vertraun.“

 

Hier ein Link zu einem Video. https://www.youtube.com/watch?v=hsEYS0XKO0I

 

Du nimmst mich so hin, wie ich wirklich bin.

Zweifel ich an mir, find ich Kraft in dir.

In der schwersten Zeit, in der Dunkelheit,

leuchtet mir dein Licht, find ich klare Sicht.

 

Meine Worte können gar nicht zeigen, Gott,

was du mir alles gibst. Ich bin dir so dankbar

und sing laut, weil du mich so unbeschreiblich liebst.

 

Der Refrain so simpel wie mitreißend:

„Na na na na na na na na

Na na na na na na na na

Na na na na na na na na

Ich kann auf dich vertraun.“

 

Singt dem Herrn ein neues Lied.

Singt Gott dankbar in euren Herzen.

                                                                       Rolf Schuld             Passchuld(at)aol.com

Andacht zum 18. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 18. Mai 2021

Losung;               Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.

Psalm 111,4

Lehrtext          Und es geschah, als Jesus mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Lukas 24,30-31

Es ist gut, dass in Jerusalem der Shoa, dem Genocid an Millionen Juden im Nationalsozialismus ein Gedächtnis bereitet wurde. Yad Vashem heißt die Gedenkstätte. Im Oktober waren wir eine Reisegruppe aus Bochum-Linden mit 40 Personen in Yad Vashem. Nach der Halle der Namen die Kindegedenkstätte. Über Stege geht es in den fast dunkeln Raum. Wenige flackernde Kerzen über Spiegel diffus an die Decke gelenkt geben kaum Orientierung. Hebräische Klagegesänge werden unterbrochen von der Nennung von Namen, Alter und Herkunft von Kindern, die von den Nazis umgebracht wurden. 1,5 Millionen Kinder. In Endlosschleife läuft das Band mit den Namen.

Als wir wieder ans Licht kommen, wagt es keiner aus unserer Gruppe etwas zu sagen.

Niemand möchte zu erkennen geben, dass er deutsch ist. An einer Brüstung steht ein älterer Herr. Er ist allein und weint. Kann ich ihn als Deutscher in den Arm nehmen und trösten?  Ich werfe ihm einen Blick zu und nicke ihm zu. Wortlos will ich sagen: Ich verstehe. Er nickt zurück. Aber ich verstehe nicht. Ich kann nicht verstehen. Vor 20 Jahren haten wir im synodalen Jugendausschuss einen Gast aus Jerusalem. Ein Deutscher, der eine Jüdin geheiratet hat. Zwei kleine Kinder. Er arbeitet als Reiseleiter und war auf Besuch bei seiner Bochumer Familie. Er hat Gefühle beschrieben. Angst, Verunsicherung, wenn auf dem Schulweg der Kinder eine Bombe der Hamas explodiert. Und Mutter und Kinder nur deshalb etwas später an der Stelle vorbeikommen, weil ein Kind verschlafen hat. Ich habe das gehört, aber nicht verstanden. In Israel 2018 habe ich die soziale Ungerechtigkeit erlebt. Die Armut von Palästinensern auf der einen Seite, den pompösen Reichtum von Israelis in Tel Aviv und Haifa. Ich habe auch den aufrechten Wunsch nach Versöhnung nach Frieden, auch Ausgleich gehört.  Aber was die Menschen fühlen, wenn aus beiden Lagern tausende von Raketen abgeschossen werden, kann ich nicht sagen.

Ich kann nur sagen, dass Wut und ungebremster Hass die Augen verschließt für das Leid Unschuldiger.  Der Auferstandene geht unerkannt den Weg von Jerusalem nach Emmaus.

Sie erzählen ihm geschehen ist. Wut und Hass auf Römer, und die mit ihnen eine Sache machen mischen sich ein. Sie sind blind. Da nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Wer bringt Palästinenser und Israelis an einen Tisch und öffnet ihnen die Augen? Es wird Zeit das dem Wunder der Versöhnung ein Gedächtnis gestiftet wird.                                                                                          Rolf Schuld Passchuld(at)aol.com

 

Fürbitte für die jüdischen Gemeinden in Deutschland und ihre Mitglieder

Gott, Du Gott der Kinder Jakobs,
als Kirche haben wir uns auf den Weg gemacht, die Treue Gottes zum jüdischen Volk zu bekennen und die Beziehung des christlichen Glaubens zum Judentum in Taten zu bezeugen.
Bestürzt sehen wir, wie jüdischen Gemeinden und Gläubige Opfer antisemitischer Attacken werden.
Auch jetzt werden sie wieder als Verantwortliche für die Gewalt im Heiligen Land hingestellt.
Wir bitten Dich für die jüdischen Gemeinden und ihre Mitglieder, dass sie ohne Diskriminierung und Bedrohung in Deutschland leben und ihren Glauben bezeugen können.
Wir bitten Dich für alle, die sich gegen den wachsenden Antisemitismus wenden: Bestärke sie in ihrem Engagement. Fürbitte für alle, die sich für Begegnung und Versöhnung in Israel und Palästina einsetzen Gott, der Du aus Feinden Freunde machst, es wird immer schwieriger, über die Grenzen hinweg Begegnungen zwischen Menschen in Israel und Palästina zu ermöglichen. Menschen, die die realen Mauern und die Mauern in den Köpfen überwinden wollen, werden als Verräter hingestellt.
Dabei braucht das Heilige Land keine Raketen und Bomben, sondern den Willen, aufeinander zuzugehen und Hass in Liebe zu verwandeln. Wir bitten Dich für alle in Israel und Palästina, die nicht an Hass und Gewalt glauben: Lass sie nicht ermüden in ihrem Mut, die Mauern der Trennung zu überspringen.
Wir bitten Dich für alle Menschen in Israel und Palästina: Nicht der Hass möge ihre Herzen erfüllen, sondern die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und Kompromisse zu schließen.
Amen.

 

 

Andacht zum 17. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 17. Mai 2021

Losung;:          Der HERR war mit Josef, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.

1. Mose 39,23

Lehrtext          Paulus schreibt: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.  1. Korinther 3,6

Manchmal bleiben Enttäuschungen nicht aus, wenn man in der christlichen Gemeinde mitarbeitet. Da setzt man sich ein. Da opfert man Zeit, Ideen und Herzblut. Und dann bleibt der Erfolg aus, und bekommt dazu die Kritik zu hören, das andere das doch besser machen. Seit ich hier in Linden als Pfarrer arbeite, habe ich Auf und Abs erlebt, Höhen und Tiefen, Gelingen und Scheitern. Und oft habe ich nicht gewusst, weshalb etwas gelingt oder eben nicht. Immerhin bin ich nicht allein mit solcher Erfahrung. Kolleginnen und Kollegen Presbyterien anderer Gemeinden erleben es ebenso. Und selbst in der Bibel sind solche Erfahrungen aufgeschrieben.

Zum Beispiel der Apostel Paulus. Er war nicht der überall beliebte Prediger und erfolgreiche Missionar, wie wir uns das vielleicht vorstellen. Im Gegenteil: Er musste sich immer wieder Kritik anhören. Und in den Gemeinden gab es oft starken Gegenwind. Was hat ihm geholfen damit umzugehen- nicht enttäuscht zu sein, wenn Erfolge ausblieben?

Im Lehrtext heißt es:  Paulus schreibt: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.  So geht es weiter „So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“ „Paulus vergleicht den Einsatz für Jesus mit der Landwirtschaft. Da gibt es das Säen und das Begießen. Es kann nicht gleich geerntet werden.  So ist es auch in der Gemeindearbeit. Da muss gesät und gegossen werden.

Ende März habe ich fünf Sorten Tomaten ausgesät. Bei vier Sorten erfolgte die Keimung nach einer Woche. Die fünfte keimt nicht. Trotzdem habe ich die beiden Töpfe weiter gegossen und warm gehalten. Am Samstag nach 6 Wochen ist ein Same aufgegangen. Nur einer oder immerhin einer. Von den anderen Sorten habe ich immerhin 6 Pflanzen pro Sorte. Ich freue mich über den eine Keimling.

In der Gemeinde ist es wichtig, Geduld aufzubringen, Zeit und Kraft zu investieren. Besonders in der Zeit der Corona-Pandemie, die für das Gemeindeleben wie eine lange Dürreperiode aussieht.  Auch wenn wir erst einmal keinen Erfolg sehen. Irgendwann kann die Saat aufgehen.

Irgendwann wird sich zeigen: Es war nicht umsonst.

Von Paulus können wir lernen, auftragsorientiert und nicht erfolgsorientiert zu sein.

Nicht zu fragen: Bringt das auch etwas, was ich tue?  Wir brauchen unseren Wert als Christen nicht davon abhängig zu machen was wir erreichen. Wir müssen auch nicht neidisch sein auf andere, bei denen scheinbar mehr gelingt. Es kommt nicht alleine auf uns an, sondern auf Gott.

Wir können darauf vertrauen: Gott wird aus allem etwas machen. Er kann auch Menschen, die jetzt noch distanziert sind zu sich holen. Er kann durch das, was in der Gemeinde getan wird, vieles bewirken. Und wir sind da, weil wir weitermachen, komme was wolle. 

Wir sind da und auf dem Weg. Wir werden dabei Chancen verpassen, Irrwege gehen und immer wieder neu lernen, mit unseren Zweifeln und Selbstzweifeln glaubwürdig zu sein.

Rolf Schuld Passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nummer 604

 

1.     Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit. Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit. Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht durch Angst, Not uns Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr. Und immer wieder fragt man sich: Wird denn das Schiff bestehn? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehn?

efrain: Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer. O Bleibe bei uns, Herr!

 

 

Andacht zu Christi Himmelfahrt 2021 (Hörfassung)

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Andacht zu Christi Himmelfahrt 2021

Am 17.6.2001, vor fast genau 20 Jahren wurde in Sundern  mit einer Andacht gefeiert, dass das Radom eine neue Tragluftkuppel bekam, nachdem die alte  nach dem Sturm „Lothar“ Ende 1999 zerstört wurde. Es war zwei Tage nach dem 80.Geburtstag von Prof. Heinz Kaminski, dem Begründer der Sternwarte, Kurz vorher, war ein Buch von ihm erscheinen mit dem Titel:„Globale soziale Neuorientierung“ das  2001 veröffentlicht wurde.

 

Ab 2002 wurde in jedem Jahr an Christi Himmelfahrt ein Gottesdienst im Radom gefeiert.

Neben der Himmelfahrtgeschichte ging es immer um soziale und vor allem um ökologische Neuorientierung. Schon im vergangenen Jahr und auch heut in 2021 ist der Gottesdienst der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Corona- weltweit mit dramatischen sozialen Auswirkungen und vielleicht mit positiven Auswirkungen für die Ökobilanz des Planeten.

Aber Startsignal für eine globale soziale Neuorientierung? Ich habe meine Zweifel.  

 

Der Reiz an Himmelfahrt im Institut für Umwelt und Zukunftsforschung (IUZ) lag in der scheinbaren Unvereinbarkeit von biblischen Zeugnissen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.  Christi Himmelfahrt. Der Predigttext im Jahr 2021 im Epheserbrief.

 

Epheser 1,20b-23

Christus ist eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel 21 über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. 22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, 23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Wie weltfremd erscheint diese Geschichte angesichts der globalen Krise. 

Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hat der Theologe Rudolf Bultmann behauptet, Geschichten wie die von der Himmelfahrt Christi gehören  in den Bereich von Märchen und Mythen. Immerhin haben Märchen und Mythen noch einen gewissen Unterhaltungswert. Wenn sie spannend erzählt sind. Aber wenn die Sprache dichter wird, dann nimmt auch die Spannung ab. Niemand würde sagen unser Glaubensbekenntnis wäre spannend. „Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters-

von dort wird er kommen zu richten, die Lebenden und die Toten.“

 

Dieser Satz aus dem Glaubensbekenntnis ist aufs Wesentlichste reduziert.

Auswendig gelernt hat ihn jeder. Aber wer hat das auch verinnerlicht,

so das Verstand, Herz und, Seele es durchdrungen haben.

Ebenso verdichtet und reduziert sind die Worte des Predigttextes aus dem Epheserbrief

 

Auferstehung, Himmelfahrt, Alleinherrscher in Gegenwart und Zukunft – Haupt der Gemeinde- Die Gemeinde ein Leib der von der Fülle des dreieinigen Gottes erfüllt ist.

Ist Himmelfahrt genau die Antwort, die für viele beschlossene Sache ist.

Der Richter hat sich ins ferne Himmelreich zurückgezogen.

Die Menschen können so ungestört die Erde zugrunde richten.

Fast acht Milliarden Menschen gefangen auf der Erde- von allen guten Geistern verlassen?

 

Prof. Kaminski  schreibt in seinem Buch:

Ein humaner Sozialismus mit ökologischer Ausrichtung auf der Basis franziskanischer Mystik ist der einzige Weg zum Überleben für die Menschheit.

Franz von Assisi geboren 1181  als Sohn eines Reichen Tuchhändlers. Er übt sich in Armut. Tauscht edle Gewänder gegen die schlichte Mönchskutte.

Er  lebt zeitweise als Eremit und gründet den Orden der Franziskaner.

Er stirbt 1226  im Alter von nur 45 Jahren.

Ist das der Geist, aus dem der Weg zum Überleben entspringt?

Wessen Geistes Kind sind wir?

Menschen, die ihren Halt, ihre Sicherheit finden in dem was sie haben. Haus und Garten. Sparbuch und Rentenversicherung.  Menschen die sich beherrschen lassen von materiellen Ansprüchen. Oder sind wir Gottes Kinder und finden Halt in seiner Liebe zu uns.  Leben wir dankbar im Bewusstsein, dass uns und allen Menschen, dass uns und späteren Generationen die Erde las Grundlage unseres Lebens geschenkt ist. Das wir gemeinsam, die ganze Menschheit dieses Leben genießen dürfen, und erkennen dürfen, dass es genauso ungesund ist wenn man übersättigt auf der reichen Seite der Welt steht wie wenn man verhungernd auf der anderen Seite der Welt leben muss. 

Christus fährt auf in den Himmel, sein Geist bleibt uns. Dieser Geist hebt Anspruch auf die ganze Welt, und hat seinen Ursprung im Schöpfergeist Gottes, der das Universum geschaffen hat. Global, Universal - Gott ist es nicht egal- was wir auf dieser Welt treiben.

Wir sollen seine freien Kinder sein und nicht Sklaven.         Rolf Schuld   passchuld@aol.com

 

Gebet :  (Rose Ausländer: Hinter allen Worten. Gedichte. Rose Ausländer – Werke, Band 10.

Herausgegeben von Helmut Braun. 5. Auflage. Frankfurt am Main 2002, S. 103) mit eigenen Veränderungen

 

HIMMLISCHE ZUSTÄNDIGKEIT

Ach Gott, Du gehst uns nicht verloren in den Weiten des Himmels!

Du bist und bleibst gegenwärtig – auf Erden, in unserer Mitte!

Du bist und bleibst zuständig – uns und allen Menschen zugute.

Erinnere uns an unsere Zuständigkeit für den Nächsten und den Fernsten …

Lass uns Dir dabei helfen, am Reich der Himmel weiterzubauen –

Ermutige uns, denen in Angst, Not und Trauer ein Stück Himmel zu schenken:

indem wir füreinander Sorge tragen, indem wir einander Trost schenken,

indem wir miteinander das Leben und das Lieben üben…

Lass uns den blauen Himmel Fingerzeig Deiner Liebe sein,

die grenzenlos ist: Raum- und zeitlos.

 

Als Lied

1. Die Erde ist des Herrn.

Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben.

Drum sei zum Dienst bereit,

gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.

2. Gebrauche deine Kraft.

Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen.

Vertraue auf den Geist,

der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.

3. Geh auf den andern zu.

Zum Ich gehört ein Du, um Wir zu sagen.

Leg deine Rüstung ab.

Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen.

4. Verlier nicht die Geduld.

Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke.

Denn der in Jesus Christ

ein Mensch geworden ist, bleibt unsre Stärke.

Text: Jochen Rieß 1985

Melodie: Matthias Nagel 1985

Andacht zum 12. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 12. Mai 2021

Losung;:         Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Psalm 91,1-2

Lehrtext          Das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. 1. Johannes 5,14

Bei Traugesprächen frage ich immer: Wie haben sie sich eigentlich kennengelernt.

Eine Kennenlerngeschichte habe ich nicht vergessen. Das Paar hat sich auf einer Party bei Freunden kenngelernt. Als die junge Frau nach Hause musste hat es aber feste geregnet.

Der spätere Bräutigam hatte einen Schirm dabei. Er hat die Frau nach Hause begleitet.  

Der Schirm war ein Werbegeschenk seiner Versicherung. Auf dem Schirm stand groß aufgedruckt: „Wir lassen sie nicht im Regen stehen“.

Der Schirm hat zumindest gehalten, was er versprochen hat. Die Versicherungen tun das nicht immer. Versicherungen leben davon, dass sie Sicherheit versprechen. Doch im Schadensfall wird gerne im Kleingedruckten der Versicherungspolice gesucht, ob der Schaden vielleicht nicht reguliert werden muss.

Die Tageslosung heißt: Psalm 91,1-2:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn, meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

 

Wer sich auf Versicherungen verlässt, der wiegt sich in falscher Sicherheit. Die Sicherheit, die uns Gott zusagt ist dagegen verlässlich. Das weckt Erwartungen, vielleicht auch falsche Erwartungen. So groß mein Glaube und mein Gottvertrauen auch ist, sicher vor Krankheit, vor Problemen und Not bin ich dadurch nicht. Der Schirm des Höchsten ist die Liebe, die Gott über die Menschen ausbreitet. Wer sich unter diesem Schirm bewegt, der bewegt sich im Kraftfeld der Liebe Gottes. Und diese Liebe zeigt sich unter anderem darin, dass er uns seinen Willen bekannt gemacht hat.

In den Zehn Geboten, auch in der Zusammenfassung der Gebote:

„Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.“

Wo Menschen sich die Liebe Gottes bieten lassen, und sich unter das Gebot der Liebe stellen,

da gibt es eine Sicherheit, die keine Versicherung uns gewähren kann.

Denn solche Menschen helfen und pflegen Menschen, die Liebe und Pflege nötig haben.

Eine Versicherung fragt: „Gibt es einen Anspruch auf Hilfe?“ Wenn nicht, dann steht man schlecht da. Da hat jede Versicherung, so gut sie auch gedacht ist, ihre Grenze.

Gott hat uns in Jesus Christus den wahren Charakter der Liebe gezeigt. Gottes Liebe gilt jedem Menschen, obwohl er keinen Anspruch darauf hat. Unter dem Schirm der unendlichen Liebe Gottes, sind wir gerufen diese Liebe weiterzugeben. Verlassen wir uns auf die Macht der Liebe, dann finden wir Geborgenheit, auch wenn wir krank werden und hilfebedürftig sind. Amen! 

 

            Rolf Schuld      Passchuld@aol.com

Gesangbuch Nr. 601 Gott, wir preisen deine Wunder

Zur Trauung:

1. Gott, wir preisen deine Wunder, die es in der Schöpfung gibt,

und das größte ist darunter, dass ein Mensch den andern liebt.

So hast du die Welt verschönt und mit Gnade uns gekrönt.

 

2. Nun erhöre unsre Bitte und mach dein Versprechen wahr:

Segne Anfang, Ziel und Mitte auch an diesem Ehepaar.

Sei du selber früh und spät Schutz und Schirm, der mit ihm geht.

 

Text: Detlev Block 1978

 

 

Andacht zum 11. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 11. Mai 2021

Losung;:         Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes. 5. Mose 10,14

Lehrtext          Betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Offenbarung 14,7

 

Wem gehört der Tempelberg?

Wem gehört Berg-Karabach?

Wem gehört Afghanistan?

Wem gehört die Krim?

Wem gehört der Mars und der Mond?

 

Das 10.Kapitel im 5.Buch Mose gibt eine eindeutige Antwort.

„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des

HERRN, deines Gottes.“

Wieder bekommt Mose Tafeln mit den Geboten. 10 Gebote 2.0 diesmal mit wenigen Ausführungsbestimmungen, die es aber in sich haben. Fremdlinge, Flüchtlinge, Geduldete, Menschen mit oder ohne Asylanspruch können keine Besitzansprüche geltend machen, aber sie haben Rechte. An erster Stelle, das Recht geliebt zu werden. Denn Gott liebt die Fremdlinge. So wie Gott die geflüchteten Hebräer liebte und aus der Sklaverei in Ägypten befreite.

Das Deuteronomium ( Zweites Gesetz ) ermahnt Israel:

5.Mose 10, 16 So beschneidet nun die Vorhaut eurer Herzen und seid hinfort nicht halsstarrig.7 Denn der HERR, euer Gott, ist der Gott aller Götter und der Herr über alle Herren, der große Gott, der Mächtige und der Schreckliche, der die Person nicht ansieht und kein Geschenk nimmt 18 und schafft Recht den Waisen und Witwen und hat die Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt.

Öffnet Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern für alle, die Bedürftig sind und brüllt nicht „Ausländer raus, oder Deutschland den Deutschen.“  Wir alle sind nur Gast auf Erden.

Gast auf der Erde, die Gott geschaffen hat, und die er uns als Zuflucht gewährt.

In der Wüste findet ein Verdurstender eine Quelle. Einer bewacht die sprudelnde Quelle und sagt: Das ist meine Quelle. Davon darfst du nichts trinken. Der Verdurstende sagt. Ich verdurste und du kannst doch die Quelle nicht ausschöpfen. Sie fließt und fließt und du leidest auch keinen Durst, wenn ich von der Quelle trinke.

Jesus spricht (Mat. 25) „34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!

35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.

36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“

Passchuld(at)aol.com

Text: Paul Gerhardt 1666/67

Gesangbuch Nummer 529 Ich bin ein Gast auf Erden

 

1. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;

der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.

Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh

ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu

 

6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,

doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.

Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,

da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

 

Andacht zum 10. Mai 2021

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Andacht zum 10. Mai 2021

Losung;:          Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Sprüche 1,7

Lehrtext          In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

Kolosser 2,3

Wissenschaftliche Erkenntnis und technischer Fortschritt sind in den letzten beiden Jahrhunderten seit Beginn der Aufklärung enorm gewachsen- und sie haben einem Teil der Menschheit Wohlstand beschert, wie es in der Geschichte  noch nicht vorkam.

Doch die Frage ist erlaubt: Hat sich der Mensch dabei zum Guten verändert?

Ist er menschlicher, friedlicher, gerechter, gastfreundlicher, hilfsbereiter, liebevoller oder umweltfreundlicher geworden?

Es gibt ein arabisches Sprichwort, das lautet:

Wenn du hörst, dass sich ein Berg bewegt habe, so glaube es;
Hörst du jedoch, dass ein Mensch seinen Charakter geändert habe, so glaube es nicht.    

Doch auch der Schatz an Lebensweisheiten, der auch in Sprichwörtern konserviert ist,

hat in den Jahrhunderten - die Menschheit nicht davor bewahrt - Böses zu denken, zu planen, und auch zu tun. Denn für zu viele Menschen überbietet ein Sprichwort alle anderen an Überzeugungskraft:

Der Zweck heiligt die Mittel. Und wenn es der Zweck ist, seinen Tresor mit Geld zu füllen.

Wenn es der Zweck ist, seine Stärke und Überlegenheit zu beweisen. Wenn es der Zweck ist, viel Spaß zu haben, und mit nichts Ernstem behelligt zu werden- und wenn der Zweck dann die Mittel heiligt, dann wundert es nicht, dass es Menschen gibt, denen nichts mehr heilig ist.

Wir ertrinken in der Flut an beliebigen Informationen, die uns die neusten Technologien zur Verfügung stellen. Wir verlieren uns in Scheinrealitäten der digitalen Welt.  

Müssen wir die Sinne schulen, für das Heilige, für das was unsere menschliche Vernunft übersteigt?

Menschliche Vernunft, Wissen und Lebenserfahrung, sind nicht die Schätze, die der Menschheit im neuen Jahrtausend Glück, Frieden und Wohlergehen bescheren.

Sie sind vielleicht Schlüssel, die die Schatzkammer öffnen.

Der Lehrtext: heißt:

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.

Ich gebe zu: Es macht mich traurig, dass es der Menschheit, auch dem christlichen Teil der Menschheit  nicht gelungen ist  diesen Schatz zu bergen, um ihn der Welt zugänglich zu machen.

Denn wenn alle Menschen, diesen Schatz teilen würden, dann wäre Frieden, dann würde Gerechtigkeit herrschen, und Liebe und Barmherzigkeit würde das menschliche Zusammenleben bestimmen.

Nein: Die Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind weiterhin verborgen in Christus.

Unsere Vernunft und unsere Lebenserfahrung lehren uns skeptisch zu bleiben, gegen jede Lehre die behauptet, sie hätte Weisheit und Erkenntnis in Fülle.“ Erkenntnis bläht auf, Liebe baut auf.“ (1.Kor.8,1)

Und dann bleibt wieder nur ein Sprichwort: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.“

Die Ehrfurcht vor dem Leben in seiner unendlichen Vielfalt, die Ehrfurcht vor den Gesetzen im Mikro- und Makrokosmos. Die Ehrfurcht vor der Weisheit, die im Schöpfergeist liegt und der Weisheit, die in Jesus Christus begründet sind, relativieren meine eigene Erkenntnis. Sie bleibt bei den Anfängen stehen.

Aber irgendwie muss man ja mal anfangen, um für das Reich Gottes geschickt zu sein. 

Rolf Schuld   Passchuld@aol.com

 

1. Jauchzt Halleluja, lobt den Herrn! Mein ganzes Herz will froh und gern

ihm würdig Preis und Ehre geben; ich will in seinem Heiligtum

im Rat der Frommen seinem Ruhm aus allen Kräften hoch erheben.

 

2. Die Werke Gottes sind sehr groß, wer je die Seligkeit genoss,

Gott selbst in seinem Werk zu sehen, spricht: All sein Tun ist Majestät

und Herrlichkeit aufs höchst erhöht; ja ewig wird sein Recht bestehen.

 

5. Drum soll die Furcht des Herrn allein bei uns der Weisheit Anfang sein;

sie wird uns zum Verständnis führen, sie macht uns selig und beglückt,

für Erd und Himmelreich geschickt und wird mit ewgem Schmuck uns zieren.

Text: Matthias Jorissen 1793

 

Predigtgedanken zum Sonntag, 9. Mai 2021 Rogate

Predigtgedanken zum Sonntag Rogate

Guten Tag,

Rogate – betet. Diese Aufforderung ist die Überschrift des kommenden Sonntags. Und diese drei Silben haben es durchaus in sich; denn: So leicht ist das mit dem Beten oftmals gar nicht. Das erlebe ich bei jeder Gottesdienstvorbereitung. Da gibt es die vorgegebenen Gebete, die man – wenn auch nicht immer – einfach übernimmt aber auch die freien Gebete wie zum Beispiel die Fürbitten. Habe ich alles und alle bedacht? Sind sie gut und verständlich formuliert? Sage ich Herr, barmherziger Vater oder Jesus Christus? All diese und noch mehr Fragen stellen sich mir häufig. Oder auch das ganz persönliche Gebet im stillen Kämmerlein. Auch da können manchmal nur schwer die richtigen Worte gefunden werden, man schweift ab, fühlt sich unkonzentriert und so gar nicht in Gebetsstimmung.

Aber: Ist das der Anspruch an das Gebet? Dass ich es richtig mache, in der richtigen Stimmung bin?

Wer betet, der spricht nicht in den luftleeren Raum. Das Gebet geht von einem Gegenüber aus – von Gott. Im Beten werde ich mir meiner selbst als Geschöpf und von Gott angegangen bewusst.

Der Philosoph Sören Kierkegaard hat über das Beten geschrieben: „[…] es ist in Wahrheit etwas ganz Anderes, auf einem Bein zu stehen und Gottes Dasein zu beweisen, oder ihm auf seinen Knien zu danken“. Dass Gott beziehungsweise seine Existenz nicht zu beweisen ist (genauso wenig aber auch das Gegenteil), ist schon lange dargelegt worden. Doch Kierkegaard macht einen wichtigen Punkt: Nicht auf den Beweis, sondern auf die Gewissheit kommt es an – und im Gebet liegt Gewissheit, und zwar in jeder Form des Gebets. Es kann die freudige Dankbarkeit sein, die uns ins Gebet treibt oder der große Schmerz der Trauer und Wut, der uns Gott anklagen lässt. Oder wie im Predigttext: Das Gefühl von Scham und Schuld, dass uns Zuflucht bei Gott und seiner Barmherzigkeit suchen lässt. Beten bedeutet, angegangen sein – vom Leben und damit von Gott. Und weil das Leben uns in immer neue Situationen stellt und mit immer neuen Erfahrungen konfrontiert, ist auch jedes Gebet – so lang oder kurz, so sicher oder so stockend formuliert, so laut oder leise es auch gesprochen werden mag – ein ganz eigenes und einzigartiges Erlebnis und Erleben für sich. Selbst die Worte des Vaterunsers werden wir nicht jeden Sonntag oder jeden Abend mit den gleichen Gedanken und Gefühlen sprechen wie vormals. Gemeinsam ist all diesen konkreten, einzigartigen Situationen, dass wir in ihnen auf den Grund unseres Lebens, Gott unseren Schöpfer, gestellt sind und werden. Denn eine der zentralsten Erkenntnisse über das Beten ist eben, dass es nichts ist, was von mir nur konstruiert oder geleistet werden muss, sondern dass Beten Ausdruck davon ist, dass ich mich als Gehaltenen erfahre, der alles vor seinen Gott bringen kann.

 

 

Gebet

Großer Gott,

wir gehen durch unser Leben und machen immer wieder Erfahrungen. Gute und schlechte, stärkende und schwächende, manches ist zum Jubeln, anderes zum Verzweifeln. In all dem bist Du der Grund unseres Lebens, auf dem wir stehen und gehen.

Gib uns immer wieder das Gefühl, von dir angegangen zu sein. Und schenke uns Worte und Gedanken, in denen wir uns Dir mitteilen können. Aber schenk uns auch die Momente der stillen Gemeinschaft und des stummen Gesprächs mit Dir. Lass den Kontakt nicht abreißen.

Amen.

 

Andacht zum 8. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 8. Mai 2021

Losung;:          Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen! Psalm 44,27

Lehrtext:         Sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.  Lukas 17,21

 

Die meisten Deutschen,  die 1938 in der  Reichspogromnacht  Schaufensterscheiben von jüdischen Geschäften einwarfen , sind inzwischen gestorben.

Die wenigen, die noch leben, sind hochbetagt und fast 100 Jahre alt. Vor 25 Jahren habe ich bei Seniorengeburtstagen aber noch Männer erlebt, die von den guten alten Zeiten redeten. Von den großen Siegen im 2.Weltkrieg. Von der Verschwörung der Alliierten Mächte, die Deutschland in die Knie zwangen. Die den Spruch prägten: Unter Hitler war auch nicht alles schlecht.“ Und manchmal wurde ich den Verdacht nicht los, dass Jugendliche zur Jahrtausendwende die schrecklichen Judenwitze von ihren Großvätern gelernt haben.

Und deren Kinder rappen heute mit antisemitischen Sprüchen und haben viele Fans.

Der letzte Vers aus dem 44. Psalm ist das Losungswort für den heutigen Samstag. Die Korachsöhne (Chorknaben) am Tempel besingen im ersten Teil die „guten alten Zeiten“.

Als Gott noch auf der Seite Israels stand. Als Israel in jedem Krieg die Feinde schlugen und wie Würmer im Namen Gottes zertreten haben. Doch aus dem Kriegsgeschrei wächst die Klage.

Der zweite Teil von Psalm 44 ist ein Klagepsalm. Die Worte sind an Gott gerichtet.

Vers 11 :“Du lässt uns fliehen vor unseren Feinden, die uns berauben, die uns hassen.

12 Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden.“

Vers 23 „Um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe“

sie Juden waren? Wie oft von Juden, die Hab und Gut zurückließen und vor den Nazis nach Holland, Belgien, England oder in die USA flohen? Wie oft von Juden, die  wie Vieh in Güterzügen in die Konzentrationslager gebracht wurden, um  sie dort abzuschlachten? Und wie oft wird wohl noch Tag für Tag an der Klagemauer in Jerusalem von orthodoxen Juden dieser Psalm gebetet? . 

 

24 Wach auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer!

 

Wo ist Gott wenn solches Unrecht, wenn solche Verbrechen  geschehen.

Man kann Gott nicht für die Gottlosigkeit der Menschen verantwortlich machen.

Jesus spricht. Das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Ja, die Hölle ist auch mitten unter uns. Die Hölle, die Menschen sich gegenseitig bereiten. Menschen die keinen Platz für Gott haben. „Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!“

 

Passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nummer 602      „Reich des Herrn“

 

1.         Reich des Herrn, Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag,

deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag;

Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern,

Reich des Herrn, Reich des Herrn.

 

3.         Überall, überall lass bis an der Welten Rand,lass durch jeden Kreis der Erden

deinen Namen hell erkannt, deine Kraft verherrlicht werden,

bis du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst.

 

Text: Karl Bernhard Garve 1825 Melodie: Halle 1704

 

Andacht zum 7. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 7. Mai 2021

Losung;:          Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. Psalm 25,5

Lehrtext          Wir wissen, dass er uns hört 1.Johannes 5,15

 

Der Psalm 25 ist ein Alphabetischer Psalm. Jeder Vers beginnt mit einem Buchstaben aus dem hebräischen Alefbet. Mein Alphabetischer Psalm ist nicht so kunstvoll, aber es macht Spaß mal von A- Z über Vertrauen und Dankbarkeit zu „ dichten“. Vielleicht mögen sie ab R weiterdenken. Oder neu bei A anfangen.     

Auf dich kann ich mich verlassen.

Bei dir bin ich geborgen. Im

Chor singe ich dir mein Loblied.

Du bist der Herr über Himmel und Erde.

Einige Mal habe ich auch gezweifelt an dir.

feindselig war ich sogar gesinnt.

Geduld fehlte mir, als ich deine Güte nicht erkennen konnte.

Heute glaube ich wieder: Du hälts deine Hand über mir.

Ich habe alle meine Ängste verloren.

Jeder Tag meines Lebens lässt mich dankbar sein, weil

keiner mir den Glauben mehr nehmen kann,

Liebe, und Hoffnung bei dir zu finden.

Mein ganzes Leben ist ein großartiges Geschenk von dir.

niemals möchte ich das wieder vergessen.

Ohne deine Schöpferkraft,  gäbe es die Welt nicht . Sie wäre ein

Paradies, wenn wir Menschen nicht so vieles zerstören würden. Die

Quelle allen Lebens , die aus dir fließt versiegt nicht.  ………..R S T U V W X Y Z

 

 

Gesangbuch Nr.  175

 

Ausgang und Eingang,

Anfang und Ende

liegen bei dir, Herr,

füll du uns die Hände.

 

Text und Kanon für 4 Stimmen: Joachim Schwarz 1962

Andacht zum 6. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 6. Mai 2021

Losung;:         Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.

                        Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Psalm 145,15-16


Lehrtext:         Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr                   anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die             Kleidung. Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller               und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!              Lukas 12,22-24

 

Es gibt ein Kinderbuch, das heißt „Frau Meier, die Amsel“  ( Peter Hammer Verlag 10. Auflage 32 Seiten / Ab 5 Jahre € 14,90  ISBN: 978-3-87294-644-7)  

Frau Meier macht sich dauernd Sorgen. Der Knopf könnte abfallen. Im Kuchen könnten nicht genug Rosinen sein. Ein Flugzeug könnte in ihren Garten stürzen. Ein Bus könnte das Haus rammen. Die Angst ist wie eine schwarze dunkle Wolke, die sie überall hin begleitet. Wenn Frau Meier sich Sorgen macht, dass die Sonne nicht mehr aufgeht, dann wird alles dunkel.

Doch dann geschieht etwas. Frau Meier findet ein kleines nacktes Etwas im Garten und füttert es bei Tag und bei Nacht. Aus der dauernden Sorge wird Fürsorge. Ihre anderen Sorgen vergisst Frau Meier. Das kleine nackte Etwas entpuppt sich nach zwei Wochen als Amsel und erhält den Namen Piepchen. Nach einiger Zeit muss sie als gute Vogelmutter der Amsel fliegen beibringen.

Sie klettert auf den Baum und macht der Amsel die Flugbewegungen vor. Und dann, dann fliegt Frau Meier und die Amsel hinterher.

Sie fliegen bis zur Kuhwiese und wieder zurück und am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück zum Morgenflug. Frau Meier hat sich selbst vergessen und ist ein wenig wie die Amsel geworden, die sie liebt und für die sie sorgt. Das Buch heißt mit Recht nicht „Frau Meier und die Amsel“, sondern „Frau Meier, die Amsel“. In der Liebe und Fürsorge hat Frau Meier ihre Sorgen vergessen. Sie hat ihre Sorgen hinten gestellt.  

Genau dazu lädt Jesus uns ein. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen, alles was ihr braucht, essen und trinken und Kleidung.“ Dieses kleine, nackte Etwas, das Frau Meier im Garten findet, und das so gut wächst, weil sie es Tag und Nacht füttert, ist ein wunderschönes Bild für das, was Jesus mit dem Reich Gottes meint.

Jesus sagt sorgt nicht. Er lenkt unseren Blick in die Natur. Die Lilien auf dem Felde und die  Vögel. Trotz ihrer Vergänglichkeit wunderbare Teile der Schöpfung. Die Vögel, wie sie fliegen, wie sie singen, wie sie im Frühling nach einem harten Winter mit ihrer Lebensfreude tirilieren. Die Blumen, in ihrer Farbenpracht , und wie zuverlässig sie nach dem Winter ihre Blüten entfalten. Die Schneeglöcken, die Osterglocken, die Pfingstrose, die Tulpen und die Glyzinie vor dem Haus.  Lange verborgen entfalten sie zur rechten Zeit ihre volle Pracht.  

                                                                      

Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

Gesangbuch Nummer 508

1. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,

doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:

Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf

und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Kehrvers

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,

drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,

der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer.

Von ihm sind Büsch und Blätterund Korn und Obst von ihm,

das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.

Text: nach Matthias Claudius 1783 Melodie: Hannover 1800

Andacht zum 5. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 5. Mai 2021

Losung;:         Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind,

                        durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will.

                        Jeremia 27,5

Lehrtext:         Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus 5,5

 

Eine Fabel :   ,,Ein Affe prahlte, er müsste eigentlich zum König des Himmels ernannt werden, da er höher und weiter springen könnte als jedes andere Lebewesen. Als Gott sich eines Ta­ges im Wald erging, traf er den großmäuli­gen Affen. ,,Ich höre, dass du so gut sprin­gen kannst", sagte Gott.

,,Und wie", sagte der Affe, ,,ich bin der be­ste Springer der Welt, ich springe hundert -nein tausend - Meilen weit."

Da streckte Gott seine Hand aus: ,,Setz dich hinein und wenn du herausspringen kannst, dann sollst du der Herr des Him­mels sein." ,,Pah", rief der Affe, ,,hast du keine schwerere Aufgabe für mich? Gib acht!"

Dann holte er tief Luft und sprang so hoch und so weit wie nie in seinem Leben, ja, er sprang bis ans Ende der Welt. Und dort am Ende der Welt standen vier hohe Säulen und an einer von ihnen machte er ein Zei­chen. Dann stieß er sich noch einmal mäch­tig ab und landete wieder in Gottes Hand­fläche.

,,Nun, was sagst du jetzt?" rief der Affe stolz aus. ,,Ich sprang sogar bis ans Ende der Welt. Und wenn du es nicht glauben willst, sieh selber nach. Eine der vier Säu­len dort habe ich markiert.

Werde ich nun Herr des Himmels?"

Gott sah ihn lächelnd an: „Die vier Säulen, kleiner Affe, das waren meine Finger.

Auch du kannst nicht aus meiner Hand springen." (H. L. Gee)

Der Mensch denkt er wäre die Krone der Schöpfung. Er fliegt zum Mond und schickt Raumschiffe zum Mars. Er erforscht Myonen und schwarze Löcher. Er vermisst den Kosmos und erklärt die Naturgesetze. Er horcht ins Weltall, um Signale außerirdischer Intelligenz zu empfangen.

Er baut Smartphones und Computer. Der Mensch denkt er wäre die Krone der Schöpfung und wäre zu gerne der Herr des Himmels. Doch zu kurz ist seine Lebensspanne. Zu begrenzt sein Horizont. Und Sanftmütigkeit ist selten das Gefährt des Menschen.

Gottes Hand umfasst Raum und Zeit- Die Ewigkeit liegt jenseits unserer Vorstellungskraft.

Wir bilden uns so viel auf unsere Leistung ein, wie der Affe, in der Legende, doch in Wirklichkeit machen wir keine großen Sprünge, wir machen kleine Sprünge- in den engen Grenzen unseres Denkens und Wirkens.  Gott sei Dank, lässt der Schöpfer uns nicht an seinem langen Arm verhungern.

                                                                                                                 Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

EG 1 Macht hoch die Tür

 

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;

es kommt der Herr der Herrlichkeit,

ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,

der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

 

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,

sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit;

all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott,mein Heiland groß von Tat.

 

5. . Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.

Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.

Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.

 Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

 

Text: Georg Weissel (1623) 1642   Melodie: Halle 1704

Andacht zum 4. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 4. Mai 2021

Losung;:           Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.

                        Psalm 138,3

Lehrtext          Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Römer 10,12

                                                                                                         

Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

 

Endlich dürfen wieder Familienfeiern stattfinden.  Die Restaurants haben für Gesellschaften geöffnet. Nach siebenmonatiger Pause gibt es wieder eine große Hochzeitsfeier.

Gut 100 Gäste sind gekommen.

Es ist Punkt 19.00 Uhr als der Bräutigam feierlich verkündet: „ Das Buffet ist eröffnet.“

Eine Flügeltür zu einem Nachbarraum wird geöffnet. Dort ist das Buffet aufgebaut. Als die ersten den Raum betreten entsteht ein Geraune. Und einer ruft laut. Das reicht doch niemals für alle.

Und der Bräutigam greift nochmal zum Mikrophon. Er sagt: Ich bin zwar sehr großzügig. Aber meine Großzügigkeit reicht heute nur dazu, dass Frauen und Kinder satt werden. 

Den Männern tut ein Fastentag sicher gut.  

Gab es wohl in Rom eine Diskussion. Die Einen sagten. Gott ist zwar großzügig, aber seine Gnade ist begrenzt für eine Schar von Auserwählten. Einer ruft die Zahl „144000.“ Weshalb 144000 ?

Weil doch Israel zwölf Stämme hat und aus jedem Stamm werden 12000 erwählt. „Schade- für Griechen ist da kein Platz im Himmelreich. Das könnte euch so passen, rufen die Griechen: Ihr Juden habt doch Jesus nicht als Christus anerkannt. Wir sind reich beschenkt mit dem Geist der Erkenntnis und der Wahrheit. Deshalb sind nur wir auserwählt.

 

Paulus greift ein: Juden und Griechen sind von Gott erwählt. Und das Heil das Jesus Christus erwirkt hat, reicht für alle. Da gibt es keine Grenzen. Römer 10, Vers 12, könnte das Motto für die weltweite Ökumene sein. Es kommt nicht darauf welchen Anteil an Erkenntnis und Glauben eine Konfession hat, sondern es kommt auf den Reichtum der Gnade und Barmherzigkeit Gottes an.

Bittet nur, so wird euch gegeben. Denn „Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft“.  Und hört auf anderen abzusprechen, dass sie von Gott erwählt sind. Und das sollte nicht nur im Weltkirchenrat gelten, sondern im Dialog zwischen den Religionen.

 

Gesangbuch Nr. 506

 

1 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege,

die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege:

so weiß ich, von Bewundrung voll,

nicht, wie ich dich erheben soll,

mein Gott, mein Herr und Vater!

 

4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere.

Bringt, ruft auch der geringste Wurm,  bringt meinem Schöpfer Ehre!

Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,

mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;

bringt unserm Schöpfer Ehre!

 

5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet,

der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet:

der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,

ist sich ein täglicher Beweis

von deiner Güt und Größe

 

Text: Christian Fürchtegott Gellert 1757

Melodie: Bis hierher hat mich Gott gebracht (Nr. 329)

Andacht zum 3. Mai 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 3. Mai 2021

Losung;           Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite.  2.Samuel 22,19-20

 

Lehrtext:         Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm:                   Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.  Matthäus 9,9

 

                                                                                                          Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

 

Zöllner haben einen Namen. Der eine heißt Matthäus, der andere Levi, der nächste Zachäus. Zöllner haben es zu etwas gebracht.  Sie haben Häuser,.einen Koch und eine Haushälterin. Zöllner können sich frisches Obst und Gemüse leisten und haben oft die besten Stücke von Lamm und Rind auf dem Speiseteller, auch Fisch. Dazu immer einen guten Becher Wein.

Wird ein Zöllner krank, dann kann er sich die besten Ärzte und teure Medizin leisten.   

Zöllner haben eine Namen in der Bibel.  Aussätzige und von Dämonen Besessene auch Blinde Stumme, Taube und Lahme haben eher selten einen Namen.

Wenn man über Zöllner redete , dann nannte man wohl eher nicht den Namen und sagte, dieser Mistkerl, dieser Halsabschneider. Gerne auch Blutsauger oder Aasgeier. Solche Namen muss man sich verdienen. Und auch, dass alle die Straßenseite wechseln , wenn ein Zöllner durch die Straße stolziert.  Manchem Zöllner schlägt es aufs Gemüt, dass er behandelt wird, wie ein Aussätziger. Die hochanständigen Pharisäer, die Frommen nennen Zöllner und Sünder in einem Atemzug.

Hat jemals ein Schriftgelehrter einen Zöllner in der Synagoge gebeten die Lesung zu übernehmen?

Unvorstellbar. Und Jesus, den viele für einen Rabbi halten, manche auch für einen Propheten: Was macht der? Der beruft Jünger – ungebildete Fischer – Analphabeten, und jetzt auch noch einen Zöllner. Das werden ja lehrreiche Debatten über ethische Fragen des Fische Ausnehmens, des Geldeintreibens und Betrügens. Jetzt fehlen in diesem illustren Kreis nur noch eine Prostituierte und ein Terrorist. Jesus antwortet auf diese Vorwürfe: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. …….. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“

 

Wenn Corona weicht, dann kann Kirche vielleicht wieder das sein oder werden, was es sein soll:

Ein Kurort, in dem jede und jeder, der es nötig hat  ein  Bad im heilenden Meer der Liebe Gottes nehmen kann.  Dann lese ich das Losungswort: Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite. Das wird König David zugeschreiben. Aber Jesus der Sohn David, öffnet und weitet die heilende Kraft Gottes über die Grenzen religiöser und sozialer Schichten hinaus.

 

 Gesangbuch Nummer 600 :

 

1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich.

    Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.

    Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.

 

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich.

    Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich.

    Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich.

 

3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.

    Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.

    Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.

 

4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.

    Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.

    Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.

  

Text: Eugen Eckern 1981

Predigt zum Sonntag, 2. Mai 2021 (Kantate)

Predigtgedanken zum Sonntag Kantate 2021

 

Der Predigttext: 

Lukas 19,37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! 40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Wenn es Gottesdienste gebe, und wenn das Singen möglich wäre am Sonntag Kantate, ich hätte wohl „ Jesus Christus herrscht als König“ ausgesucht. Und gerne, weil ich das Lied so mag: Nr. 272   „Ich lobe meinen Gott“ Vielleicht, auch um mal wieder in einem Gottesdienst Gitarre zu spielen, „Kleines Senfkorn Hoffnung“

Jesus ist mehr als ein kleines Senfkorn Hoffnung. Dort wo er auftrat hat er seine Vollmacht gezeigt. Er ist bei seine Jüngern , und nach Lukas  waren es weitaus mehr als 12 , der Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft.  Ihm gehören die Sympathien des einfachen Volks.

Sie nannten ihn „Meister“- Ihm trauten sie zu , dass er alle Problem meistert

Armut , Ungerechtigkeit, Unfrieden, Unzufriedenheit, Krankheit.

Sie nannten ihn Sohn David und König und erwarteten von ihm, dass er über seine Gegner triumphiert.  Sie singen ihm aus vollem Herzen die schönsten Loblieder.

Vom Ölberg aus erwartet man den Messias . Jesus reitet vom Ölberg in die heilige Stadt. Ungeduldig fragen sich die ersten, wann werden die frommen Lieder endlich zum Kriegsgeschrei zum Aufruf zum Umsturz, zur Revolution, zur Befreiung.  Befreiung Israels vom  Bösen.

Das Böse trug einen Namen. Die Römer . Die Römische Besatzung unter dem rücksichtslosen Pontius Pilatus galt als das Böse schlechthin. Dazu die korrupte Priesterklasse-  und die königlichen Beamten- die den Druck der Römer weitergeben. Sie waren Komplizen des Bösen. Und selbst die Pharisäer wenden sich gegen den Retter, den Heiland, den Messias.

Sie reden Jesus als Meister an, der seine Lehrlinge zum Schweigen bringen soll.

Besser wenn der Messias inkognito nach Jerusalem kommt.

Der Meister kommt nach Jerusalem.

Die Zeit ist reif für die Entscheidung.

Die Erwartungen wurden enttäuscht.

Jesus erwies sich nicht als der neue David, der nicht mehr  Goliath sondern den römische Kaiser erschlägt. Seine Macht liegt auf einer anderen Ebene:

Die Liebe ist lächerlich.

Sie reitet auf einem Esel über ausgebreitete Kleider.

Man soll sie hochleben lassen, mit Dornen krönen und kurzen Prozess machen .

Sie ballt nicht die Faust.

Sie steigt nicht herab. Sie hilft sich nicht selbst .

Sie dient als Kugelfang.

Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit.

Sie ergreift Partei für die Ausgebeuteten.

Daher ist es lebensgefährlich , sich mit ihr einzulassen.
Sie könnte nämlich Bewusstsein bilden und den Lauf der Dinge durchkreuzen,

Nun aber bleibt Glaube , Liebe, Hoffnung , diese drei.

Aber die Liebe ist das schwächste Glied der Kette, die Stelle,

an welcher der Teufelskreis bricht.

Eva Zeller   „Sage und schreibe. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1971

 

 

Es ist eigentlich alles so einfach und klar:

In Jerusalem zeigt sich: Jesus bleibt Meister der Herzen und König der Seelen- und wenn Menschen ihm ihr Herz schenken und ihre Seele von ihm befreien lassen, wird die Welt eine andere. Jesus hat gesiegt, weil er sich nicht auf Gewalt und Terror eingelassen hat –

Und so wird der andere König zum schwächsten Glied in der Kette an der die Teufelskreise dieser Welt zerbrechen sollen.

 

MEDITATION

Ein neues Lied singen, das will ich.

Die alte Leier ersetzen,

befreit werden vom Ohrwurm, der mich quält,

eine neue Melodie finden.

Ein neues Lied singen, das kann ich.

Du, Gott, legst es mir auf die Lippen,

dein Geist lässt mich wieder fröhlich sein

und meinen Mund lachen.

Ein neues Lied singen, das wage ich.

Ich lasse mir nicht den Mund verbieten,

stimme ein in das Lied deiner Schöpfung, Gott,

und singe dir zur Ehre.

Ich singe ein neues Lied.

Ich singe es mit der Nachtigall,

stimme ein in den Hauch des Windes und das Brausen der Wellen.

Ich singe mit aller Kreatur,

die nicht schweigen kann, um dich, Gott, zu loben.

 

FÜRBITTEN

Ein frohes und dankbares Lied fällt uns nicht immer leicht.

In unser Danken bricht oft die Klage,

in unsere Freude die Sorge.

Wir bitten dich, dass wir trotz allem,

was unser Leben verdunkelt,

deine Liebe wahrnehmen und deine Treue spüren.

Wir bitten dich für die Menschen,

denen Leid und Sorgen den Mund verschlossen haben,

dass sie nicht mehr singen, sondern nur noch seufzen können.

Lass ihnen dein Licht leuchten,

damit die Schatten aus ihren Herzen weichen.

Wir bitten dich für die Mutlosen und Einsamen,

die Kranken und die Trauernden,

die dich nicht mehr loben können, sondern weinen.

Trockne ihre Tränen und schenke ihnen wieder Hoffnung.

 

Meditation und Fürbitten aus: aus  Stephan Goldschmidt •

Denn  du bist unser Gott“  Gebete, Texte und für die Gottesdienste des Kirchenjahres /2018 Neukirchener Verlagsgesellschaft  Seiten 177 und 178

Andacht zum 30. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 30. April 2021

Losung;            Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein.  Jesaja 9,6

Lehrtext          Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus                                  Christus, welcher ist Herr über alles.  Apostelgeschichte 10,36

 

                                                                                                          Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

Es ist 20.00 Uhr. Die Tagesschau beginnt. Natürlich wird wie seit mehr als einem Jahr die Covid-19- Pandemie das beherrschende Thema sein. Die Meldung heute ist jedoch mehr als überraschend. Der UN-Sicherheitsrat und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben gemeinsam beschlossen:  Bis zum Ende des Jahres 2021 sollen  auf Grund der Risiken einer Covid-19 Infektion sämtliche Kriege, militärische Aktionen und Militärparaden ausfallen sollen und auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Wenn schon Fake-News, dann wünsche ich mir solche. Man wird ja noch träumen dürfen.

1980 hat Helmut Schmidt den Satz gesagt: „Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen.“

 

Im 9.Kapitel ist die wunderbare Vision des Propheten Jesaja bewahrt. Weil er nicht zum Arzt gegangen ist, sondern die Vision von einer Zukunft im Weltfrieden als Gottes Plan verkündet hat.

„Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende.“    

 

Simon Petrus (der Fels) war nicht gerade ein Visionär. Eher konservativ bis starrsinnig, wie die meisten seiner Nachfolger auf dem Heiligen Stuhl in Rom. Noch in Israel besucht Petrus die Gemeinde in Joppe. Und dort hat er einen Traum. Ein Tuch ist ihm vom Himmel erscheinen, und in dem Tuch eingewickelt waren ekelerregende Tiere. Hummer und Krebse unreine Vögel. Eine Stimme vom Himmel sprach zu Petrus: „ Steh auf und iß“

Als Petrus diesen Traum erzählte, wurde den Anwesenden beinahe übel. Sie dachten daran wie auf dem Marktplatz solch unreines Getier den ungläubigen Römern für viel Geld verkauft wird.

„Was Gott für rein erklärt hat, das sollst du nicht für unrein erklären“, sagte die Stimme aus dem Himmel im Traum zu Petrus, als dieser sich weigerte zu essen.

Noch während sie da saßen und versuchten den Traum zu deuten, kam ein Fremder an die Tür.

Er brachte eine Einladung. Ein römischer Hauptmann aus Cäsarea, namens Kornelius, bat Petrus zu sich. Ein römischer Hauptmann! Ein Ungläubiger! Einer von denen, die Jesus ans Kreuz gebracht haben. Soll das eine Falle sein? Alle beschworen Petrus nicht dort hinzugehen. Trau keinem Römer. Und selbst wenn er es ehrlich meint, so geraten wir bei den Juden in Verruf. Sie werden befürchten, dass wir nun gegen den hohen Rat intrigieren.

Und doch geht Petrus. Er überbringt eine Friedensgruß: „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus.“ Und so wird Kornelius der erste Heide,

der getauft wird und sich zu Jesus Christus bekennt.

                                                                                              Rolf Schuld  Passchuld@aol.com

Gesangbuch Nummer 669

 

1. Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt,

lass mich auf deine Brücken trauen, und wenn ich gehe, geh du mit.

 

3. Ich möchte gern dort Hände reichen, wo jemand harte Fäuste ballt.

Ich suche unablässig Zeichen des Friedens zwischen Jung und Alt.

 

4. Ich möchte nicht zum Mond gelangen, jedoch zu meines Feindes Tür.

Ich möchte keinen Streit anfangen; ob Friede wird, liegt auch an mir.

Text: Kurt Rommel 1963

 

Andacht zum 29. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 29. April 2021

Losung;            Mose wollte den HERRN, seinen Gott, besänftigen und sprach:

                        Ach, HERR, kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils                            gereuen, das du über dein Volk bringen willst.  2. Mose 32,11.12

Lehrtext:          Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater,

                        Jesus Christus, der gerecht ist. 1. Johannes 2,1

 

Wenn mich jemand fragen sollte: „Lieber Pastor Schuld, können sie mir empfehlen, die ganze Bibel einmal ganz von vorne bis hinten durchzulesen?“ Ich würde überlegen, ob derjenige seelisch so gefestigt ist, dass er die Lektüre übersteht, ohne entweder vom Glauben abzufallen, oder sich zu radikalisieren.

2.Mose 32 gehört zu den bekanntesten Geschichten der hebräischen Bibel.

 

Die Geschichte vom Goldenen Kalb.

Mose steigt auf den Berg Sinai. Er empfängt die beiden Tafeln mit den Zehn Geboten von Gott. In den 40 Tagen seiner Abwesenheit schaffen die Israeliten ein Goldenes Kalb und beten es als sichtbaren Götzen an. Der Tanz ums Götzenbild und das Geschrei deuten auf sexuelle Handlungen im Rahmen eines Fruchtbarkeitskults hin. Gottes Zorn entbrennt.Er will das Volk Israel vertilgen.

Hier folgt die Tageslosung. Mose will Gott besänftigen, ihn von seinem Vorhaben Israel auszulöschen abhalten. Auch Mose ist wütend. Er zerbricht die Tafeln mit den Geboten.

Gott Jahwe: Zuerst jähzornig, dann inkonsequent. Folgt also das Happy – End? Verschont Gott Israel,

siegt seine Barmherzigkeit über seinen Zorn? Wohnen, ach zwei Seelen in Gottes Brust?

 

Für die Bibelkundeprüfung im Studium habe ich die Bibel zweimal vom Anfang bis zum Ende durchgearbeitet. Das ist fast 40 Jahre her. Aber durch die christliche rosarote Brille betrachtet, die Gott immer als väterlichen Freund sieht, der liebevoll, barmherzig und unendlich gnädig ist, habe ich viele Bibelstellen nach und nach verdrängt. „Mose 32 endet übrigens so. Mose trennt die Spreu vom Weizen.

Die Leviten, die keine oder geringe Schuld auf sich geladen hatten werden zum Richter und Henker über die anderen. Ob die Leviten aktiv das Anfertigen des Goldenen Kalbs verhindern wollten, oder es nur passiv zuließen wird nicht klar. Jedenfalls werden sie 3000 Israeliten die größere Schuld auf sich geladen abschlachten heißte es in dem Kapitel. Und auch Gott lässt nicht einfach Gnade vor Recht gelten.

Er sagt: 2.Mose 32 ,34 „Ich werde aber ihre Sünde heimsuchen, wenn meine Zeit heimzusuchen gekommen ist. 35 Und der HERR schlug das Volk, weil sie sich das Kalb gemacht hatten, das Aaron angefertigt hatte.“

Ich bin weder vom Glauben abgefallen noch habe ich mich radikalisiert. Es bereitet mir aber Sorge, dass in Amerika Milizen, die sich aus evangelikalen Kreisen rekrutieren, entstanden sind. Hassprediger könnten solche Bibelstellen als Aufruf zur Gewalt gegen Andersgläubige oder Ungläubige ansehen. Der Apostel Paulus rechnet mit dem Zorn Gottes und nutzt das nicht um Angst zu schüren, sondern um für Nachfolge des Fürsprechers Jesus Christus zu werden. Für mich eine der stärksten und beeindruckendsten Stellen der Bibel

Römer 12. Vers 7 ff. 17 „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). 21

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

                                                                                                          Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nummer 413

 

1. Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt, daraus ein schönes Brünnlein quillt,

die brüderliche Lieb genannt, daran ein Christ recht wird erkannt

 

5. Wie Gott lässt scheinen seine Sonn und regnen über Bös und Fromm,

so solln wir nicht allein dem Freund dienen, sondern auch unserm Feind.

 

8. O Herr Christ, deck zu unsre Sünd und solche Lieb in uns anzünd,

dass wir mit Lust dem Nächsten tun, wie du uns tust, o Gottes Sohn.

Text: Nikolaus Herman (1560) 1562M

Andacht zum 28. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 28. April 2021

Losung :           Ich hatte Ephraim laufen gelehrt und sie auf meine Arme genommen.

                        Aber sie merkten nicht, dass ich sie heilte. Hosea 11,3

 

Lehrtext          Seid euch bewusst, dass die Langmut unseres Herrn eure Rettung bedeutet.

                        2.Petrus 3,15

 

Bestimmt kennen sie die Werbung. Ein Junge oder in einem anderen Werbefilm ein Mädchen sind sehr hilfsbereit anderen gegenüber. Die Mutter fragt, was soll aus diesem Kind bloß werden? Und dann zeigt man Junge oder Mädchen als Erwachsene, die als Optiker*in einem Kunden eine Brille anpassen. Werbung für Brillen Fiel……sie wissen schon! Vor 2700 Jahren in Israel war die Frage , was soll aus einem Kind bloß werden unvorstellbar. Das Kind eines Hirten wurde Hirte, das Kind eines Zimmermanns wurde  Zimmermann, der Sohn eines Kaufmanns wurde Kaufmann. Ein Mädchen wurde Mutter, hütete das Haus und half vielleicht auf dem Feld. Und jedes Kind einer jüdischen Mutter war Jude. Und so wie Eltern den Kindern das Laufen lernen, so wurden ihnen die Gebote Gottes, die Thora weitergegeben und aufgetragen. Gottes Gebote die aus Menschen bessere Menschen und aus einer Gemeinschaft eine bessere Gemeinschaft machen soll.

Wenn Kinder laufen können, können sie auch aus dem Ruder laufen. Der Prophet Hosea wirkte im Nordreich.  Ephraim ist Bezeichnung für das Nordreich Israel. Gott hat Israel das Laufen gelehrt, aber es ist weggelaufen von Gott und anderen Göttern nachgelaufen. Gott hat ihnen Gebote gegeben, die soziale Ungerechtigkeiten mildern. Aber die Reichen und Mächtigen haben ihrem Egoismus freien Lauf gelassen.  

Wer nicht hören kann muss fühlen. Die Mutter schreit: „Nein, der Topf ist heiß. Fass ihn nicht an.“

Das Kind hört nicht und verbrennt sich die Finger. Lernt das Kind, dass das Verbot der Mutter nicht böse gemeint ist, sondern das Kind vor Schmerz schützen will? Wenn ich mir die zehn Gebote anschaue, dann höre ich zu jedem asozialen Verhalten : Gottes „Nein!“ Keine anderen Götter haben,  Gottes Name nicht missbrauchen, sich nicht totarbeiten, ,  das Leben von  alten schwachen Eltern achten, nicht  töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, keine Unwahrheiten in die Welt setzen, um sich Vorteile zu verschaffen und nicht neidisch und gierig sein.   

Einfach und zeitlos sind die Gebote und so heilsam für das Zusammenleben von Menschen.

Aber sie merkten es nicht. Wer nicht hören kann muss fühlen. Das Unrecht und den Unfrieden, und alles Unheil der in der Welt. Manchmal nahe am Untergang, aber durch Gottes Langmut/ Geduld gerettet, um Generation für Generation einen Neuanfang zu gewähren. 

Rolf Schuld    passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nummer 342

 

1. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte;

die Werk, die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten.

Der Glaub sieht Jesus Christus an, der hat für uns genug getan,

er ist der Mittler worden.

 

2. Was Gott im G’setz geboten hat, da man es nicht konnt halten,

erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten;

vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G’setz erfordert allermeist;

es war mit uns verloren.

 

3. Doch musst das G’setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben.

Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden;

das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt,

der über uns ging alle.

Andacht zum 27. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 27. April 2021

Losung             Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.

                        Jesaja 41,9

Lehrtext           Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Römer 11,1

 

Ich habe die Andachten nicht gezählten, die ich zur Losung und zum Lehrtext seit vergangenem Jahr geschrieben habe. Vor allen Dingen prophetische Texte haben nicht, an zum Teil drastischer Kritik an der Untreue des Gottesvolks Israels, gespart. Gleichzeitig wird jedoch auf eindringliche Weise betont, dass Gott zu seiner Erwählung- zu seinem Bund mit Israel treu und zuverlässig steht.

So mit einem schlichten und dabei klarem Wort bei Jesaja

„Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.“  

Paulus, selbst Jude, frommer Pharisäer, der Christen verfolgte.

Christus hat diesem Juden in Damaskus die Augen geöffnet für Glaubenswahrheiten, die durch Kreuz und Auferstehung Christi den jüdischen Glauben in einem neuen Licht erschienen ließen. Aber die Begegnung mit Christus hat den Christen Paulus nicht für die Gnade blind gemacht, die  Israel zugeteilt geworden ist. Er nennt Kindschaft- Herrlichkeit, Bundschlüsse, Gesetz, Gottesdienst und Verheißung. Paulus leidet sehr darunter, dass die Mehrheit der Juden trotz dieser Begnadung nicht in der Lage ist den Neuen Bund – das neue Testament – das Evangelium in Christus anzunehmen. Paulus hat diese Verblendung an sich selbst erlebt, als er Christen verfolgte. Er beklagt diese Verblendung, aber er verurteilt sie nicht, und vor allen Dingen spricht er Israel nicht ab, dass sie weiterhin Anteil an der Erwählung durch Gott haben.

 

Paulus hat durch seine Hinwendung zu den Heiden, ich sag das mal so flapsig, den Boden der jüdischen Grundordnung immer mehr verlassen. Aber er hat seiner gefühlsmäßigen Bindung an den Glauben der Väter nicht verloren. Und so proklamiert er nicht, dass Israel verstoßen wurde und sich Gott in Christus nun den Heiden zuwendet. Die Zuwendung Gottes Israel gegenüber bleibt bestehen.

In dem Buch von  Klaus Berger  „Gottes einziger Ölbaum“  Stuttgart 1990 2. Auflage 1997  deutet der Autor Römer 11 mit diesen Worten: (Seite 220)

Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? (11,1) Treu zur Verheißung Gottes Volk sind nicht nur wir. Sein Volk sind vielmehr in erster, in allererster Linie andere, »die Juden«. Israel ist durch nichts zu enterben, nicht einmal durch Gott selbst.  Gott hat sich gebunden, sich festgelegt für immer. Seine Zusage an Israel ist stärker, fester als alle Verfehlung und auch als aller Unglaube Israels.

Selbst noch Abrahams geringstem Enkel und Urenkel, mag er auch noch so schuldbeladen sein, gilt Gottes Treue. Seine Zusage wird sie- gen; er wird des Bundes gedenken. Denn er wäre nicht Gott, ließe er sich von seinem Versprechen abbringen.

…………….      Ältere Geschwister

Vielleicht ärgert es uns Heidenchristen, daß wir nicht primär Gottes Erwählte sind.

Daß wir immer einen älteren Bruder vor uns haben - Israel. Daß uns immer eine ältere Schwester vor die Nase gesetzt ist — die Synagoge, mit unverletzlichen Rechten. Wir haben uns an diesen Rechten geärgert, wollten den Vater allein für uns haben. Und wir haben es auch aus diesem Grund bis zum Geschwistermord gebracht. Auch aus diesem Grunde. Wir waren wahn- sinnig eifersüchtig.

Aber in Wirklichkeit darf man doch froh sein, wenn man einen älteren Bruder, eine ältere Schwester hat. Viele Menschen wünschen sich ältere Geschwister. Die einem erzählen können, wo die Eltern vorher gewohnt haben, oder wie es war, als die oder der noch lebte.

Ältere Geschwister, die die Eltern schon länger kennen und eher wissen, wie sie sind und wie sie reagieren.

                                                                                              Rolf Schuld passchuld(at)aol.com

Gesangbuch Nr. 290:

1. Nun danket Gott, erhebt und preiset die Gnaden, die er euch erweiset,

und zeiget allen Völkern an die Wunder, die der Herr getan.

O Volk des Herrn, sein Eigentum, besinge deines Gottes Ruhm.

 

5. Gott zog des Tages vor dem Volke, den Weg zu weisen, in der Wolke,

und machte ihm die Nächte hell;  ließ springen aus dem Fels den Quell,

tat Wunder durch sein Machtgebot und speiste sie mit Himmelsbrot.

 

6. Das tat der Herr, weil er gedachte des Bunds, den er mit Abram machte.

Er führt an seiner treuen Hand sein Volk in das verheißne Land,

damit es diene seinem Gott und dankbar halte sein Gebot

Predigtgedanken Apostelgeschichte 17, 22-34 - Sonntag, 25. April 2021

 

Predigtgedanken Apostelgeschichte 17, 22-34

 

Freut euch – Jubilate- so lautet der Namen des Sonntags, der aus dem Wochenpsalm (Ps 66) entnommen ist .

Die Freude der österlichen Zeit und der Sieg Jesu über die Macht des Todes klingen hier an.

 

In unserem Predigttext begegnet der christliche Glaube in der Predigt des Paulus dem  griechisch-philosophischem Denken und Götterglauben.

Es ist nicht leicht für uns den Glauben in eine zeitgemäße Sprache zu bringen.

Vor dieser Aufgabe stand auch der Apostel Paulus bei seinem Zwischenstopp auf seiner zweiten Missionsreise in Athen.

Athen war einmal eine blühende Metropole.

Hier waren die Götter in ihren Tempeln zu Hause.

Mit der Besetzung durch die Römer sank die Stadt fast in die Bedeutungslosigkeit ab. Aber die Sehnsucht der Bewohner nach Lehren für ein glückliches und  sinnerfülltes Leben blieb ungebrochen.

Wie kann man da den christlichen Glauben so predigen, dass die Athener ihn in ihrer Gedankenwelt verstehen?

Paulus ging in die Synagoge und predigte dort. Aber was tun in der verbleibenden Zeit?

Er ging durch die Straßen und sah eine Galerie von kleinen und großen Tempeln für die verschiedenen Gottheiten, die dort von den Athenern angebetet wurden und denen man Opfer brachte, damit diese ihnen wohlgesonnen blieben. Darunter war ein Tempel, der dem “unbekannten Gott“ gewidmet war.

Die Athener wollten so  sicher sein, dass sich keine Gottheit vernachlässigt fühlte und ihnen deshalb zürnte.

Paulus ärgert sich darüber.

 Die Leute werden aufmerksam.

 Es kommt zum Streit.

Die örtliche Übersetzung dessen, was die Athener sagen  lautet “ Was will und diese Saatkrähe sagen?“

Um die Athener für das Evangelium zu gewinnen ist es nicht ratsam mit Ärger anzufangen.

Paulus wählt einen anderen Weg. „ Ihr Athener, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt „ .

 Er respektiert ihre Religion und nimmt ihre Vorstellungen ernst. Paulus hat sich und sein Urteil über die Athener zurückgenommen. Es ist diese Haltung, die einen Dialog erst möglich macht.

Jetzt sucht er einen Anknüpfungspunkt und findet ihn  auch.

„Ich fand einen Altar, auf dem geschrieben stand: Dem unbekannten Gott. Ich verkünde euch, was ihr unwissend verehrt.“

Nun werden die Athener hellhörig.

Paulus wiederum sucht nun nach Gemeinsamkeiten zwischen ihrem und seinem Glauben.

Er spricht aus, was verbindet.

Paulus überträgt seinen Glauben in die Gedankenwelt und Sprache der Griechen.

Gott ist der Herr des Himmels und der Erde. Er wohnt nicht in von Menschenhand gemachten Tempeln. Paulus zitiert sogar ihre Philosophen.“ Wir sind nicht von seiner – Gottes- Art.“ Keinem von uns ist Gott fern. In ihm leben, weben, sind wir. Unsere Menschenaufgabe ist es , ihn zu suchen. Darin stimmen wir überein.

Zu einem ehrlichen und weiterführenden Dialog gehört es aber auch die Unterschiede zu benennen.

Und so erzählt Paulus von den Unterschieden, es geht nicht darum, das wir opfern, sondern unser Gott hat sich selbst für uns in Christus geopfert .

Durch diesen Christus ist er uns nahe gekommen und hat uns gelehrt, was er von uns erwartet, und was uns dient.

Gott hat Jesus von den Toten auferweckt.

 Mit der Auferweckung stellt Paulus diesen Jesus in den Rang ihrer Götter, die unsterblich sind.

Eine ungeheuerliche Behauptung für die Ohren der Athener.

Und so eben nicht für viele hinnehmbar.

Kein riesiger Missionserfolg also.

So ist es eben, nicht alle unsere Bemühungen sind von Erfolgen gekrönt.

Paulus –  auch das lernen wir von ihm – ging aus ihrer Mitte - und respektierte ihre Entscheidung. Vom anfänglichen Zorn hören wir nichts mehr.

2000 Jahre später ist es nach wie vor unsere Aufgabe, den ja auch uns selbst manchmal unbekannt gewordenen Gott in unserer Gedankenwelt verständlich zu machen und das Vertrauen auf ihn anzubieten.

Und darauf zu hoffen, dass wir es so tun, dass es Menschen annehmen können.

Von Paulus lernen wir, uns auch von tatsächlichen oder scheinbaren Misserfolgen nicht beirren zu lassen.

 

 

Gebet

Gott, gestärkt durch deine Güte, begleitet durch dein Wort , gesegnet mit deiner Kraft lass uns mit Dank und frohen Herzen in diese neue Woche gehen.

Amen

 

 

 

 

Andacht zum 24. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 24. April 2021

            Losung:  Ich, der HERR, habe dich gerufen, dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker.

Jesaja 42,6.7

Lehrtext:  Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! Markus 10,49

 

Dieser Bartimäus ist eine Nervensäge. Tagaus, tagein sitzt er vor der Synagoge in Jericho und jammert. „ Ich bin blind. Ich bin so arm dran. Niemand hat Mitleid mit mir. Niemand hilft mir.“

Man sagt ihm: „Anderen geht es genauso schlecht, und die jammern nicht ohne Ende. Einer Nervensäge wie dir will doch niemand helfen.“    

In der Synagoge wird heute Jesus erwartet. Er hat seine Jünger bei sich. Da kommen sie. Bartimäus fängt wieder an zu brüllen: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

„Sei still,“ fährt man ihn an. Doch der schreit weiter. „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Es ist nicht nur ein Wunder, dass Jesus den blinden Bartimäus heilt. Es ist ein Wunder, dass die Menschen, die vorher in Bartimäus nur eine jammernde Nervensäge gesehen haben nun mitfühlend und hilfsbereit werden. „Sei getrost, steh auf! Er ruft dich.“ Und dann noch ein Wunder: Bartimäus der sich auf sein Leid, seine Blindheit reduziert hat, der als einzigen Wunsch hat, sehen zu können folgt Jesus. Nachdem er geheilt ist, wird er zum Jünger. Heil sein bedeutet mehr als sehen zu können. Heilung findet man beim Heiland, beim Knecht Gottes – der Menschen aus dem Gefängnis der Ich-Sucht befreit.   

Im ersten Gottesknechtlied Jesaja 42 wird der Gottesknecht von Gott berufen. Im vierten Gottesknechtlied (Jesaja 52-53) wird er zur Schlachtbank geführt und stirbt als Opfer für die Sünde der Menschen. Jesus Christus erscheint als Rekarnation des prophetischen Gottesknechts. In Ihm zeigt sich, dass Heilung mehr bedeutet, als frei von gesundheitlichen Beschwerden zu sein.

 

Heil wird, wer Gottes Gnade und Barmherzigkeit annimmt.

 

 

   

Rolf Schuld passschuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nummer 250 Ich lobe dich von ganzer Seelen

 

1. Ich lobe dich von ganzer Seelen,

dass du auf diesem Erdenkreis

dir wollen eine Kirch erwählen

zu deines Namens Lob und Preis,

darinnen sich viel Menschen finden

in einer heiligen Gemein,

die da von allen ihren Sünden

durch Christi Blut gewaschen sein.

2. Du rufest auch noch heutzutage,

dass jedermann erscheinen soll;

man höret immer deine Klage,

dass nicht dein Haus will werden voll.

Deswegen schickst du auf die Straßen,

zu laden alle, die man find’t;

du willst auch die berufen lassen,

die blind und lahm und elend sind.

 

Text: Friedrich Konrad Hiller 1711

Andacht zum 23. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 23. April 2021

Losung            Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt. Jesaja 7,4

Lehrtext          Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!   1.Korinther 16,13

 

Gestatten, mein Name ist Ahas. Ich war nur 20 Jahre alt, als ich nach eurer Zeitrechnung, 735 vor Christus zum König von Juda wurde. Mein Vater Jotam war 25 Jahre alt als er König wurde.

Die 16 Jahre, die er regierte waren eine gute Zeit für unser Land. Und jetzt nachdem mein Vater starb, rotten sich die Aramäer, und die aus dem Nordreich zusammen. Sie nehmen uns in die Zange.

Sie stehen schon vor den Toren Jerusalems. Ich habe doch keine Erfahrung mit solchen Krisen. Ich bin mehr Diplomat als Heerführer. Meine Militärberater sagen, wir sind zu schwach um eine Belagerung lange abzuwehren. Wir bräuchten einen starken Verbündeten wie Assyrien.

„Weshalb sollte Tiglat-Pileser uns helfen?“  habe ich gefragt. „Du bist doch der König von Judäa und hast den Schlüssel für die Schatzkammer des Tempels. Verspreche dem König von Assyrien reiche Belohnung. Du wirst sehen, er wird der Verlockung nicht widerstehen können.

Tja, und dann steht dieser Prophet dieser Jesaja bei mir. Der weiß natürlich alles besser als meine Fachleute. Aram und Israel sind selbst klein und schwach. Fürchte dich nicht vor diesen. Assyrien wird die große Gefahr für Judäa sein.  „“Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt“ sagt Jesaja. Die Worte Jesaja hatten einen gewissen Unterton. „ Du bist kein Mann, sondern eine Memme. Ein Schwächling der vor Angst nicht klar denken kann, und sich nur auf einen Militärberater beruft.“ Das lasse ich mir nicht bieten. Wer ist dieser Jesaja, dass er mir Ratschläge geben will? Ein Mann Gottes? Welchen Gottes? Die Assyrer haben starke mächtige Götter, die ihnen halfen eine Weltmacht zu werden. Unser Gott macht uns klein und hilflos.

Ja ich bin mutlos. Mir fehlt der Mut auf Macht zu verzichten.

Ahas wird nicht auf Jesaja hören, und Judäa wird zum Vasallen Assyriens.

Im Lehrtext lese ich Worte aus dem Briefschluss des 1.Korintherbriefs. Sie klingen den Ermahnungen des Jesajas an Ahas sehr ähnlich. Wachet, seid mutig (im griechischen steht dafür ein Wort, das man mit männlich übersetzen müsste) und stark. Und des passt irgendwie nicht zum folgenden Vers 14 „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

??? Seid wachsam, männlich, stark? Boxt euch durch in Korinth? Steht im Glauben und lasst euch nicht von Zweiflern verunsichern? Zieht durch, was ihr für richtig haltet ???

Im Kommentar von August Strobel(Zürich 1989, Seite 269) zum 1.Korintherbrief heißt es. „Mannhaftigkeit und Starksein entsprechen dem alttestamentlichen Ideal, des in Gott gefestigten Menschen…“ Er soll über Kindisches hinauswachsen. Das sitzt am Ende. Die Korinther streiten sich wie Kinder über Kleinigkeiten. Die Spaltungen und Haarspaltereien machen die Gemeinde schwach und so verfehlen sie ihren einladenden Charakter auf die noch nicht Gläubigen.

 Als Vorbild stellt Paulus danach die Erstlinge voran. Menschen , die in Korinth zum Glauben gekommen sind, die einen „erwachsenen reifen Glauben“ entwickelt haben,der aus Glaube, Hoffnung und Liebe lebt.

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Gesangbuch Nummer 593 :

 

1. Mein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht

und führe mich zum Ziel, wie es dein Wort verspricht.

Lass mich Vertrauen fassen, auf dich mich zu verlassen.

Ich möchte dir gehören und deinen Namen ehren.

Mit dir zu leben, mach mich frei, mein Schöpfer steh mir bei.

 

3. Mein Tröster, gib mir Kraft, mach mich erwartungsvoll

und hilf mir zu bestehn, wo ich bestehen soll.

Mein Denken, Tun und Sagen lass mich auf Christus wagen,

dass ich mich mutig übe in wahrer Menschenliebe.

Du bist, der alles Gute schafft  mein Tröster, gib mir Kraft.

           

                                               Text: nach Johann Jakob Rambach 1729 von Detlev Block 1990

Andacht zum 22. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 22. April 2021

Losung            Die auf den HERRN sehen, werden strahlen vor Freude,

                        und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Psalm 34,6

 

Lehrtext          Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer 12,12

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Bis Dienstag war es rechnerisch noch möglich, dass mein „Verein“,

der FC Schalke 04, den Abstieg verhindert. Die Niederlage gegen Arminia Bielefeld hat nun den Abstieg besiegelt.

Das finde ich sehr schade, aber traurig macht mich, dass Fanatiker ihre Wut rücksichtslos auf Spieler und Repräsentanten des Vereins abladen. Beleidigungen, Drohungen, körperliche Angriffe haben im Sport und in der Gesellschaft nichts verloren.

Der Apostel Paulus ermahnt die christliche Gemeinde in Rom:

9 Die  Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.

10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich.

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

 

Vom Lehrtext  bis zum Verhalten von Fans im Fußball, das  scheint weit hergeholt.

Aber ich denke, es kommt im Leben miteinander auch darauf an, wie man mit Verlusten, Enttäuschungen, mit Wut und Ärger umgeht. Mit anderen Worten : „Schafft man es ein guter Verlierer zu sein?“ 

Die Worte im Römerbrief sind an eine Gemeinde gerichtet, in der eine Vielzahl von Konflikten herrschte. Wie im Losungswort geht es Paulus darum, den Blick von den Fehlern und Irrtümern der anderen, von den Sitten und Bräuchen, die einem fremdartig erscheinen, und die einen zur Weißglut bringen abzuwenden und sich stattdessen auf Gott – und auf den Herrn Jesus Christus auszurichten. Ja es geht auch darum, auf seine Rechte zu verzichten, um andere nicht zu verletzten.

Denen das gelingt werden strahlen vor Freude, statt wutentbrannt oder schamrot durchs Leben zu gehen.

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“

 

In schlechten Zeiten die Hoffnung nicht aufgeben. Geduldig bleiben, wenn die Leidenszeit kein Ende zu nehmen scheint. In der eigenen Ohnmacht an Gottes Macht zu glauben die ändern kann, was unabänderlich erscheint. Mein Leben, das Leben meines Nächsten und die Welt ins Gebet nehmen.

Übrigens: Ich werde weiter S04 - Fan bleiben und mit dem VFL - Bochum sympathisieren. 

Aber das ist und bleibt nur eine Nebensache.  

                                                                                               Rolf Schuld   Passchuld(at)aol.com

 

Gesangbuch Nr. EG 169 Der Gottesdienst soll fröhlich sein

 

1. Der Gottesdienst soll fröhlich sein. So fangen wir nun an.

Gott lädt uns alle zu sich ein und keiner ist dafür zu klein.

Singt nun Halleluja, Halleluja, Halleluja. So fangen wir nun an.

 

2. Wir hören jetzt auf Gottes Wort und davon leben wir.

Das wirkt im Alltag fort und fort begleitet uns an jedem Ort.

Singt nun Halleluja, Halleluja, Halleluja. Und davon leben wir.

 

3. Wir sagen Gott, was uns bedrückt. Er hört uns ganz gewiss.

Wenn er uns einen Kummer schickt, wenn uns mal nichts gelingt und glückt.

Singt nun Halleluja, Halleluja, Halleluja. Er hört uns ganz gewiss

 

Andacht zum 21. April 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 21. April 2021

Losung:            Siehe, ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends.  Jesaja 48,10

Lehrtext:          Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und                            verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem                                Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.  Lukas 6,22-23

 

Ich habe keinen Grund zu tanzen. Ich werde nicht gehasst, nicht geschmäht und muss keine Lästerungen ertragen, weil ich evangelischer Pfarrer bin. Ich gehöre nicht zu den vielen Menschen, deren Existenz im Lockdown gefährdet ist. Ich lebe nicht in einem Land, in dem Christen benachteiligt oder sogar verfolgt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob Christen in Nigeria, Nordkorea, Eritrea oder Somalia vor Freude tanzen, weil ihr Leben bedroht wird. Doch- eigentlich bin ich mir sicher: Sie tanzen, und feiern lebendige Gottesdienste. Wahrscheinlich sogar jetzt in Pandemie-Zeiten. Auch wenn es die Gefahr einer Ansteckung mit CoviD-19 gibt. Wir dagegen müssen keine unnötigen Risiken eingehen.

Im stillen Kämmerlein lässt es sich vortrefflich im christlichen Abendland leben. Jesus, seine Jünger- im Lukasevangelium sind es nicht nur 12 sondern später 70, die aus der vermeintlichen Idylle Galiläas in die „böse weite Welt“ gesandt wurden. In den Schmelztiegeln der Städte in denen Kulturen ( Römer, Griechen, Juden) aufeinander trafen waren die Lebensumstände vom Gegensatz von Armut und Wohlstand geprägt.  Hier passte die Liebesethik und  Friedensbotschaft der Nachfolger Jesu nicht zur hasserfüllten Stimmung.  

 

Ich stelle mir vor, wie eine junge Frau mit Kopftuch sich auf den Marktplatz stellt und mit fester Stimme ( und akzentfreiem Deutsch) alle aufruft im Ramadan zu fassten und alles Eingesparte der Wattenscheider Tafel und der Obdachlosenhilfe zu spenden. Die unweit des Fleischstandes von Kruse aufruft, überhaupt auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Die ihre muslimischen Glaubensgeschwister auffordert nicht nur samstags in die Moschee sondern auch sonntags in die christlichen Kirchen zu gehen (wenn es Gottesdienste wieder gibt) um den Willen zum Dialog zu demonstrieren. Die es dann noch wagt Erdogan für seine frauenfeindliche Haltung zu kritisieren. Und bevor es eskalieren kann verteilt sie noch Aufnahmeformulare für den Freundeskreis der Bochumer Synagoge. Es wäre leicht, die Frau als naive Spinnerin abzutun. Doch sie hat eine unerklärliche Autorität. Menschen vertrauen ihr. Zeitungen und Radiostationen berichten von der Frau zwischen den Stühlen. Sie wird in Talkshows mit Vertretern der etablierten Religionen eingeladen. Die Frau wird zur Gefahr.

So vor 2000 Jahren Jesus. Der Sohn eines Zimmermanns aus Nazareth. Was kann aus Nazareth schon Gutes kommen? Die im Glutofen (Schmelztiegel) des Elends lebten, setzen ihre Hoffnung auf ihn. Die Wohlhabenden suchen Auswege aus ihre Gewissensnot. Römische Soldaten haben Sehnsucht nach Frieden. Manch Schriftgelehrter staunt über seine Weisheit. Doch wie kann einer alleine Messias für alle sein. Einer allein wird für die Sünde aller Menschen am Kreuz sterben. Viele werden ihm als Märtyrer in den Tod folgen. Ihnen sei großer Lohn im Himmel gegönnt.

Gesangbuch Nummer 409

 

1.         Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen.

            Wohin er uns stellt,  sollen wir es zeigen:

            Gott liebt diese Welt!

 

5.         Gott liebt diese Welt. Durch des Sohnes Sterben

            hat er uns bestellt zu des Reiches Erben.

            Gott erneut die Welt

 

7.         Gott liebt diese Welt. Er wird wiederkommen,

            wann es ihm gefällt, nicht nur für die Frommen,

            nein, für alle Welt!                                       

                                                                                    Rolf Schuld Passchuld(at)aol.com

Andacht zum 20. April 2021

Losung:           Gott sprach zu Noah: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren                                 Nachkommen und mit allem lebendigen Getier, dass hinfort keine Sintflut mehr                           kommen soll, die die Erde verderbe. 1. Mose 9,9-10.11

Lehrtext:         Weicht nicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das                                  gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Kolosser 1,23

 

Das  kleine Raumschiff Erde zieht seine Bahn um die Sonne und dreht sich um die eigene Achse, wie die meisten Menschen sich nur um sich selbst drehen.  Die nach und nach ihren Kredit verspielen, weil sie auf Pump der kommenden Genrationen leben. Könnte es nicht sein, dass DER, der das alles geschaffen hat: Diese wunderbare Erde nicht nur für den Menschen, sondern für alles Lebendige, damit es fruchtbar ist und sich vermehren und die Erde mit lebendiger Vielfalt erfüllt, wieder eine allmächtige Qualitätskontrolle  durchführt kommt und Gott fragt: Ob das so noch weiter gehen kann mit der Erde und den Menschheit?  Wieder wird alles auf den Prüfstand gestellt: Läuft es noch läuft mit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit? Mit Nächstenliebe, Glaube und Hoffnung. Mit Frieden und der Bewahrung der Schöpfung?

Und dann kommt das Urteil: Das Raumschiff Erde ist wird zerbrechen. Man kann sie nur noch einstampfen. Vielleicht mit einem Asteroiden, der die Erde trifft oder einem Sonnensturm, der erst die Smartphones und Tablets zum Schweigen bringt, und dann die Atomreaktoren weltweit schmelzen lässt.  Oder der Schöpfer sagt: Dann fahrt die Erde doch selbst an die Wand, macht was ihr wollt. Mit einer weltüberspannenden Pandemie hat doch niemand gerechnet.

Wird es Zeit zu fragen. Sind Katastrophen ein Zeichen Gottes?  Eine Drohgebärde? Oder gar  schon die Überleitung zum letzten Akt des Weltenschauspiels, bevor der Vorhang  endgültig fällt.

Auftakt zum jüngsten Gericht.

Die Tageslosung erinnert uns an die die Sintflut.  Da war Gott am Werk.

Nach der Übersetzung Hoffnung für alle heißt es:

Nur Noah fand Gnade beim Herrn. Dies ist seine Geschichte:

Noah lebte , wie es Gott gefiel, und hörte auf ihn. Er tat nur, was in Gottes Augen gut war.

Die übrige Menschheit aber war vollkommen verdorben. Keiner wollte etwas von Gott wissen, niemand beachtete das recht und die Gesetze. Es gab nur ein Gesetz : Grausamkeit.

Da sprach Gott zu Noah: Ich habe beschlossen, die gesamte Menschheit zu vernichten, denn wo man hinsieht, herrscht Grausamkeit.  

 Noah baute die Arche, um der Schöpfung, auch den Menschen ein Weiterleben zu ermöglichen.
Eine Erde bereinigt von allen bösen Elementen. Der gerechte und fromme Noah sollte zum Garanten werden, dass die Katastrophe der Sintflut eine Wende zum Guten bringt.

Katastrophe heißt übrigens eigentlich Wendung oder Umkehr.

 Im antiken Drama ist sie die entscheidende Wendung zum Schlimmen als Schlusshandlung im [antiken] Drama. Bei der Sintflut soll die Katastrophe die entscheidende Wendung zum Guten sein.

 

Die Wende kommt aber nicht bei der Gesinnung der Menschen, sondern bei der Gesinnung Gottes.

Nach der Sintflut: Nie mehr will ich wegen der Menschen die Erde vernichten , obwohl sie von frühster Jugend  an voller Bosheit sind. Ein einseitiger Bund wird geschlossen.

Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.  1. Mose 9,9-10.11

 

Gesangbuch Nummer 245  „Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren“

 

3. Strophe       Die recht in dieser Kirche wohnen, die werden in Gott selig sein;

                        des Todes Flut wird sie verschonen,denn Gottes Arche schließt sie ein.

                        Für sie ist Christi Blut vergossen, das sie im Glauben nehmen an,

                        und werden Gottes Hausgenossen, sind ihm auch willig untertan.

Filmsequenz Osternacht 2021

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Film zur Osternacht 2021

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Andacht zur Ostenacht 2021 (Hörfassung)

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Andacht zu Ostern 2021

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Andacht zum 3. April 2021 - Karsamstag (Hörfassung)

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Andacht zum 3. April 2021 (Karsamstag)

Gedanken zwischen Karfreitag und Ostern (Rolf Schuld , Passchuld@aol.com)

 

Von Karfreitag bis Ostersonntag begleitet mich der Vers aus dem 22.Psalm.

Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?

Wenn selbst Jesus im Leid von Gott verlassen wird, was um Himmels willen kann ich denn dann erwarten von Gott? Gott, im Gekreuzigten ein Machtloser unter Machtlosen?

Warum in unserer eigenen Hilflosigkeit auf einen ebenso ohnmächtigen Gott setzen?

Weshalb sich verlassen auf einen Gott, der seinen Sohn verlässt?

            Jesus betet mit Worten des 22.Psalms. Markus und Matthäus überliefern diese Worte in Aramäisch, und zwar in griechischer Umschrift. Da heißt „ Eloï, Eloï , Lama sabachtani.“

Die meistern Bibelübersetzungen übertragen den Satz ins Deutsche, wie es uns geläufig ist.

Luther übersetzt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ebenso die Gute Nachricht,  und die Einheitsübersetzung.

Aber dann steht auch noch das Buch von Klaus Berger und Christiane Nord  „Das Neue Testament und urchristliche Schriften“ bei mir im Regal. Und dort lese ich: „Mein Gott, wozu hast du mich verlassen.“

            Was wäre, wenn Jesus dieses kleine aramäische Wörtchen ‚lama‘ nicht als Frage nach dem Grund oder der Ursache, sondern nach dem Sinn und Zweck verstanden hätte? Beide Varianten sind möglich. Was wäre wenn mein eigenes Fragen nach dem Warum, auch nach dem Warum allen Leids in der Welt, von vornherein eine falsche Frage wäre? Und all die Antworten, die ich mir in meiner persönlichen Glaubensgeschichte als Reim darauf gegeben habe, und anderen gebe- damit ohne Belang . Ist es nicht anmaßend Gott nach dem Warum zu fragen. Kann ich seine Gründe überhaupt fassen. Ist er der Ewige, Unendliche, Allmächtige nicht frei zu tun und zu lassen was er will. Gott muss sich doch nicht rechtfertigen. Er ist der Grund allen Seins. Alleine damit hat das Leid seinen Grund.  (Vielleicht habe ich in den letzten Wochen auch zu viel über Hiob nachgedacht.)

Viellicht konnte ja Jesus so fragen: Warum lieber Vater. Erkläre es mir. Verlass mich nicht, ich bin doch dein Sohn, ich verstehe dich doch, ich tue ja deinen Willen.

Aber wenn wir in diese Warumfrage einstimmen, dann manövrieren wir uns geschickt am Kreuz vorbei und geben unbewusst Gott die Schuld. Und stimmen ein in das Spottlied, der Hohepriester, Schriftgelehrten und Ältesten: Anderen hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.

            Wünschen wir uns nicht auch einen allmächtigen Christus, der seine Kraft aus der Allmacht des Vaters schöpft. Einer der Kranke heilt, und Tote auferweckt? Der Brote wunderbar vermehrt und die Hungernden sättigt. Der uns Wasser in Wein verwandeln und als Friedensfürst endlich Krieg und Ungerechtigkeit aus der Welt verbannt, der das Böse und all die Dämonen, die die Welt beherrschen austreibt.

            Aber, nein Ohnmacht am Kreuz. Gottverlassenheit. Wozu das alles?

Im Kreuz werden wir nicht mit der Ohnmacht oder dem Versagen Gottes konfrontiert. Sondern es weist auf unsere Versagen. Das Urteil das da vollstreckt wurde ist nicht das Urteil von Römern und Juden über Jesu, sondern es ist das Urteil Gottes über uns.

Fragen wir nicht warum- sondern wozu das alles. Wozu Kreuz, Leid, und Gottverlassenheit.

 

Wir haben keine Chance mehr zu Gott zu kommen. Nicht durch gute Taten, nicht durch Gesetzestreue und auch nicht durch starken Glauben. Auf unserem Weg zu Gott steht immer wieder das Kreuz Jesu vor uns. Es erinnert uns daran wie gottverlassen wir unseren Weg durch Leben gehen. Weil wir uns behaupten wollen, in der Welt und vor Gott. Jesus erträgt die Gottverlassenheit, die wir Tag für Tag mit unserem gottlosen Denken, Tun und Trachten in der Welt ausbreiten.

 Es gibt keinen Weg vorbei am Kreuz- es gibt auch keinen Weg zurück- keine Entschuldigung, kein es tut uns Leid, wir haben es nicht gewollt, was mit Jesus geschehen ist.

Unser Weg zu Gott führt bis ans Kreuz und keinen Schritt weiter. Aber wenn wir dort stehen, dann sollten wir erkennen, welche Strafe wir verdient haben. Es übersteigt unsere Vernunft was da geschehen ist.

Gott hat Jesus verlassen, um sich uns zuzuwenden.

Er schenkt uns seine Liebe, damit wir im Geist der Liebe die Nachfolge Christi antreten.

Er wirbt mit seiner Liebe in den Höhen und Tiefen des Lebens darum, in der Nachfolge Jesu jetzt Liebe zu üben, ohne zu rechnen ob es einer verdient hat. Damit wir als Jünger und Jüngerinnen des Herrn hier Vergebung  schenken, ohne unserem Nächsten den Schuldschein um die Ohren zu hauen. Damit wir in Verbundenheit mit dem Gekreuzigten heute drückendes Leid und Mühsal bei allem Widerspruch tragen und lindern helfen, ohne zu zerbrechen.

Andacht zum Karfreitag 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum Karfreitag 2021

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Andacht zum 1. April 2021 - Gründonnerstag (Hörfassung)

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Andacht zum 1. April 2021 (Gründonnerstag)

Losung:           Warum willst du mit Gott hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt?

Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Hiob 33,13-14


Lehrtext: Jesus antwortete dem Hohenpriester:  Ich habe frei und offen vor aller Welt geredet.

   Ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen,

   und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben,

   was  ich zu ihnen geredet habe. Johannes 18,20-21

 

Ohne Frage, Hiob musste einiges durchmachen. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Gott hat’s gegeben und Gott hat’s genommen. Am Ende nimmt er ihm noch seine Gesundheit. Die Fragen klingen immer wieder an. „ Ist Gott gerecht? Wenn ja, dann hat Hiob das alles verdient, denn er muss große Schuld auf sich geladen haben. Oder: Ist Hiob gerecht? Dann ist Gott ungerecht und straft ihn unverdientermaßen.“

Drei Freunde reden auf Hiobs ein. Doch es gelingt ihnen nicht, Gott vom Vorwurf ungerecht zu sein, zu befreien. Und ebenfalls gelingt es ihnen nicht, Hiob zu überzeugen, dass er ja selbst schuld ist.

Schließlich ergreift ein Vierter, der vorher unerwähnt war, das Wort. Er sagt, er sei zu jung, zu unerfahren im Vergleich zu den drei anderen Rednern. Und dann hebt er an zu einem Monolog der eine prosaische Qualität wie Texte eines Shakespeare-Dramas hat. Er geht die klagenden Argumente Hiobs gegen Gott durch und versucht sie nacheinander zu endkräftigen. Elihu ist der Name des vierten Freunds. Er ist enttäuscht, ja zornig, dass den drei Älteren die Worte ausgehen, dass ihre Argumente Hiob nicht überzeugen. Nun kommt Elihu, der von sich behauptet, trotz junger Jahre voller Weisheit zu sein, geistreich und klug dazu.

Ich stelle mir Menschen vor, die wie Hiob auf eine lange Leidensgeschichte zurückblicken und sagen: „Oft habe ich gebetet, und gefleht, geflucht und geklagt. Aber Gott hat seine Ohren vor mir verschlossen.“ Und ein „guter Freund“ spricht die „tröstlichen Worte“: „ Gott hört jedes Gebet und sicher hat Gott dir geantwortet, nur du hast deine Ohren auf Durchzug gestellt. Also beschwer dich nicht.“

Der Lehrtext ist seiner Zeit voraus. Heute ist Gründonnerstag, wir denken an das letzte Mahl von Jesus und seinen Jüngern. Sie feiern das Sedermahl. Denken an den Auszug Israels aus Ägypten. Die Jünger werden erkennen, dass jeder von ihnen potentiell zum Verräter Jesu werden kann. Am nächsten Morgen die Gefangennahme, das Schnellgericht mit dem Verhör durch die Hohepriester und der Verurteilung durch Pontius Pilatus. Hat Gott Vater seinen Sohn nicht gehört, als er im Garten Gethsemane bittet: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen.“ Als Dietrich Bonhoeffer auf seine Hinrichtung wartete, dichtete er : „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ mit dem Vers „Und reichst du uns den Kelch den bitteren , gefüllt mit Leid bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern  aus deiner guten und geliebten Hand.“ 

Hat Bonhoeffer im Gefängnis zum Jahreswechsel 1944/45 Ostern vorausgedacht? Hat Jesus bei seinem Verhör vor den Hohepriestern sich nicht verteidigt, weil er Ostern vorhergesehen hat.

Weil Jesus auf die Worte seines Vaters gehört hat, ihn verstanden hat und deshalb sagte: „ Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ (wie im Himmel so auf Erden.)   

 

Gebet:

Gott der Menschen, wir danken Dir, dass Du den Bund Deiner Gnade weit gemacht hast, so dass Israel und die Völker zu Dir kommen können, dass Du Dich nicht zu den Großen und Mächtigen gestellt hast, sondern teilst Deine Liebe den Kleinen und Schwachen mit.

Gott Deiner Kirche, wir danken Dir, dass Du nicht zuerst auf die Leistung schaust, so dass auch die Schwachen bei Dir geliebt sind, dass Du Dich nicht auf die Seite des Erfolges gestellt hast, sondern läßt die Scheiternden von Deiner Vergebung leben.

Gott unseres Herzens, wir danken Dir, dass Du nicht die Selbstbewussten allein stärkst, so dass die Sicheren sicher und Unsicheren unsicher werden, dass Du nicht den Zweifel verworfen hast, sondern stärkst unser Herz, wenn es schwach wird. Amen!

Andacht zum 31. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 31. März 2021

Losung:           Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder,

                        sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN. Sprüche 23,17


Lehrtext          Jesus sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Lukas 23,34

 

Das mittelalterliche Redentiner Osterspiel erinnert an die Höllenfahrt Jesu. Nachdem Jesus am Kreuz stirbt kommt seine reine Seele in die Hölle. Er vergibt und begnadigt alle Sünder und befreit sie aus der Hölle.

Die Hölle ist nun leer. Satan und Luzifer, der Herr der Finsternis, steigen nun mit Gehilfen auf die Erde, um die Seelen neuer Sünder einzufangen.

Ein Bäcker wird vorgeführt: Er gesteht zu viel Hefe ins Mehl getan zu haben, um das Brot luftiger zu machen. Außerdem hat er Kleie ins Mehl gemischt.

Ein Metzger gesteht Innereien in die Wurst zu mischen und das Beste ( Fett ??) für sich zurückgehalten zu haben.

Der Wirt panscht den Wein und schenkt das Bier mit zu viel Schaum aus.

Ein Räuber wird verklagt und am Höhepunkt der Anklage kommt noch ein Pfaffe vor Luzifer.

Der hat Messen verschlafen. Während Abendmetten sitzt er im Gasthof. Und doch hält er sich für einen heiligen Mann. Für Luzifer ist der Pfaffe so scheinheilig, dass es ihn ekelt und er den Mann nicht in der Hölle haben möchte. Vor 10 Jahren haben Konfirmanden das Osterspiel in Auszügen als Theaterstück im Gemeindehaus aufgeführt.

Gerne würde ich sehen, wie nun auch korrupte Politiker, Drogendealer, Irre die mit PS-starken Autos Rennen in Innenstädten fahren und Waffenschieber zur Rechenschaft gezogen werden.

Auch Steuerflüchtige, die sonst straflos ausgehen. Und manch einem der vor Luzifer steht und sich z.B. rausredet: „Ich hab ja nicht gewusst, dass Versicherungsbetrug so eine schlimme Sünde ist, dass man dafür in die Hölle soll.“ Dem möchte ich zurufen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. 

 

Und dann kommt der Spruch „Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder“.

Und ich denke an das Lied, das ich in so vielen Passionsandachten und Karfreitagsgottesdiensten

Gesungen habe: . Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ, und seh dein Bildnis an

                             und weiß: was hier geschehen ist, das hab ich dir getan.

 

Und dann höre ich wie er vom Kreuz betet: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.

 

Gesangbuch EG  Nummer 556

 

 

 

1. Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ,und seh dein Bildnis an

    und weiß: was hier geschehen ist, das hab ich dir getan.

 

2. Du kamst aus deines Vaters Haus zur Welt und suchtest mich,

ich aber, Herr, ich stieß dich aus, ans Kreuzholz schlug ich dich.

 

3. Ging eignen Weg verschlossnen Sinns, wollt Gottes Weg nicht gehn,

verriet dich, Herr: ja, Herr, ich bin‘s, durch den dir Leids geschehn.

 

 

Text: Arno Pötzsch (vor 1956)

 

Andacht zum 30. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 30. März 2021

Losung:          Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,

und die Herrschaft ist auf seiner Schulter. Jesaja 9,5

Lehrtext         Jesus Christus empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme,

die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit:

Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 2.Petrus 1,17

Ja Mei, iss denn schon wieder Weihnachten? Die Losung aus Jesaja 9 ist einer der klassischen Lesungen am Heiligen Abend aus der hebräischen Bibel . Und das in der Karwoche. Aber es verschwimmt ja sowieso alles zur Zeit. Wie an Weihnachten werden Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern keine Gottesdienste gefeiert. Weshalb also nicht zu Ostern einen Wunschzettel schreiben. An erster Stelle stände sicherlich, dass das mit Corona in der Welt bald vorbei geht. Und dann? Alles wieder normal?

Deshalb: Ich wünsche mir mehr Zeit.

Und dann höre ich wie Gott mir sagt:

Ich habe dir die Ewigkeit geschenkt: Und du verpackst sie in deinen handlichen Terminkalender. Kein Wunder, dass es ihr dort eng wird. Stell dir Zeit wie vor wie das Wasser in einem weiten klaren See. Wenn ihr das Wasser in kleine Gefäße mit viel zu kleiner Öffnung verpackt, dann könnt ihr sie nur tröpfchenweise genießen — und euer Durst bleibt ungestillt. Aus dem See aber könntet ihr aus dem Vollen schöpfen.

„Ich wünsche Frieden für die ganze Welt." während ich das sage, höre ich schon die Antwort: Ich habe euch meinen Frieden gegeben.

Doch ihr Menschen spielt lieber Krieg und meint damit dem Frieden zu dienen. Zugegeben, Friede ist ein Geschenk, das unscheinbar wirkt. Schwach, ohnmächtig und brüchig.

Doch wenn die Menschen den Frieden einpacken in atomsichere Bunker, die von allen Seiten mit Panzern und Raketen bewacht werden, dann kann er sich nicht entfalten.

Ich wünsche mehr Liebe in der Welt.

Es klingt beinahe verzweifelt, als Gott erwidert: Ich habe sie euch im Übermaß gegeben. Und es war nicht leicht für mich.

Meine Knie werden weich. Ich falle zu Boden und sage: Vater vergib mir.                                                                                                                

Er sagt: Dir ist Vergebung widerfahren. Denn mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, ist dein Bruder.

Rolf Schuld, Passchuld@aol.com

Gesangbuch Nr. EG 355 Mir ist Erbarmung widerfahren

1.            Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

2.            Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts.

Textfeld: Text: Philipp Friedrich Hiller 1767Gedanken zur Tageslosung und zum Lehrtext 30.3.2021

Losung:          Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,

und die Herrschaft ist auf seiner Schulter. Jesaja 9,5

Lehrtext         Jesus Christus empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme,

die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit:

Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 2.Petrus 1,17

Ja Mei, iss denn schon wieder Weihnachten? Die Losung aus Jesaja 9 ist einer der klassischen Lesungen am Heiligen Abend aus der hebräischen Bibel . Und das in der Karwoche. Aber es verschwimmt ja sowieso alles zur Zeit. Wie an Weihnachten werden Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern keine Gottesdienste gefeiert. Weshalb also nicht zu Ostern einen Wunschzettel schreiben. An erster Stelle stände sicherlich, dass das mit Corona in der Welt bald vorbei geht. Und dann? Alles wieder normal?

Deshalb: Ich wünsche mir mehr Zeit.

Und dann höre ich wie Gott mir sagt:

Ich habe dir die Ewigkeit geschenkt: Und du verpackst sie in deinen handlichen Terminkalender. Kein Wunder, dass es ihr dort eng wird. Stell dir Zeit wie vor wie das Wasser in einem weiten klaren See. Wenn ihr das Wasser in kleine Gefäße mit viel zu kleiner Öffnung verpackt, dann könnt ihr sie nur tröpfchenweise genießen — und euer Durst bleibt ungestillt. Aus dem See aber könntet ihr aus dem Vollen schöpfen.

„Ich wünsche Frieden für die ganze Welt." während ich das sage, höre ich schon die Antwort: Ich habe euch meinen Frieden gegeben.

Doch ihr Menschen spielt lieber Krieg und meint damit dem Frieden zu dienen. Zugegeben, Friede ist ein Geschenk, das unscheinbar wirkt. Schwach, ohnmächtig und brüchig.

Doch wenn die Menschen den Frieden einpacken in atomsichere Bunker, die von allen Seiten mit Panzern und Raketen bewacht werden, dann kann er sich nicht entfalten.

Ich wünsche mehr Liebe in der Welt.

Es klingt beinahe verzweifelt, als Gott erwidert: Ich habe sie euch im Übermaß gegeben. Und es war nicht leicht für mich.

Meine Knie werden weich. Ich falle zu Boden und sage: Vater vergib mir.                                                                                                                

Er sagt: Dir ist Vergebung widerfahren. Denn mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, ist dein Bruder.

Rolf Schuld, Passchuld@aol.com

Gesangbuch Nr. EG 355 Mir ist Erbarmung widerfahren

1.            Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

2.            Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts.

Andacht zum 29. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 29. März 2021

Losung:   Der HERR wird König sein über alle Lande.

                An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige. Sacharja 14,9

Lehrtext: Seine Knechte werden ihm dienen und sein Angesicht sehen,

                und sein Name wird an ihren Stirnen sein.  Offenbarung 22,3-4

 

Mit dem Bus ging es zum Ölberg. Wir hielten eine Andacht unter freiem Himmel. Der Blick über die Gräber nach Jerusalem war beeindruckend. Wenn der Messias kommt, so erwarten Juden, Moslems und Christen wird Gott seine Herrschaft über alle Völker antreten. Und die Toten werden auferstehen. Zuerst diejenigen, die dort vor der Stadtmauer Jerusalems  begraben sind. Für diesen Vorsprung sind fromme Juden und Moslems bereit für eine Grabstätte eine Millionen Dollar zu zahlen, erklärte unser palästinensischer Fremdenführer Shibli. 

Nach der Besichtigung der Himmelfahrtskapelle ging unsere Israelgruppe den Palmsonntagsweg.

Es wird der Tag in Jerusalem werden, an dem wir den Kreuzweg Jesu nachgehen.

Der beeindruckendste Ort war für mich das Gefängnis, in dem Jesus vor seinem Verhör vor den Hohepriestern gefangen war. Ein unterirdisches Verließ. Hier lagen Übersetzungen des Psalm 88 in vielen Dutzend Sprachen aus. In dem Psalm heißt es:  

Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Totenreich.

5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat.  6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind.

7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

 

Der Abschluss dieses Tages sollte der Besuch der Grabeskirche sein. Wie im Buch Sacharja und wie in der Offenbarung beschrieben erinnerte alles an eine Völkerwallfahrt. Christen aus allen Erdteilen reihten sich in die endlose Schlange derer ein, die in die Kirche wollten. Vier Stunden Wartezeit war angesagt. Drängeln und auch Vordrängeln schien bei einigen, nicht christlicher Nächstenliebe zu widersprechen. Nach einer Stunde Wartezeit haben die meisten aus unserer Gruppe aufgegeben und einen Bummel durch die Altstadt bevorzugt. Arabisch gekleidete Palästinenser boten christliche Devotionalien feil. Überall gab es Geldwechselstuben. Als Jesus in Jerusalem einzog, in der Woche vor dem Passafest, werden die engen Gassen in Jerusalem genauso voll gewesen sein.

Die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten wurde gefeiert. Die Ankunft des Messias, des Gesalbten, wurde erwartet. Einer der Israel von den Römern befreit. Einer wie Jesus von Nazareth, Sohn eines Zimmermanns passte, nicht zu den Erwartungen. 

Die Tageslosung: Spricht vom Herrn, der König ist. Gott selbst tritt seine Herrschaft an. Es folgt eine Demonstration der Macht. Er spaltet den Ölberg in zwei Hälften. In dem so entstanden Tal fließt ein Fluss. Johannes spricht in seiner Vision von der Wiederkunft Jesu: Von „Strömen lebendigen Wassers, von denen der Durstige trinken kann, umsonst.  (Rolf Schuld  passchuld(at)aol.com)

 

Gesangbuch Nr.:  631 Ich schau nach jenen Bergen gern

1. Ich schau nach jenen Bergen gern. Mein Heil, das ich begehr,

kommt’s von den Bergen her?

Nein, meine Hilf ist von dem Herrn, der schuf durchs Wort: »Es werde!«

den Himmel und die Erde.

 

4. Der Herrscher, der die Welt regiert, wacht über Leib und Seel,

dass dir kein Gutes fehl. Beim Ausgang und beim Eingang wird

der Herr dich selber leiten bis in die Ewigkeiten.

 

Text: Matthias Jorissen 1793

Gedanken zum Sonntag Palmarum (28. März) und zur geplanten Konfirmation

Gedanken zum Sonntag Palmarum 28.3.2021

Rolf Schuld ( Passchuld@aol.com)

 

Meditation zum Psalm 69

Gott, hilf mir! Denn die Wasser nehmen zu und stehen mir schon bis zum Hals.

Ich versinke in den tiefen Fluten und meine Füße finden keinen Grund.

Mein letzter Halt geht mir verloren und ich ertrinke im rasenden Strom.

Meine Kehle ist heiser vom Schreien, ich bin müde vom Rufen.

Meine Augen sind trübe vom endlosen Suchen nach Hilfe

und meine Ohren sind taub geworden vom Warten auf Rettung.

Ich bin umzingelt von denen, die mich ohne Grund hassen.

Sie sind mehr, als ich Haare auf dem Kopf trage.

Die mir zu Unrecht feind sind  und mich verderben wollen, sind ohne Zahl.

Sie erheben falsche Anschuldigungen und fordern zurück, was ich nie genommen habe.

Gott, du weißt, dass ich kein Heiliger bin, und meine Schuld liegt vor dir, wie in einem aufgeschlagenen Buch.

Aber du weißt auch, dass ich ihnen nichts schulde und mein Gewissen ruhig ist.

Deshalb lass mich jetzt nicht allein; liefere mich ihnen nicht aus.

Sie wollen mich niederbeugen und hilflos sehen.

Höre mein Gebet um deine treue Hilfe. Zieh mich aus den Fluten,

dass ich nicht versinke. Errette mich aus den tiefen Wassern

und aus der tiefen Flut, die mich zu verschlingen droht.

Erhöre mich, Gott, und wende dich mir zu nach deiner Güte

und tröste mich nach deiner großen Barmherzigkeit.

Es gibt den Kalauer, der mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors eingefärbt ist.

„Gestern stand ich noch am Abgrund, aber heute bin ich schon einen Schritt weiter.“

 

Gedanken zum Sonntag und  zur geplanten Konfirmation

Mitte März vor einem Jahr, da erfasste die Corona – Pandemie die ganze Welt. Wir haben im Fernsehen Lastwagen gesehen, die in Norditalien Leichen abholten. Wir haben Bilder von Massengräbern in Brasilien gesehen. Und lesen seitdem täglich gebannt die aktuellen Infektionszahlen und hören auf Presseerklärungen und verfolgen Sondersendungen.

Wie oft standen wir am Abgrund, und dann ging es immer einen Schritt zurück. Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsverbote, Mund-Nasenschutz, Unterricht in den Schulen nur noch digital. Eltern im Homeoffice zu Hause. Von Pfingsten bis zum 3. Advent im letzten Jahr gab es, wenn auch sehr eingeschränkt immerhin wieder Gottesdienste.

Ein Schritt nach vorne. Der Start von Impfungen und der Möglcihkeit von Schnelltests gab Hoffnung, dass es weiter vorangeht. Aber dann ging es mit den nächsten Schritten von Lockerungen wieder näher an den Abgrund, wie uns die Virologen erklären.

 

Trotzig haben wir an den Konfirmationsterminen in diesem Jahr festgehalten und mussten doch wieder den Schritt zurückgehen. 

Heute am 28.März, sollte die Konfirmation aus dem Jahr 2020 nachgeholt werden.

Am Palmsonntag. Der Sonntag erinnert an den Einzug Jesus in Jerusalem vor seiner Kreuzigung.

Als Jesus auf einem Esel in Jerusalem eintritt, da weiß er bereits was ihn erwartet in Jerusalem. Nichts Gutes! Gab es einen Punkt an dem er hätte umkehren können?

Zurück nach Nazareth. Die Werkstatt seines Vaters aufräumen, die Flucht in ein bürgerliches Leben.  Die Jahre als Wanderprediger einfach abschreiben, als Irrtum.

Die Jünger haben mehrfach versucht ich davon abzuhalten erneut nach Jerusalem zu gehen.

Aber mit einem Rückzug hätte Jesus seine Beziehung zu Gott aufs Spiel gesetzt. 

Er hätte seine Berufung bei der Taufe verraten.

Heute am Palmsonntag, hören wir von Jesus, der in Jerusalem an den „point off no return“ kommt. Den Punkt an dem es kein Zurück gibt. 

Ein Text für den Palmsonntag steht im Johannesevangelium.

 

Johannes 17 (Basisbibel)

1 Jesus beendete seine Rede. Danach blickte er zum Himmel auf und sagte:

"Vater, die Stunde ist jetzt da! Setze deinen Sohn in seine Herrlichkeit ein.

Dann kann der Sohn deine Herrlichkeit sichtbar machen.

2 Du hast ihm ja Vollmacht über alle Menschen gegeben.

Allen, die du ihm anvertraut hast, soll er das ewige Leben schenken.

3 Darin besteht das ewige Leben: Zu erkennen, wer du bist -

der einzig wahre Gott - und dass Jesus der Christus ist, den du gesandt hast.

 

Jesus steht am Abgrund der Welt. Alle in Jerusalem, die ihn in einem Moment noch zujubeln und als Star feiern, werden wenige Stunden später rufen: Kreuzigt ihn. Und selbst aus den Reihen seiner Jünger, wird er verleugnet, verraten und verkauft und verlassen. Denn alle wollen diesen letzten Schritt am Abgrund nicht gehen. Jesus geht diesen letzten Schritt.

Er weiß, der Abgrund an dem er steht, trennt Heil vom Unheil.

Geht er einen Schritt weiter, dann fällt er in Gottes rettende Hand.

Geht er einen Schritt zurück, dann bleibt er verhaftet in der vergänglichen Welt.

Wo Jugend und Kraft, Schönheit und Erfolg, Reichtum und Vergnügen Geborgenheit und Sicherheit vorgaukeln. Aber das alles ist vergänglich.

 

Johannes der Evangelist nimmt das Gebet Jesus und formuliert es schon als Predigt an seine Gemeinde. In dem Gebet geht es nicht nur um das Schicksal von Jesus von Nazareth , der am Kreuz gestorben ist. Es geht nicht alleine um seine besondere Beziehung zu Gott und nicht darum, dass er von den Toten auferweckt wurde.

Es geht darum, dass wir in unserem Leben erkennen, dass wir am Abgrund stehen:

Wir stehen an einem Abgrund, der uns trennt vom Heil und vom Unheil.

Und auch für uns gilt: Gehen wir einen Schritt weiter, dann fallen wir in Gottes rettende Hand. Gehe ich einen Schritt zurück, dann bleibe ich verhaftet in der vergänglichen Welt.

Wenn Eltern ihre Kinder zur Taufe bringen, dann hören sie, dass die Täuflinge zu Zeugen des Evangeliums in der Welt berufen. Das Evangelium, die frohe Botschaft: Die Kinder müssen nicht gottlos glücklich werden. Sind Lottokönige glückliche Menschen, sind  Menschen die in Computerspielen den Highscore knacken glücklicher als andere, sind erfolgreiche Börsenspekulanten oder Vorstandsbosse die durch Massenentlassungen für gute Dividenden sorgen glücklich?

Wir sollten lieber vertrauen, dass es sich lohnt zu Gott zu Halten und Jesus zu folgen.

Nicht weil es sich für mich lohnt, sondern weil es sich für die Welt lohnt.

Das hohepriesterliche Gebet hat drei Teile.

Im ersten Teil spricht er mit Gott über sich.

Im zweiten Teil bittet er für seien Jünger und

Im dritten Teil bittet er für alle die später Christen werden.

Jesus spricht: "Ich bete nicht nur für die Jünger, die hier anwesend sind. Ich bete auch für alle,

die durch ihr Wort zum Glauben an mich kommen. 21 Der Glaube soll sie zusammenhalten - so wie du, Vater, in mir gegenwärtig bist, und ich in dir. Der Glaube fügt sie zusammen. Dann kann diese Welt zum Glauben kommen, dass du mich gesandt hast.

Er betet also auch für alle, die als Konfirmand*innen zu ihrer Taufe „Ja“ sagen sollten und einen Schritt weiter gehen wollen. Dieser Schritt ist im Moment leider nicht möglich.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Amen!

 

TAGESGEBET

Gott, unser Vater,

du bist in deinem Sohn Jesus Christus zu uns gekommen,

du bist eingekehrt in unsere Welt.

Du hast uns nicht allein gelassen mit unseren Sorgen und Ängsten.

Wie gern möchten wir dich aufnehmen in unsere Familien und Häuser,

wie sehnen wir uns nach deiner Nähe.

Und doch fällt es uns immer wieder schwer,

dir zu folgen, wohin du uns gerufen hast.

Wir sind zurückgewichen, wo du deine

Hand nach uns ausgestreckt hast.

Auch wir haben dich allein gelassen, als du uns brauchtest.

So bitten wir dich für diese Stunde,

dass du trotz allem in unsere Herzen einziehst

und uns bereit machst für dein Kommen zu einem jeden von uns.

Amen!

 

Segen:

 

Gott sei vor dir
Gott sei vor dir, wenn du den Weg nicht weißt.
Gott sei neben dir, wenn du unsicher bist.
Gott sei über dir, wenn du Schutz brauchst.
Gott sei in dir, wenn du dich fürchtest.
Gott sei um dich wie ein Mantel, der dich wärmt und umhüllt.
(Aus Irland)

Andacht zum 26. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 26. März 2021

Losung:     Ich hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs.

                  Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock? Jeremia 2,21

Lehrtext:   Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist, kehr um zu den Werken des Anfangs.

                 Offenbarung 2,5

 

Bibelworte aus der hebräischen Bibel werden für die Tageslosung ausgelost. 

Das ist ein Glücksspiel. Seit Corona den Kirchengemeinden die Möglichkeit nimmt Veranstaltungen durchzuführen und immer wieder auch Gottesdienst verhindert, beschäftige ich mich täglich mit den Losungen. Mit fast jeder neuen Andacht zur Tageslosung verstärkt sich bei mir das Gefühl, dass das auserwählte Volk Israel dabei oft eine Niete zieht. Ist es das Los Israels immer wieder zu tun was Gott missfällt, andere Götter anzubeten, untreu zu werden, irgendwie missraten zu sein?

Die Versuchung ist groß aus christlicher Sicht, die Verfehlungen Israels zu beurteilen.

Das 2.Kapitel  des Buchs des Propheten Jeremia ist schon wieder überschrieben:

„Das untreue Gottesvolk.“ Doch die Überschriften sind nicht ursprünglich. Die sind nachträglich dazugekommen. Es wäre auch möglich, dem Kapitel die Überschrift zu geben:

„Gottes Ruf zur Umkehr.“

Daraus könnte man lesen, dass Gott sein Volk noch nicht abgeschrieben hat.

Allen Kapiteln, die von der Abkehr Israels zu ihrem Gott Jahwe, reden könnte man auch den leicht abgewandelten Titel eines Popsongs von Rio Reiser voranstellen:

Gott ruft: „Halt dich an meiner Liebe fest.“

 

Das 2.Kapitel Jeremia beginnt so:

Geh hin und predige Jerusalem öffentlich und sprich: So spricht der HERR: „Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.“  Nach der Wüstenzeit , als Israel ins gelobte Land kommt, da wo es sich lohnt zu säen und pflanzen, da veredelt Gott das auserwählte Volk. Wie ein Winzer seine Weinstöcke pflegt und veredelt. Israel ist nicht weniger edel, hilfreich und gut als es Christenmenschen sind.

 

Johannes schreibt in der Offenbarung sieben Sendschreiben an sieben christlichen Hochburgen in

Kleinasien. Jesus der Weinstock. In sieben Gemeinden sind die Früchte mehr oder weniger edel.

 

Ich mag die Anspielungen und Wortspiele in den Sendschreiben. „Bedenke aus welcher Höhe du gefallen bist.“ In Ephesus stand ein Artemis Tempel, der zu den sieben Weltwundern der Antike gehörte, in dem die Liebesgöttin Diana verehrt wurde. Der Legende nach ist das Standbild der Diana vom Himmel gefallen. Auch die christliche Gemeinde ist für Johannes aus dem Himmel gefallen. Von Apollos gegründet, von Paulus aufgebaut. In heidnischer Umgebung groß geworden. Die Gemeinde wird fast nur gelobt. Die Konflikte werden sauber gelöst. Die Gruppe der Nikolaiten, der die Duldung von Tempelprostitution und das Essen von Götzenopferfleisch vorgeworfen wird, wird abgelehnt. Nur der Enthusiasmus und das Engagement der Anfangszeit scheinen abgenommen zu haben. „kehr um zu den Werken des Anfangs.“ Die Frucht christlichen Glaubens, die Nächstenliebe ist nicht mehr so süß wie zu Beginn als der Weinstock gepflanzt wurde. 

Doch wenn die Umkehr gelingt, dann verheißt Johannes, dass die Gemeinde vom Baum des Lebens im Paradies essen darf.

EG 388           O Durchbrecher aller Bande

Die  7. Strophe:

Liebe, zieh uns in dein Sterben; lass mit dir gekreuzigt sein,

was dein Reich nicht kann ererben;  führ ins Paradies uns ein.

Doch wohlan, du wirst nicht säumen, lass uns nur nicht lässig sein;

werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein.

Text: Gottfried Arnold 1698

Andacht zum 25. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 25. März 2021



Losung :   Du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, 

                 du Gott meines Heils!  Psalm 27,9

Lehrtext:   Der Übeltäter sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!

                 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir:

                 Heute wirst du ,mit mir im Paradies sein. Lukas 23,42-43

 

Die letzten Worte Jesu am Kreuz unterscheiden sich in den vier Evangelien.

Im Lukasevangelium gibt es diese Szene an die der Lehrtext anknüpft

Auf der Hinrichtungsstätte Golgatha sind drei Kreuze aufgerichtet. Zur Linken und zur Rechten Jesu werden zwei Verbrecher hingerichtet. So stellen es viele erbauliche Gemälde dar und auch in den Verfilmungen der Passionsgeschichte ist diese Szene ikonisch. Der Verbrecher auf der einen Seite scheint den Ernst der Lage nicht zu begreifen. Er verspottet Jesus: „Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns.“

Der auf der anderen Seite aber erkennt, dass Jesus unschuldig am Kreuz hängt. Er weist den anderen zurecht. Wir haben die Strafe verdient, er nicht. Das Wort Verdammnis fällt. Und dann wendet er sich an Jesus:  „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“

Der Verbrecher bittet nicht um Vergebung. Was immer er getan hat, für Reue, für eine Entschuldigung ist es zu spät.  

Ich denke an Begegnungen. Jemand hat erfahren, dass er unheilbar krank ist. Sämtliche Therapien haben versagt. Ein Gespräch mit dem Pfarrer endet mit der Bitte. Denken sie an mich!

Manches seelsorgerliche Gespräch beende auch ich mit dem Versprechen; Ich denke an sie.

Nur eine Floskel, weil ich spüre, wirklich helfen kann ich nicht und Trost weiß ich nicht zu geben?. Aber „ich denke an sie“ bedeutet auch, dass ich das Leid eines Menschen im Gebet vor Gott bringe. Und hoffen darf, Gott erhört das Gebet, und in seiner Macht steht es zu helfen.

Vor dem Losungstext aus dem 27.Psalm steht im 1.Teil des Verses 9 der verzweifelte Ruf zu Gott:

„Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!“

Wie die Verbrecher links und rechts neben Jesu hat er Strafe verdient und den Zorn Gottes auf sich gezogen. Und dann bekennt er: Du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils!“

Wäre es nicht vermessen, wenn ein Übeltäter Gott bitten würde: „Lass mich ein ins Paradies.“ Für Jesus ist die flehentliche Bitte, „gedenke an mich“ der Grund dem Verbrecher großzügig einen Platz im Paradies zu versprechen. Bis zuletzt provoziert Jesus mit seiner Barmherzigkeit gegenüber Zöllnern und Sündern. Er schließt selbst die ein, die ihn unschuldig ans Kreuz brachten, wenn er bittet: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ (Lukas 23,24)
Rolf Schuld (Passchuld@aol.com)

 

Gesangbuch Nr.353 Jesus nimmt die Sünder an

 

1. Jesus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen,

welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen.

Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an.

 

2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte

eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte

ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an.

 

Text: Erdmann Neumeister 1718

 

Andacht zum 24. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 24. März 2021

Losung:    Gott segnete Mann und Frau und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret

                 euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan.  1.Mose 1,28

Lehrtext:  Alles ist euer, ihr aber seid Christi. 1.Korinther 3,22-23

 

So um 500 vor Christus ist der 1.Schöpfungsbericht im 1.Buch Mose Kapitel 1-2,4a entstanden.

In dieser Zeit gab es keine Traktoren und Mähdrescher. Keinen Kunstdünger, keine Flugzeuge, die großflächig Herbizide und Pestizide über Kulturland verspritzen und es gab keine automatischen Bewässerungssysteme. Ackerbau war überwiegend Handarbeit. Ein Ochse der einen Pflug zieht war Luxus. Ein Kleinbauer war auf die Familie, auf viele Kinder angewiesen, um Land in Kulturland umzuwandeln. Der Losungsvers ist fester Bestandteil der Lesungen für kirchliche Trauungen.

Ich weiche von der Lutherübersetzung ab und übersetze ökologisch korrekt: Seid fruchtbar und mehret euch und fülltet die Erde und bebaut und bewahrt sie. Von der Übersetzung her ist das allerdings falsch. Der Herrschaftsbefehl an den Menschen benutzt sogar noch stärkere Begriffe wie „niedertreten“ und „niedertrampeln“.  Also wie tyrannische Herrscher rücksichtlos ihre Untertanen behandeln. Es scheint ein Widerspruch zu sein, wenn einige Verse später den Menschen und Tieren „nur“ pflanzliche Nahrung zugestanden wird.

Aber trotz der drastischen Formulierung: „Macht euch die Erde untertan“, war der Umgang mit der Natur, weitaus schonender als es heute ist. Das aber alleine aus Mangel an Mitteln. Mit Spitzhacke und Egge macht man nicht so viel kaputt. Der Gedanke: „Zurück zu den Ursprüngen“ mag verlockend sein. Aber der Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch“ ist ja vortrefflich erfüllt worden. Fast 8 Milliarden Menschen auf der Welt können nur ernährt werden, wenn dem Boden mit aller technischen Gewalt die Nahrung abgerungen wird. Umweltschonender und damit in Schöpfungsverantwortung geht es nur, wenn der Speiseplan der Menschen sich den Ursprüngen annähern würde. Niemand wäre vor 2500 Jahren auf den Gedanken gekommen, Rinder, Schafe und Ziegen auf den Weizenfeldern grasen zu lassen. Aber Urwälder zu roden um Soja und Mais anzubauen, das in der Massentierhaltung als Mastfutter dient, ist nicht gerade vernünftig.

Im 1.Korintherbrief geht es auch um die Ernährung. Judenchristen halten sich an Ernährungsvorschriften , essen koscher und fasten regelmäßig. Heidenchristen propagieren: Alles ist erlaubt: Hauptsache es schmeckt. Ob Götzenopferfleisch oder Blutwurst. Paulus vermittelt zwischen den Parteien. Das klingt sehr tolerant. Das „Alles ist euer“, klingt nach: macht was ihr wollt.  Aber: ihr aber seid Christi ( gehört Christus) grenzt die Freiheit ein.

Das 8.Kapitel, in dem es ums Fleischessen geht schließt: „Wenn ihr aber so sündigt an den Brüdern und Schwestern und verletzt ihr schwaches Gewissen, so sündigt ihr an Christus. 13 Darum, wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nimmermehr Fleisch essen, auf dass ich meinen Bruder nicht zu Fall bringe.“

 

EG 98 Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt         Text: Jürgen Henkys (1976) 1978

 

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,

Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt -

Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:

Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

 

2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,

wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.

Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?

Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

 

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,

unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn -

hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:

Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Andacht zum 23. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 23. März 2021

Losung:           Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Josua 1,9


Lehrtext          Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft

                        und der Liebe und der Besonnenheit. 2.Timotheus 1,7

 

Das ist schon ein Drama mit Königsblau. Als Schalkefan von Kindesbeinen an bin ich erschrocken,

wie verzagt, ängstlich und kraftlos die Schalker Mannschaft in der Bundesliga auftritt.

Da traut man sich schon nicht mehr öffentlich zu sagen, dass man Schalkefan ist, weil sonst die Gefahr besteht, dass man sich von VFL, BVB oder gar Bayernfans dumme Sprüche anhören muss.

Aber öffentlich zu bekennen, ich bin Christ, ich glaube an Gott, dürfte doch in unserem Land kein Problem sein. 

Wenn ich zum Beispiel sage: Ich glaube an Gott, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das Weltall zufällig entstanden ist. Deshalb muss es eine größere Macht geben die dahinter steht. Jemand der das plant und ordnet. Da muss ich mich doch nicht für schämen.

Und wenn ich sage. Es läuft ziemlich viel schief in der Welt. Aber wenn ich mir anschaue, was Jesus so gemacht hat. Dann denk ich, das würde uns Menschen schon weiterbringen, wenn wir uns da ‘ne Scheibe von abschnitten. Das ist doch keine Schande, so zu denken.

Und das mit dem Heiligen Geist! Mal ehrlich, wenn es doch so ist, das ich manchmal nicht weiß wo die Worte herkommen, wenn ich von Gott erzähle. Wenn ich Hoffnung mache, oder Trost spende.

Als ich vor Weihnachten die Mutter von drei kleinen Kindern beerdigen musste, da kamen manche Gedanken nicht aus meinem vermeintlich klugen Kopf.

Ich weiß ich bin kein Supertheologe, und kein genialer Psychologe. Aber ich bin froh, dass Gottes Geist oft ganz gute Gedanken eingibt. Weshalb sollte ich da nicht auch mal laut: Danke lieber Gott sagen können. Weil dann meine eigene Leistung geschmälert wird?

In dieser Zeit, in der wieder die Gottesdienste ausfallen müssen, und Konfirmationen verschoben werden, wirken Durchhalteparolen fehl am Platz. Aber vielleicht ist es ja Gebot der Stunde, dass wir getrost und unverzagt sein sollen, dass wir uns nicht von einem Geist der Furcht bestimmen lassen. Sondern von dem Geist, der im Glauben wirkt von dem Tag als der Stein vom Grab Jesu gerollt wurde, und er den Frauen und seinen Jüngern erschien.     

Die Karwoche mit Palmsonntag – der Einzug Jesu in Jerusalem-

über Gründonnerstag-  dem letzten Abendmahl,

die Gefangenenahme Jesu und die Kreuzigung am Karfreitag

bis zur Auferstehung in der Osternacht und den Erscheinungen vor den Jüngern

ist eine Bewegung von

Euphorisch, erwartungsfroh, verschlafen, ängstlich, verzagt und untröstlich, traurig

bis zu überrascht, ungläubig, getrost und freudig. 

An Pfingsten dann auch unverzagt und erfüllt mit dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Wir können diesen Weg mitgehen, wenn wir in den Evangelien die Kapitel der Passionsgeschichte bis zur Auferstehung nachlesen. (Rolf Schuld ,   Passchuld@aol.com)

 

Gesangbuch EG Nr.  374 Ich steh in meines Herren Hand

1. Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;

nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben.

Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,

wird wohlbehalten bleiben.

 

2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen,

die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen.

Er hat’s gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt

und lässt sich gar nicht grauen. Text: Philipp Spitta 1833

Predigt für Sonntag, den 21. März 2021 (Judika): Pfarrer Schuld

Predigtgedanken zum Sonntag Judika 21.3.2021 Rolf Schuld (Passchuld@aol.com)

 

Ein Gespräch: 

 

Wie geht es Ihnen!                             Ganz gut. Danke!

 

Wirklich ganz gut!                             Na ja- es könnte besser sein.

                                                           Es ging mit schon mal besser.

 

Ging es auch schon schlechter ??      Wenn ich ehrlich bin. so tief unten war ich noch nie.

 

Und dann sagen sie-                           Na ja – ich will nicht klagen und nicht

es geht ihnen ganz gut?                     undankbar sein. Bis vor einiger Zeit war alles perfekt.

                                                           Ein gutes Leben geführt. Gesundheit- Familienglück-                                                 Wohlstand. Ein gutes Leben, das ich führen durfte,

 

Und jetzt?                                          Na ja, wie gesagt- tiefer geht nicht mehr.

                                                           Alles verloren. Frau und Kinder- Haus und Hof- und die                                                          Gesundheit auch noch. Eigentlich hoffe ich nur noch                                                     darauf, dass alles aus und vorbei ist.

 

Aus und vorbei?                                Na ja- ich meine- was macht das Leben für einen Sinn,                                                wenn einem nichts mehr bleibt.

 

Nichts mehr? Keine Freunde?           Hören sie mir auf mit Freunden. Die wollen mir                                                                      einreden, dass ich an meinem  Unglück selbst Schuld                                                 habe; dass ich den Zorn Gottes verdient habe.                   

Und haben sie?                                   Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Aber ich sehne mich                                                           danach vor meinen Schöpfer zu treten und ihn von                                                             Angesicht zu Angesicht zu fragen:

                                                           Womit habe ich das alles verdient?

Oh, jetzt habe ich aus Versehen        Ich verstehe , worauf sie heraus wollen. Vor Gott dem

auf einen Regenwurm getreten.         Allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde

Ob der sich auch fragt, womit er       bin ich nur ein Wurm. Ich dachte ich bin die Krone der  

das verdient hat.                                 der Schöpfung . Nun , wenn ich Gott nichts bedeute, dann

                                                           wünsche ich mir, dass wenigsten die Menschen sich an                                                            mich erinnern.

Ein Grabstein mit Inschrift:               Ich dachte eher an ein Buch, einen Roman.

Hier ruht in Frieden Herr H.              Ein Bestseller in Millionenauflage.

 

Geht es ihnen um Ruhm?                  Nein, das ist mir egal. Es geht mir um Rehabilitation.

                                                           Die Menschheit solle erkennen, dass mein Leid                                                                      meine Schuld übersteigt. Und Gott selbst soll es mir                                                          gegenüber eingestehen und mich von dem Fluch erlösen.                                            Dann bin ich erlöst!!!!

 

 

Der Predigttext:

Hiob 19, 19 Alle meine Getreuen verabscheuen mich, und die ich lieb hatte, haben sich gegen mich gewandt. 20 Mein Gebein hängt nur noch an Haut und Fleisch, und nur das nackte Leben brachte ich davon. 21 Erbarmt euch über mich, erbarmt euch, ihr meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich getroffen! 22 Warum verfolgt ihr mich wie Gott und könnt nicht satt werden von meinem Fleisch? 23 Ach dass meine Reden aufgeschrieben würden! Ach dass sie aufgezeichnet würden als Inschrift, 24 mit einem eisernen Griffel und mit Blei für immer in einen Felsen gehauen! 25 Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. 26 Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich

doch ohne mein Fleisch Gott sehen. 27 Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

 

 

MEDITATION zu Psalm 43 und Texte  zum Sonntag Judika aus  STEPHAN GOLDSCHMIDT • „Denn  du bist unser Gott“ Gebete, Texte und für die Gottesdienste des Kirchenjahres /2018 Neukirchener Verlagsgesellschaft

 

Meditation zu Psalm 43

Schaffe mir Recht, Gott, und hilf, dass die Wahrheit endlich ans Licht kommt.

Errette mich vor den falschen Leuten, die Böses planen.

Denn du, Gott, bist meine Stärke. Du stehst auch dann zu mir,

wenn sich in meiner Seele Dunkelheit ausbreitet,

wenn ich in innerer Unruhe kaum an dich denke.

Ich will bei dir bleiben und auf deine Stärke trauen, auch wenn mir Zweifel kommen,

wenn ich sehe, dass es dem Bösen gut und dem Guten schlecht geht,

wenn ich angefeindet werde, nur weil ich mich zu dir bekenne.

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten.

Führe mich dorthin, wo du wohnst und wo ich geborgen bin.

Denn in der Stätte deines Hauses finde ich Freude und Wonne,

dass ich dir fröhlich singe.

Schaffe mir Recht, Gott, und hilf,

dass die Wahrheit endlich ans Licht kommt.

 

TAGESGEBET

Lebendiger Gott, dein Sohn hat unter uns gelebt,

er ist zu uns gekommen,

nicht um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen

und sein Leben zu geben, damit wir leben.

Wir bitten dich, mach auch uns bereit,

einander zu dienen und füreinander einzutreten.

Befreie uns von unserem inwendigen Zwang,

immer größer und besser sein zu wollen als andere.

Hilf uns, dass wir uns nicht neidisch gegenseitig vergleichen,

sondern einander das Gute gönnen, das du einem jeden von uns schenkst.

Dies bitten wir im Namen deines Sohnes Jesus Christus,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

 

Amen.

 

Andacht zum 19. März (Hörfassung)

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Andacht zum 19. März 2021

Losung:           Haltet meine Satzungen und tut sie; ich bin der HERR, der euch heiligt. 3.Mose 20,8


Lehrtext:         Jesus spricht:  Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen                               Mann, der sein Haus auf Fels baute.  Matthäus 7,24

 

Der See Genezareth. Ein friedlicher Ort. Im Norden ahnt man im Nebel die Golanhöhen. Aber man weiß, im Norden herrscht Bürgerkrieg ins Syrien. Westlich davon Flüchtlingsdrama im Libanon.

Im Norden des Sees Genezareth liegt der Berg der Seligpreisungen. Eher ein Hügel. Nicht nur die Seligpreisungen, die ganze Bergpredigt soll Jesus dort gehalten haben. In ihr ist zusammengefasst, was Jesus zu Lebzeiten gelehrt hat. Am Ende der Bergpredigt lässt der Evangelist Jesus mit einem Gleichnis auf die bekannten Kapitel 5-7 Bezug nehmen.

Vorher möchte ich gewissermaßen als Gedächtnisstütze in Auswahl die Kapitelüberschriften der Bergpredigt nennen:  Die Seligpreisungen -    Vom Töten - Vom Ehebrechen -     Vom Schwören

Vom Vergelten     -  Von der Feindesliebe - Das Vaterunser-     Vom Schätzesammeln und Sorgen, Es sind Gebote und Satzungen der Thora, von Jesus neu ausgelegt. Das sind die Bausteine der Bergpredigt, auf die man sein Leben aufbauen kann und soll. Und wenn das so ist, dann fällt man nicht um, dann steht man fest in den Stürmen des Lebens.

Und dann der Abschnitt aus dem der Lehrtext stammt. Was Jesus in der Bergpredigt sagt ist tatsächlich klug- und man kann es nicht einfach als Weltfremd abtun.  

In letzter Konsequenz allerdings bedeutet die Nachfolge Jesu, dass man bereit ist seine eigene Existenz aufzugeben. Jesus hat seine Jünger aus geordneten familiären Verhältnissen in die

Nichtsesshaftigkeit gerufen. In dem Absatz über das Vergelten fordert er, dass man darauf verzichtet seine eigene Lebensexistenz zu sichern.

Der Neutestamentler Gerd Theißen meint deshalb:

Die Bergpredigt sei eine Handlungsanweisung für charismatische (Geistbegabte) Wanderprediger- wie es die Jünger waren.

Auf Jesu bauen, bedeutet das : Besitz, Haus, Familie- Arbeit aufzugeben, um als Bettelmönch nur noch die Worte Jesu zu verkündigen?

Die Worte Jesu in der Bergpredigt sind klar und eindeutig. Wenn man es ernst nimmt mit diesen Worten, dann kommen Bedenken, da wächst Unsicherheit, da fühlt man sich überfordert und gerät ins Schwanken- weil man im Innersten spürt- in dieser Konsequenz möchte ich Jesus nicht folgen. Deshalb ist mein Lebenshaus auf Sand gebaut- und es gibt nur einzelne Verbindungsstücke , die dem Haus ein bisschen Halt im Glauben geben.

Die Bergpredigt Jesu, kann damit zu einer heilsamen Verunsicherung führen. Wenn man begreift, dass man nicht so sicher im Glauben verwurzelt ist, dass man alle Unwetter in der Welt überstehen kann. Dann soll man es neu wagen: Die Worte Jesu auf die Goldwaage legen: Prüfen ob es in seiner Weisheit nicht bestehen kann, gegen die weltliche Klugheit. Auf den Worten Jesu sein Leben aufbauen: Stein um Stein- um dann festzustellen: Ja es trägt!!

Rolf Schuld(Passchuld@aol.com)

Gesangbuch Nummer 669 Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen

 

1. Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt,

    lass mich auf deine Brücken trauen, und wenn ich gehe, geh du mit.

 

3. Ich möchte gern dort Hände reichen, wo jemand harte Fäuste ballt.

    Ich suche unablässig Zeichen des Friedens zwischen Jung und Alt.

 

4. Ich möchte nicht zum Mond gelangen, jedoch zu meines Feindes Tür.

    Ich möchte keinen Streit anfangen; ob Friede wird, liegt auch an mir.

 

Text: Kurt Rommel 1963       Melodie: Paul Gerhard Walter 1978

Andacht zum 18. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 18. März 2021

 

Losung:           Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg;

                        aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.               Sprüche 16,9

Lehrtext:         Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber;                    sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott. 2. Korinther 3,5

 

Ich war Pastor im Hilfsdienst. Also vor 30 Jahren. Eine Frauenhilfsfrau durfte sich zu ihrem Geburtstag ein Lied aus dem Gesangbuch wünschen. EKG (Evangelisches Kirchengesangbuch Nr. 527) Stern auf den ich schaue. Bei den Worten „Führer dem ich traue“, lief es mir heiß und kalt den Rücken runter. Im Jahr 1990 wünscht sich eine Frau so ein „Nazilied“ und alle singen inbrünstig mit. Was hat das im evangelischen Gesangbuch verloren. Ein wenig Nachdenken hätte geholfen.

Tut es meistens. Der Text wurde von Adolf (auch das noch) Krummmacher 1857 getextet. Die Melodie dazu hat Minna Koch 1901geschrieben. Später haben Frauen mir erklärt, dass dieses Lied in der Zeit des Nationalsozialismus in Gemeinden der Bekennenden Kirche eine Art Protestlied gegen den selbsternannten „Führer“ war. Unser Führer ist Jesus Christus. Ihm folgen wir.

Ihm trauen wir. Auch wenn unser Lebensweg uns durch dunkle Täler führt.   

Auf der einen Seite ein Führer der Wege sucht die Welt zu beherrschen.

Auf der anderen Seite , der Führer, der unsere Wege auf den rechten Pfad lenken will.

Ein Weg der durch Glaube, Hoffnung und Liebe geprägt sein soll. 

Auf der einen Seite ein Volk, das tüchtig Waffen schmiedet und Gräber schaufelt. 

Auf der anderen Seite Menschen die menschlich blieben, die armen Nachbarn helfen, Zwangsarbeitern Brot zustecken, jüdischen Familien bei der Flucht helfen und Waisenkinder aufnehmen. Menschen die tüchtig und selbstlos handelten, und dabei nicht Stolz waren und sich auf die eigene Schulter klopften.

Paulus scheibt an die Korinther seinen 2.Brief. Da agieren die Superapostel, die von sich überzeugt sind, dass ihre hervorragenden Fähigkeiten die Gemeinde zu Begeisterungsstürmen verhelfen.

Paulus dagegen hat erfahren, dass seine Missionsstrategie, so er denn eine hatte, nicht immer aufging. Das Scheitern gehört dazu. Schiffbruch erleiden ebenso. Auf Ablehnung oder Gleichgültigkeit zu stoßen blieb ihm trotz aller Tüchtigkeit nicht erspart. Und ich stelle mir vor, wenn „der Stachel im Fleisch“ ihn zu sehr plagte, wird wer sich vor Gott krank gemeldet haben.

Ich weiß es aus eigener Erfahrung: Wenn einen Koliken als Folge von Nierensteinen quälen wird die Arbeitswut stark gebremst. Gott lenkt, Gott schenkt Tüchtigkeit, auch Gaben und Fähigkeiten.

 Das Lied vom „Stern auf den ich schaue“ ist mir in vielen Situationen  zum Trost und Mutmachlied geworden. Jetzt ist es die Nummer 407 im Evangelischen Gesangbuch (EG)

Rolf Schuld  (passchuld(at)aol.com)

Jetzt ist es die Nummer 407 im Evangelischen Gesangbuch (EG)

 

1. Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh,
Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh,
Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh,
Ziel, das ich erstrebe: Alles, Herr bist Du!

 

2. Ohne Dich, wo käme Kraft und Mut mir her?
Ohne Dich, wer nähme meine Bürde, wer?
Ohne Dich zerstieben würde mir im Nu
Glauben, Hoffen, Lieben; alles, Herr, bist Du!


3. Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin,
bis die Glocken schallen und daheim ich bin.
Dann mit neuem Singen jauchz ich froh Dir zu:

Nichts hab ich zu bringen; alles, Herr, bist Du!

Andacht zum 17. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 17. März 2021

 

Losung            Du bist ein Gott, der mich sieht.      1.Mose 16,13

 

Lehrtext          Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern                    schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Lukas 18,13

 

Eine Konfirmandin hat mal gesagt: „In Wirklichkeit muss man immer fit sein, man darf keinen Fehler machen , sonst ist man out. Oder wie es im Titel eines Bluessong von Erich Clapton heißt:

„Nobody knows you, wenn you‘re down and out.“

Wenn du unten bist und out, dann will dich niemand mehr kennen,  nicht einmal deine Freunde.

Ich selbst habe häufig Alpträume, dass mir im Dienst ein dummer Fehler geschieht, und dass Menschen in der Gemeinde, die mir lieb geworden sind, mich fallen lassen , mit mir hart und gnadenlos ins Gericht gehen. 1. Mose 16 ist die Geschichte von Hagar. Eine Magd von Abram der später Abraham genannt wird. Sara und Abram waren kinderlos. Hagar wird, heute würden wir sagen, Leihmutter. Hagar versprach sich mehr. Sie wäre gerne neben Sara anerkannte Zweitfrau geworden. Nach altorientalischem Recht hätte sie das Kind neben Sara gebären müssen, um ihr den Sohn als rechtmäßigen Erben Abrahms in Sarahs Schoss zu legen. Danach wäre Hagar wieder rechtlose Magd. Hagar rebelliert. Sara ruft Abram auf, Hagar klar zu machen, dass sie rechtlos ist.

Abram stellt die „gute“ Ordnung wieder her. Das veranlasst nun Sara, Hagar zu schikanieren, sie als Magd und Sklavin, wie den letzten Dreck zu behandeln. Ein alttestamentlicher Fall von Mobbing. Die schwangere Hagar flieht. Nach den geographischen Angaben ist sie sehr weit weg. An einer Quelle kommt ein Bote Gottes zu ihr. Der befiehlt, dass Hagar zurück zu Abram gehen und sich Sara beugen soll. Ihr Sohn soll Ismael heißen und ihm wird eine große Zukunft verheißen. Hagar erkennt hinter dem Boten/ Engel Gott selbst. Sie, sagt: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

 Gott sieht auf die, die unten stehen.

Im  Jahr 1731 erschien ein Roman, der heute weitgehend vergessen ist. „Die Insel Felsenburg“ von Johann Gottfried Schnabel. In dem Roman wird geschildert wie einige gläubige Menschen auf einer einsamen Südseeinsel eine Insel der Glückseligkeit schaffen wollen. Ein Gottesstaat, in dem nur  auserwählte fromme  und rechtschaffene Menschen aus allen Ständen  als Mitbürger erwünscht sind.

Wen würden sie mitnehmen auf solch eine einsame Insel?

Verbrecher, Korrupte Politiker, Ärzte die in Abrechnungsskandale verwickelt sind wohl eher nicht. Zur Zeit Jesus war der Zöllner Inbegriff eines Menschen, der gottlos und unsozial ist. Von den anständigen, gesetzestreuen Pharisäern verachtet steht der Zöllner alleine im Tempel. Reumütig betet er: „Gott sei mir Sünder gnädig.“ 

Jesus sagt: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

 

Gesangbuch Nummer 309 nach Lukas 1,46-55 Lobgesang der Maria (Magnificat)

1. Hoch hebt den Herrn mein Herz und meine Seele, den großen Gott, dem ich mein Heil befehle.

Dass er mein Heiland ist, frohlockt mein Geist, der seinen Gott, den Herrn und Retter, preist.

 

2. Er hat auf meine Niedrigkeit gesehen, und große Dinge sind an mir geschehen.

Barmherzig ist er jeglichem Geschlecht, wo Furcht des Herrn bewahrt sein heilig Recht.

 

3. Gewaltige stößt er von ihren Thronen; wer niedrig stand, darf hoch in Ehren wohnen.

Die Reichen lässt er leer im Überfluss,macht Arme reich, macht satt, wer darben muss.

Text: Fritz Enderlin 1952

Andacht zum 16. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 16. März 2021

Losung;           Lass mich deine Herrlichkeit sehen! 2.Mose 33,18


Lehrtext          Philippus spricht:  Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu               ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus?

                        Wer mich sieht, der sieht den Vater.  Johannes 14,8-9

Kaum ein Zweiter im Alten Testament spricht so vertraut mit Gott wie Mose.

Mose war umwerfend direkt und fordernd in seinen Gesprächen mit Gott.

Manchmal hat man den Eindruck: Mose fehlt die Distanz zum allmächtigen Gott. Aber auch Gott kommt dem Mose so nahe wie sonst kaum jemanden. 2. Mose,  Kapitel 33,11. steht:

"Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet."  

Nicht nur hören, er will auch sehen. Mose bittet: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“

Für die Israeliten war es klar: Niemand kann Gott sehen. Ein Mensch vergeht, wenn er in den Raum von Gottes Heiligkeit kommt. Einzelne haben Spuren von Gott gesehen, z. B. Mose früher in seiner Jugend am brennenden Dornbusch. Oder Elia hat später Gott erlebt im sanften Sausen eines Windes.  Was hat es mit der „Herrlichkeit Gottes“ auf sich?

In den Anmerkungen zur Lutherbibel heißt es: Mit Herrlichkeit Gottes ist die „sichtbare Erscheinung seiner göttlichen Majestät gemeint – zu denken als strahlender Lichtglanz“.

Gott sehen wollen. Von Angesicht zu Angesicht. Mose hat diesen verständlichen Wunsch, Gott in die Augen blicken zu wollen. Ich verstehe ihn gut: Wir nehmen so viel in unserer Welt über die Augen wahr. Was wir sehen, meinen wir nicht mehr bezweifeln zu können. Gott sehen wollen – aber Gott will es anders. Er will uns nicht begegnen über die Augen im Kopf, sondern durch die Augen des Herzens. Das Wesentliche an einem allmächtigen Gott lässt sich nicht einsperren in die begrenzte Welt, die uns unsere wahrnehmenden Sinne anzeigen.
Zurück zu Mose: Er bekommt Gott nicht zu sehen. Aber er darf hinter ihm hersehen. Und er wird das Nachsehen haben. Mose wird nicht das gelobte Land betreten. Aber seine Mission, Israel dort hinzuführen geht in Erfüllung.   

Wie Mose suchen auch die Jünger, im Lehrtext ist es stellvertretend Philippus, den direkten Draht zu Gott. Zeige uns den Vater. Die Jünger haben nicht verstanden, dass Jesus, der Sohn, gewissermaßen das irdische Spiegelbild der Herrlichkeit des Vaters ist.

Die Menschwerdung Gottes ist Kern des christlichen Glaubens. Die Gottwerdung des Menschen Jesus ist der unglaubliche Umkehrschluss. Vater und Sohn sind eins. Nur so lässt sich die Passionsgeschichte des Johannes nachvollziehen. Vom Wort des Pontius Pilatus: „ Seht, was für ein Mensch.“ zum Wort Jesu: „Es ist vollbracht.“ als er stirbt. Jesus stirbt nicht ohnmächtig am Kreuz sondern voller göttlicher Vollmacht schafft er eine neue Zukunft.

Rolf Schuld  / Passchuld@aol.com

 

Gesangbuch Nummer 450     Morgenglanz der Ewigkeit

 

1. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit 

    deine Strahlen zu Gesichte  und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.

 

3. Gib, dass deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut

    bei entstandner Morgenröte, dass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.

 

5. Leucht uns selbst in jener Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Tränenfeld

    in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht.

Andacht zum 15. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 15. März 2021

Losung:           Unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen. Und                    wenn er’s nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren                        und das goldene Bild nicht anbeten werden. Daniel 3,17.18

Lehrtext:         Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

                        Apostelgeschichte 4,20

 

Vor vielen Jahren haben wir mit dem Männerdienst die Ausstellung Helden im Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen besucht. Helden von Uwe Seeler über Lara Croft bis zu Mutter Theresa.  Nach dem Rundgang durch die Ausstellung hatten wir eine Führung durch das Industriemuseum gebucht. Ein ehemaliges Mitglied des Betriebsrats der Henrichshütte und Sicherheitsbeauftragter hat die Führung übernommen. Sachkundig erklärte er wie die Stahlherstellung funktioniert und mit schwarzem Humor hat er an manchen Stellen auf die Gefahren hingewiesen, und welche Unfälle alles geschehen waren in seiner aktiven Zeit. Bei Temperaturen von 1300-1400 Grad wird Eisen flüssig. Tagtäglich waren die Stahlarbeiter solchen Temperaturen nahe. Ein falscher Schritt konnte tödlich ausgehen.

Bei dem Feuerofen im Buch Daniel stelle ich mir einen Hochofen vor. Eine Militärmacht, wie die Babylonier, benötigten für ihre Waffen Eisen. Zu allen Zeiten demonstrierten Machthaber ihre Stärke durch die Präsentation ihrer überlegenen Waffentechnologie und Waffenindustrie. Nebukadnezar stellt ein goldenes Standbild von sich auf. Alle sollen ihre Loyalität erwiesen und das Standbild anbeten und sich davor verneigen, sonst droht der Tod im Flammenofen.

Drei Juden, die sich im Exil in hohe staatliche Posten gedient haben, verweigern das.

Ihre Namen sind Schadrach, Meschach und Abed-Nego.

Sie werden denunziert. Aber sie bleiben ihrem Gott treu. Unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen. Und wenn er’s nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten werden.“

Wahre Helden, die wissen , dass ihr Heldenmut nicht in einem Happyend enden muss.

In der Heldenausstellung gab es auch einen Feuerwehrhelm eines Feuerwehrmannes zu sehen, der am 11. September 2001 beim Einsturz des World-Trade-Centers in New York ums Leben kam.

 

Die drei Männer im Buch Daniel werden in den Feuerofen geworfen. Auf wunderbare Weise bleiben sie am Leben. Juden im Exil. Juden in der Diaspora. Eine Geschichte der Anfeindung. Eine Geschichte des Antisemitismus. Eine Geschichte auch von Juden die Pogromen auf wunderbare Weise entfliehen konnten, die sogar das Konzentrationslager überlebten. 

Die Apostel in der Urgemeinde mussten auch Anfeindungen erleben. Petrus und Johannes werden vor die Hohepriester und Schriftgelehrten geladen. Man möchte ihnen verbieten öffentlich von Jesus Christus Zeugnis abzulegen. Sie antworten: „Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“  Petrus hat sich nach der Gefangennahme Jesu alles andere als heldenmütig verhalten. Er hat Jesus dreimal verleugnet. Jetzt redet er freimütig, weil Gottes Geist ihn von der Furcht um sein eigenes Leben befreit hat.

 

Gesangbuch Nr. 605 Herr, gib uns Mut zum Hören

 

1.         Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst.

            Wir danken dir, dass du es mit uns wagst.

            2.         Gib du uns Mut zum Leben, auch wenn es sinnlos scheint.

                        Wir danken dir, denn du bist uns nicht feind.

                        4.         Gib du uns Mut zur Stille, zum Schweigen und zum Ruhn.

                                   Wir danken dir: Du willst uns Gutes tun.

5.         Gib du uns Mut zum Glauben an dich, den einen Herrn.

            Wir danken dir, denn du bist uns nicht fern.

Text und Melodie: Kurt Rommel 1964/1994

Predigtgedanken zum Sonntag, 14. März 2021 (Lätare)

Predigtgedanken Sonntag Lätare

Wochenpsalm 84 und Wochenlied EG 396,3

 

 

„Wie lieblich sind deine Wohnungen Her Zebaoth! Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für Ihre Jungen-deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.“

Wochenpsalm 84,2+4

 

Im Laufe meines Lebens habe ich schon die merkwürdigsten Orte gesehen, an denen Vögel ihre Nester gebaut haben.

In Erinnerung sind mir ein Briefkasten in der Nachbarschaft, ein Loch in dem Mast, der die Ampel an der Heinrich -Königstraße hält und eine alte Aktentasche, die aus was auch immer für Gründen auf dem Dach einer Gartenlaube gelandet ist.

 

In der Hitparade der außergewöhnlichen Nistplätze belegt in meiner persönlichen Rangliste allerdings das geöffnete Maul eines riesig großen Plastikdinosauriers in einem Freizeitpark den ersten Platz.

Man sieht scharfe Zähne, kleine böse blickende Augen im reptilienartigen Gesicht des bedrohlich wirkenden Tieres und, wenn man mutig in seinen Rachen hineinschaut, ein Nest, in dem ein Vogelkind sitzt.

 

 Es ist wohl nicht leicht einen passenden Nistplatz zu finden

 So ist es eine Erfolgsmeldung, die wir  im Psalm lesen: “ Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen- deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.“

Klingt so, als hätten sich damals Vögel auch in Altären eingenistet.

Was würden wir heute wohl dazu sagen? Überwiegt die Freude über die Lebendigkeit, oder steht vor allem die Sorge, um eine zusätzliche Reinigungs-oder gar Instandsetzungsarbeit im Vordergrund?

Ruckzuck ist vielleicht eine Expertin vom NABU da, und falls es eine gefährdete Vogelart ist darf vielleicht die Orgel dann nicht mehr so laut spielen.

Andererseits, wenn die Predigt langweilig ist gibt es wenigstens was zu gucken. Schöne Vorstellung also: „ Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen- deine Altäre.

Oder drehen wir den Spieß um. Da, wo ein Vogelnest ist ,da ist ein Altar Gottes. Wo Leben ist - bei Vogelkindern besonders schön sicht-und hörbar- ,da ist Gott.

Wer mag, kann da einen Moment Pause machen, dem Schöpfer danken und mit einem Lächeln weiterziehen.

Zurück zum Dinosaurier, ein Carnotaurus, wie ich nachgeschlagen habe.

Waren die Nestbauer besonders mutig oder besonders schlau,  vielleicht besonders fromm, voller Gottvertrauen?

Man muss ja erst mal darauf kommen, im Rachen eines Drachen ein Nest zu bauen.

Das spräche  für Mut. Oder sie wussten, dass sie sich in einem Freizeitpark befinden, mit Dinos, die nur aus Plastik sind, das spräche für klug.

Beim genauen Hinsehen und Hinhören, konnte ich nicht nur das Piepsen der Jungen, die  Würmer bestellten und bekamen hören, sondern auch die Melodie eines Kirchenliedes, nämlich EG 396, Jesu meine Freude. Das spräche für besonders fromm.

Es war die dritte Strophe: „Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe Welt , und springe ; ich steh hier und singe, in gar sicherer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht, Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen.

 

Dieses Vertrauen, dass die Schrecken der Welt nicht leugnet, aber die  Überlegenheit des lebenschaffenden Gottes feiert, das wünsche ich Ihnen und mir.

 

Amen

 

Gebet:

 

Guter Gott, du Schöpfer und Erhalter des Lebens, lass uns voll Dankbarkeit die Zeichen des Lebens auch in bedrohlicher Zeit wahrnehmen. Schenke uns Vertrauen und lass uns das Leben achten.

Wir danken Dir und bitten dich bleibe Du an unserer Seite.

Amen



 

Andacht zum 13. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 13. März 2021

Losung            Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie der HERR will. Sprüche 16,33

 

Lehrtext          Ihr solltet sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

                        Jakobus 4,15

 

Ein Rundumschlag gegen die Überheblichen, die sich ihrer Erfolge rühmen. Die denken sie können sich alles erlauben, was sie sich leisten können. Die über jene, die ihre Ämter nicht zum eigenen Vorteil benutzen, denken: Die müssen ja ganz schön dumm sein.

Solche Menschen fragt Jakobus: Was ist euer Leben? (Was ist der Sinn eures Lebens.)

Er gibt die Antwort selbst. : Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.

 

Jakobus ruft auf zur Dankbarkeit für das Leben (Wenn der Herr will, werden wir leben) und zum Abwägen, was man im Leben tut und lässt. Das Gute tun und das Böse lassen oder den Irrweg gehen, und das Gute lassen und das Böse tun. 

 

Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie der HERR will, heißt die Losung. Für jemanden der als Kind gelernt hat: „Jeder ist seines Glückes Schmied“, kommt mir das zu fatalistisch vor.

Und doch: Die Wahrscheinlichkeit in dieser Welt von 8 Milliarden Menschen das Los zu haben, auf der Flucht zu sein, steht bei 1 zu 100. Die Wahrscheinlichkeit zu den Menschen, die unter der Armutsgrenze von 2 Dollar Tageseinkommen stehen, liegt bei 1 zu 1.

Wie hoch ist die Chance arbeitslos, obdachlos, hoffnungslos zu sein?

 

Und dürfen die, die das Los gezogen haben, Krankenversichert, mit guter Pension also sorglos in die Zukunft blicken zu dürfen, auf die mit der Niete herunterblicken und sagen: „Selber Schuld.“ 

 

Es wäre spannend, wenn Jakobus mit einem Sprücheklopfer (Pardon) diskutieren würde:

Ist das Leben eine Lotterie? Denn Gott verteilt Hauptpreise, Trostpreise und Nieten ohne Gewähr.

 

Wenn der Herr will, werden wir leben: Ich habe die Gewähr, dass Gott das Leben will.

Ich habe die Gewähr, dass bei aller Ungerechtigkeit in der Welt: Gottes Wille ist, dass die Liebe zur ausgleichenden Gerechtigkeit führt.   

 

 

Gesangbuch Nummer 94

1. Das Kreuz ist aufgerichtet, der große Streit geschlichtet.

Dass er das Heil der Welt in diesem Zeichen gründe,

gibt sich für ihre Sünde der Schöpfer selber zum Entgelt.

 

4. So hat es Gott gefallen, so gibt er sich uns allen.

Das Ja erscheint im Nein, der Sieg im Unterliegen,

der Segen im Versiegen, die Liebe will verborgen sein.

 

5. Wir sind nicht mehr die Knechte der alten Todesmächte

und ihrer Tyrannei. Der Sohn, der es erduldet,

hat uns am Kreuz entschuldet. Auch wir sind Söhne und sind frei.

 

Text: Kurt Ihlenfeld 1967

 

Andacht zum 12. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 12. März 2021

Losung:            Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.  Psalm 22,11

Lehrtext           Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Römer 14,8

 

Als Jesus am Kreuz stirbt betet er mit Worten aus dem 22.Psalm.

„ Meine Gott, warum hast du mich verlassen.“ 

 

Eine Konfirmandengruppe hat sich mit diesem Psalm beschäftigt und sich zu einzelnen Versen kleine Geschichten ausgedacht.

 

Psalm 22,7  Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke

Eine junge Frau, die immer sehr auf Ihr Äußeres geachtet hat, wurde bei einem Autounfall schwer verletzt. Ihr Gesicht ist durch Narben entstellt. Sie hat Angst unter Menschen zu gehen. Sie denkt, alle würden sie auslachen und sie wegen ihres Aussehens verachten.

 

Psalm 22,8  Alle die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf.

Sie hatte die Hauptrolle in der Theatergruppe.

Doch als die Aufführung in der Aula war, da wurde sie so nervös, dass sie ihren Text vergaß. Als ihr großer Auftritt kam, stotterte sie nur wirres Zeug. Die Zuschauer lachten sie aus. Und ihre Mitschüler waren sauer, weil sie alles verpatzt hatte. Hinter ihrem Rücken nannte man sie nur noch: „Die Versagerin!“

 

Psalm 22,14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe.

Wegen jeder Kleinigkeit wird ein Mädchen von ihren Eltern angeschrien und ausgeschimpft.

Und auch die Lehrer hacken ständig auf ihr herum.

 

Psalm 22 15   Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wasser.

Da steht sie. Abgemagert bis auf die Knochen. Wenn sie etwas isst, dann stopft sie Unmengen in sich hinein und bricht dann alles wieder aus. Sie ist magersüchtig. Und niemand versteht, wie elend sie sich fühlt. 

 

Und dazwischen: Psalm 22,11 Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. 

Doch die Mutter liebt ihr Kind nicht. Sie ist 35 als sie den Jungen, das dritte Kind, zur Welt bringt.

Die Ehe zerbricht. Der Mann verschwindet. Sie muss putzen gehen und hätte so gerne noch was vom Leben gehabt. Das jüngste Kind wird es zu spüren bekommen , dass er nicht gewollt  ist.

Doch Mutter bleibt Mutter. Ohne sie hätte er nicht gelebt.

 

 Und Gott bleibt Gott, ob ich lebe oder sterbe. Ich bin des Herrn. 

 

Aus einer Mediation zum 95 Psalm von Peter Spangenberg:

 

Unser Gott ist größer als alles Denkbare.

In seiner Hand liegt alles, das Kleine und das Große,

die Blumen, die Körner, die Ameise, der Zaunkönig

und die Berge, die Meere, die Planeten, das Universum.

Kommt, macht mit, wenn wir ihm das alles sagen

und ihm zeigen, wie froh wir sind, seine Kinder zu sein.

Unser Gott ist eben unser Gott, und wir gehören ihm.

 

 

Andacht zum 11. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 11. März 2021

Losung:           Wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht. Micha 7,8

Lehrtext:         Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. 1. Thessalonicher 5,5

 

Ich stelle mir vor: An einem Sonntag im März 1902 gab es in Linden einen Gottesdienst. Pfarrer Ewald Steiniger hat am Samstag vorher noch lange beim Schein seiner Petroleumlampe an seiner Predigt gearbeitet Er liest im Alten Testament: „Wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht.“ Für die Taufe sucht er noch einen passenden Taufspruch aus für die kleine Eleonore. Fünf Geschwister von ihr hat er schon in letzten Jahren getauft.

Der Älteste, August heißt er, arbeitet jetzt mit 14 Jahren schon unter Tage auf Zeche Baaker Mulde. Die Familie braucht ja jeden Pfennig. Fünf Kinder, der Vater oft krank, seit er die schwere Lungenentzündung hatte. Jetzt arbeitet er als Pförtner bei Dr.C.Otto, weil er keine körperlich schweren Arbeiten verrichten kann. Aber da verdient er zu wenig um die Familie zu ernähren.

Viele Familien leben in Not. Aber es wird besser. Immerhin ist Frieden, seit 30 Jahren schon. Damals als der deutsch französische Krieg zu Ende ging, kam Steiniger nach Linden.

Ach ja: Der Taufspruch für Eleonore: „Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages.“

Das passt und er denkt: Kinder sollten Kinder des Tages sein und nicht Untertage arbeiten müssen.

Wieviel Lindener werden wohl in diesem Jahr im Winter frieren, weil sie kein Geld für Kohle haben und nichts Vernünftiges zum Anziehen? 

Ewald Steiniger stopft sich noch einmal seine Meerschaumpfeife. Zieht ein paar Züge.

Und liest dabei noch einmal sein Predigt, die er geschrieben hat durch. Dann geht er schlafen.

12 Jahre später am 9.11.1914 bricht der 1. Weltkrieg aus er dauert bis 1918.

Ich stelle mir vor: Im März 1919 bereitet Ewald Steiniger in seinem Dienstzimmer den Gottesdienst vor. Er ist alt geworden. Aber immer noch Pfarrer. In der vergangenen Woche hat er Eleonore beerdigen müssen. Sie ist nur 17 Jahre alt geworden. Im Steckrübenwinter 1916/1917 war ihre Mutter gestorben. Im Januar 1918 war ihr ihr Bruder August als Soldat verwundet worden.

Aus dem Lazarett hat man ihn nach Linden geholt.  Man konnte ihn nicht mehr retten im Evangelischen Krankenhaus. Blutvergiftung. Beerdigt wurde er in seinem Konfirmationsanzug, der vom Kaufhaus Lipper vom Juden Lipper gespendet war. Der Anzug war ihm zu groß.

So abgemagert war er . Eleonore starb an Diphterie. Der Krieg, die Entbehrungen, haben Opfer gekostet. Kriegswitwen. Waisen. Invaliden. „Wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht.“ 

Steiniger freut sich auf Ostern. Wenn in der Osternacht die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen wird. Trotzig wird er predigen über 1.Thessalonicher 5: Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages.

 

Gesangbuch Nummer 74      

1. Du Morgenstern, du Licht vom Licht, das durch die Finsternisse bricht,

du gingst vor aller Zeiten Lauf in unerschaffner Klarheit auf.

 

2. Du Lebensquell, wir danken dir,  auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;

denn du durchdrangst des Todes Nacht, hast Sieg und Leben uns gebracht.

 

4. Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht, führ uns durch Finsternis zum Licht,

bleib auch am Abend dieser Welt als Hilf und Hort uns zugesellt.

 

Andacht zum 10. März 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 10. März 2021

Losung            Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

                        Jeremia 31,3

Lehrtext          Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

                        1. Johannes 4,1

 

Können sie sich noch an ihre erste große Jugendliebe erinnern, an die erste Liebeserklärung, den ersten Kuss? Haben sie sich auch ewige Liebe geschworen?

Doch die erste große Liebe ist meist nicht von Dauer. Meist endet sie mit einer Enttäuschung. Schmerzhaft ist der Liebeskummer nach der Trennung. Man geht auseinander und sieht sich vielleicht niemals wieder. Aber vergessen kann man diese erste Jugendliebe nie.

Selbst dann nicht, wenn man die Liebe fürs Leben findet, wenn man heiratet und glücklich zusammen alt wird. Aber nun stellen sie sich einmal folgendes vor:

Nach 40 Jahren erreicht sie ein neuer Liebesbrief von ihrer ersten großen Liebe.

Eine Liebeserklärung, in der  erneut die große Liebe eingestanden wird. Das ist unvorstellbar.

In 40 Jahren ist so viel geschehen, da kann man die Zeit nicht einfach zurückdrehen?

Die Losung für den heutigen Tag handelt von solch einer Liebeserklärung mit der niemand mehr gerechnet hat. Was war geschehen?

Gott hatte Israel, dieses kleine und unscheinbare Volk auserwählt. Er hatte Israel lieb-gewonnen. Er hat es aus der Sklaverei in Ägypten befreit und in das gelobte Land Kanaan geführt.

Aber Liebe beruht auf Gegenseitigkeit.  So galt für Israel als höchstes Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.

Die ersten Propheten Amos, Hosea und Micha warnten Israel immer wieder davor, Gott untreu zu werden· Doch vergeblich. Einige Könige Israels verehrten fremde Götter. Das Volk fiel von Gott ab. So ging die große Liebe zwischen Gott und Israel in die Brüche. Israel wurde erobert und die babylonische Gefangenschaft geführt: Jerusalem wurde besetzt und der Tempel zerstört.

 

Für Israel bedeutete dies: Gott hat sein Volk verlassen! Wieder in Gefangenschaft, wie vor ewigen Zeiten in Ägypten, erkannte Israel die Fehler, die es begangen hatte. Sie bereuten ehrlich und hatten lange noch die Hoffnung, dass Gott sie nicht endgültig verlassen habe. Doch nach 40 Jahren im Exil, gaben sie alle Hoffnung auf. Es gab kein Zurück mehr zur großen Liebe zwischen Gott und Israel. In dieser Situation tritt: der Prophet Jeremia auf und überbringt den Juden im Exil  Gottes Liebeserklärung.  So spricht der Herr:

„Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“

Gott- so fern und doch so nah- aus reiner Güte.

Im 1.Johnannesbrief ist Liebe die Variable in einer einfachen Gleichung.

Da Gott die Liebe ist, wird die Nähe des Menschen zu Gott durch die Liebe bestimmt.

Wer an Gottes Liebe Teil hat, der ist in Gottes Nähe eingehüllt. Liebloses Handeln führt zur Gottlosigkeit. Aber das ist nur einseitig. Gottes Liebe, seine Güte und Barmherzigkeit stirbt nicht einmal am Kreuz.

Gesangbuch Nummer 98       Korn, das in die Erde

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, / Keim, der aus dem
Acker in den Morgen dringt - / Liebe lebt auf, die längst
erstorben schien: / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

 

2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, / wälzte ihren
Felsen vor der Liebe Grab. / Jesus ist tot. Wie sollte er noch
fliehn? / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

 

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, / unser Herz
gefangen in Gestrüpp und Dorn - / hin ging die Nacht, der dritte
Tag erschien: / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Predigt für Sonntag, 28. Februar 2020 - Reminiscere

28.2.2021  Predigt zum Sonntag Reminiscere 

Rolf Schuld  Passchuld@aol.com

 

Reminiscere heißt der Sonntag nach dem Eingangswort aus Psalm 25 :

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. (Ps 25, 6) Oft gehen diese Eingangsworte, die den Sonntagen ihre Namen gaben in der Begrüßung unter. Aber heute bin ich am Eingangswort hängen blieben: Gedenke Herr an deine Barmherzigkeit und Güte. Ist das nicht anmaßend. Müssen wir Menschen, Geschöpfe nur , Gott ermahnen, dass er an seien Barmherzigkeit denkt. Halten wir ihn für so vergesslich. Ist der ewige, im fortgeschrittenen Alter  ( wie gerne wurde er als alter Mann mit Bart gemalt) etwa altersdement. Sitzt er da auf seinem Thron im Himmelreich: Schaut herab und denkt: irgendetwas war da doch mal- mit diesen Menschen- mit den komischen Namen: Adam und Eva, Abraham und Mose, David und Goliath. Ich erinnere mich schwach; früher haben sie mal nach mir gefragt, wie es mir geht, was ich so denke, was ich mir wünsche. Aber so lange schon kümmert es sie nicht mehr was mit mir ist. Na ja: Ich bin Gott: Ich brauche sie nicht: und wenn sie meinen sie brauchten mich auch nicht, dann sollen sie halt zusehen wie sie alleine klar kommen. Vielleicht hört Gott bevor er die Menschen ganz aus seinem Gedächtnis streicht  noch einmal an diesem Sonntag Reminiscere, wie in Fernsehgottesdiensten und Lifestreams in Radioandachten oder auf dem Papier gesagt wird: gedenke Herr, deiner Barmherzigkeit und Gnade

Und der Allmächtiger denkt:

„Ach ihr wollt mich erinnern? Dabei habt selbst lange vergessen was Barmherzigkeit und Gnade heißt. Erinnert ihr euch: erinnert euch wie ich zu euch gesprochen habe.

Geduldig und von großer Güte durch meinen Sohn oder zornig und scharfzüngig durch meine Propheten.   Wie Jesaja mit seinem Protestlied :

 

Jesaja 5 1-7

                    Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

 5 Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem

 Freund und seinem Weinberg.

 Mein Freund hatte einen  Weinberg auf einer fetten Höhe.

 2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben.

 Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf,

daß er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

 3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas,

zwischen mir und meinem Weinberg!

 4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, daß er gute brächte?

 5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will!

Sein Zaun soll weggenommen werden, daß er verwüstet werde,

und seine Mauer soll eingerissen werden, daß er zertreten werde.

 6 Ich will ihn wüst liegen lassen, daß er nicht beschnitten noch gehackt werde,

sondern Disteln und Dornen darauf wachsen,

und will den Wolken gebieten, daß sie nicht darauf regnen.

 7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel

und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing.

Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch,

auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

 

 

Der politische Prophet Jesaja singt seinem Volk dies Lied. Aber was nützt solch ein Lied?

Jesaja kann nichts mehr verhindern. Als er dieses Lied vorträgt ist das Unglück schon geschehen. Er mahnt nicht zur Besserung. Sondern stellt an den Pranger.Er sagt:

Da seht ihr was ihr nun davon habt von Rechtsbruch und Schlechtigkeit.

Von Betrug und Korruption.  Israel ist erobert worden. Jerusalem und der Tempel zerstört.

Die Oberschicht ist in Gefangenschaft nach Babylon verschleppt worden.

Das einfache Volk versucht in den Trümmern der Dörfer und Städte und mit den verbrannten Feldern und Gärten zu überleben.

 

Was nützt solch ein Lied? Was geschehen ist lässt sich nicht rückgängig machen .

Bestenfalls geht es um einen Neubeginn. Hat der zerstörte Weinberg Gottes noch eine Zukunft. Gibt es noch Hoffnung für die Menschheit, für Gottes Schöpfung?

Ist es den Menschen möglich aus seinen Fehlern zu lernen?

Oder wiederholt er doch nach Generation für Generation immer wieder  die alten Fehler.

Auf jeden Fall ist es besser mit Ernst und wenn es sein muss auch scharfzüngig ,

Unrecht was geschieht beim Namen zu nennen. 

Anzuklagen, und nicht unter den Teppich kehren , was Unheil bringt.

Protestieren, und sich nicht alles gefallen lassen- was im Namen von heiligen Sachzwängen, und wirtschaftlichen Notwendigkeiten geschieht.

 

Ich will am Ende noch einmal ein anderes Lied anklingen lassen.

Jesus hat mit den selben Bilder wie der Prophet Jesaja erzählt.  

Im Weinberg Gottes hat die Lese begonnen.  

Er schickt Leute, die seinen Anteil einsammeln sollen. Aber die, deren Aufgabe das Einfordern der Früchte ist, werden mit leeren Händen und dazu mit Hohn und Spott zurückgeschickt. Andere werden misshandelt, geschlagen, gefoltert und getötet.

Die Rechenschaft wird verweigert. Wer nach Missständen fragt, ist selber schuld.

Wer die Abrechnung sehen will, findet leere Büroschränke.

Denen, die so genau nachfragen, muss man den Mund verbieten und ihn zum Schweigen bringen. Nimmt die Zerstörung gar kein Ende? Was kann der Herr des Weinberges noch tun?

 Aber am Ende steht wieder ein Lied. Es ist so, als könnte ein Lied die Stummheit lösen. Aus den Trümmern des Weinbergs wird ein Stein geborgen. Es ist der Stein für den Neuanfang. Der Trümmerstein erinnert an den gesegneten Anfang. Was für ein Bild!

Jesus, der Gottessohn, wird mit einem Trümmerstein verglichen. In ihm ist die Vision des fruchtbaren und gesegneten Weinbergs zu erkennen, dessen Erbauer keine Mühe gescheut hat. Der Stein steht für das Ganze.

"Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden; durch den Herrn ist dieser es geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen."

An dem Eckstein ergibt sich das Maß und die Qualität der anderen Steine.

Er gibt Halt und Vorbild für den Weiterbau. Wir sehen auch auf das andere wunderbare Bild.

Jesus spricht, Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben.

 Der Wurzelstock bringt die Möglichkeit, dass neue Früchte reif werden. Was bleibt, ist die Mahnung, am Weinstock zu bleiben, um fruchtbar zu sein.

 

Christus der Weinstock . Er garantiert die Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Er macht uns zu Arbeitern im Weinberg Gottes. Schenkt uns die Aussicht auf gute Ernte. Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus . Amen.

 

Gebet:

 

Wie mühsam wird das doch oft für Dich sein, o Gott, mit uns unterwegs zu sein. Was

musst Du Dich mühen und sorgen, wie viel Geduld und Nachsicht mit uns haben. Wir

sind wohl nicht die Angenehmsten für Dich in Deiner Schöpfung. Aber Du wendest

Dich hoffentlich nicht von uns ab. Du wirst uns doch nicht allein lassen. Gottverlassen

wären wir dann. Allein nur mit unseresgleichen. Das wäre nicht gut.

So bitten wir Dich: Wende Dein Herz doch weiter uns zu. Behalte uns im Auge, aber

vor allem behalte uns in Deinem Herzen. Wir wollen Dir sehr dankbar dafür sein.

Amen.

 

Gottes Segen sei mit dir
auf dem gewundenen Pfad
deines Lebensweges,
bei deinen Aufgaben
in Familien und Beruf,
bei deinen Entscheidungen,
die du täglich triffst,
bei jedem Schritt,
den du ins Unbekannte tust.
Gottes Segen sei mit dir.


(Brigitte Enzner-Probst und Andrea Felsenstein-Roßberg
in: © B. Enzner-Probst, A. Felsenstein-Roßberg,

Wenn Himmel und Erde sich berühren, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1993)

 

 

 

 

 

Andacht zum 26. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 26. Februar 2021

Losung:           Siehe: Der die Berge gemacht und den Wind geschaffen hat, der dem Menschen sagt,                   was er im Sinne hat - er heißt »HERR, Gott Zebaoth«. Amos 4,13

Lehrtext:         Jesus betet:  Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der             Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein                      Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

                        Johannes 17,6-7

 

Aus Fehlern wird man klug, sagt man. Allerdings nur, wenn die Fehler, die man macht schmerzhafte Konsequenzen haben. Aber es gibt auch jene, die auch dann nicht aus Fehlern lernen. Die zum wiederholten Male mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt werden, den Führerschein verlieren und dann doch weiter ohne Führerschein fahren. Natürlich viel zu schnell.

Oder jene, die schon hoch verschuldet beim Pokern alles auf eine Karte setzen.

Amos der Prophet listet die Fehler die Israel macht auf.

Soziale Ungerechtigkeit:

Hört dies Wort, ihr fetten Kühe auf dem Berge Samarias, die ihr den Geringen Gewalt antut und schindet die Armen und sprecht zu euren Herren: Bringt her, lasst uns saufen!

Israel setzt auf die falschen Götter:

Ja, kommt her nach Bethel und sündigt, nach Gilgal und sündigt noch mehr!

 

Amos sagt: Gott straft Israel mit Hungersnot, mit Dürre, mit Getreidebrand und Heuschrecken, mit der Pest, mit Kriegen: Doch Israel ist so verstockt wie einst der Pharao und kehrt nicht um.

 

Soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, Antisemitismus, Korruption, Klimawandel, Dürre, Stürme,

und jetzt Corona - seit einem Jahr.

Ach was, es wird schon alles wieder gut. Freuen wir uns darauf, dass alles wieder so weitergeht, so normal wie immer. Ohne Rücksicht auf Verluste.  

 

Die Berge sind bei Amos Zeichen für die Erhabenheit Gottes, der Wind eine Metapher auch für die zerstörerische Macht Gottes. Was hat er im Sinn mit Israel, was im Sinn mit uns?

Im Johannesevangelium betet Jesus. Es ist kein tränenreiches Abschiedsgebet, bevor es nach Jerusalem ans Kreuz geht, sondern ein dankbares Gebet für die bevorstehende Verherrlichung.

Es ist kein Abschied im Zorn, sondern ein Abschied in der Zuversicht, dass in seiner Nachfolge die Erkenntnis wachsen wird, dass Jesus von Gott in die Welt gesandt ist, um die Welt zu erlösen.

 

Gesangbuch Nr.: 591

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht;

es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;

es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,

ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

 

 

Andacht zum 25. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 25. Februar 2021

Losung:   Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.

2.Samuel 22,3

Lehrtext:  Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Römer 8,38-39

 

Das Dankeslied Davids in 2.Samuel 22 gleicht dem Psalm 18. Das Lied zählt die Todesgefahren auf, die David überstanden hat. Vulkanausbrüche, Erdbeben, Feinde die ihn umbringen wollen, aus tiefem Wasser wird er vor dem Ertrinken gerettet. Gott ist ihm in allen Gefahren Schutz und Zuflucht, Rettung und Hilfe gewesen. 

 

Ich könnte auch Geschichten erzählen: Von einem schlimmen Gewitter im Hochgebirge, von einem geplatzten Reifen auf der Autobahn, einem schweren Autounfall, von Stürzen und Krankheiten. Danke lieber Gott du warst mir Schutz und Zuflucht. Wäre ich nicht überzeugter Westfale sondern Rheinländer, und zwar aus Köln, könnte ich denken und sagen:  Et hätt noch immer jot jejange! Doch ich weiß es kann und wird nicht immer alles gut gehen.

Heute bei einer Beerdigung habe ich Römer 8 als Lesung.

 

Paulus ist gewiss, dass er auf Gottes Hilfe bauen kann. Er ist kein großer Kriegsheld wie David. Seine Waffen sind Worte und Gebete. Seine Gegner schrecken nicht vor brutalster Gewalt zurück. Der gewaltigste Feind des Lebens ist der Tod. Deshalb lese ich oft Römer 8 in Auswahl bei Beerdigungen. Ich nehme dann die Übersetzung von Walter Jens:

Was also könnte uns trennen von seiner Liebe?

[Bedrängnis? Not? Verzweiflung?  Hunger, Entbehrung,

Bedrohung an Leib und Leben,  Gewalt, Folter und Mord?

Aber wir haben keine Furcht vor alledem,

wir werden bestehen!  Wir werden siegen!

Er, der uns seine Liebe geschenkt hat, ist nahe bei uns.

Ich, liebe Schwestern und Brüder, bin gewiss:

Nichts gibt es,  Tod nicht und Leben,

nicht Himmelsgeister  und nicht Herrscher der Welt,

nicht das Heute und nicht das Morgen,

nicht die Mächte hoch oben und in der Tiefe,

nichts gibt es,  was immer auch geschaffen ist,

das uns trennen kann von der Liebe Gottes,

in Jesus Christus, unserem Herrn


Ein wenig bekanntes Gesangbuchlied, der Text stammt von Jochen Klepper 1938 ist das Lied  Nr.457

 

1. Der Tag ist seiner Höhe nah. Nun blick zum Höchsten auf,

   der schützend auf dich niedersah in jedes Tages Lauf.

 

2. Wie laut dich auch der Tag umgibt, jetzt halte lauschend still,

    weil er, der dich beschenkt und liebt, die Gabe segnen will.

 

3.  Wer sich nach seinem Namen nennt, hat er zuvor erkannt.

     Er segnet, welche Schuld auch trennt, die Werke deiner Hand.

Andacht zum 24. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 24. Februar 2021

Losung:           Ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. 3.Mose 26,5

Lehrtext          Sie aßen alle und wurden satt und sammelten auf,

                        was an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll. Matthäus 14,20

 

Es war eine anstrengende Anreise im Oktober 2018. Unsere Gruppe flog von Düsseldorf nach Istanbul, von dort mit dem Flieger nach Tel Aviv. Nach dem zeitraubenden Check Out ging es im Bus ins Hotel nach Nazareth. Um 23.00 Uhr kamen wir an um einzuchecken Shibli unser Reiseführer diktierte den Zeitplan. Morgen 6.30 Uhr Frühstück. Um 7.00 Uhr geht es zum See Genezareth. Wir waren zu müde und erschöpft um zu protestieren. Tatsächlich waren am nächsten Morgen alle aus unserer Reisegruppe pünktlich beim Frühstück. Und es war gut, dass wir vor den Massen an Israeltouristen am See Genezareth ankamen. Eine Schiffsfahrt auf dem ruhigen See im Frühnebel, der sich bei Sonnenaufgang langsam verzog. Danach Besichtigung der Brotvermehrungskirche in Tabgha. Auch hier waren wir noch die Ersten. Bereits im 4. und 5. Jahrhundert standen hier byzantinische Kirchen und wir konnten das berühmte Mosaik in Ruhe betrachten, das zwei Fische und einen Korb mit Brot zeigt. Der Altar der neuen Kirche steht über einem Stein, auf dem Jesus das Brot gebrochen haben soll, bevor es die 5000 die Jesus folgten gespeist hat. Die Speisung der 5000 eine fromme Legende? Für Pilger in den Jahrhunderten an dieser Stelle verortet. Wo sollen hier 5000 Menschen hergekommen sein? Da ist der See, ein paar Fischerdörfer - Ausgrabungen zeigen wie winzig die Dörfer in der Umgebung waren: Kapernaum, Nazareth.

Aber die Evangelisten ziehen hier den Vergleich zu den Pilgerströmen, die nach Jerusalem zum Tempel strömten. Zum Erlebnis der Israelfahrt wird es später gehören, dass Tausende und Abertausende an jedem Ort des Wirkens Jesu als Pilger manchmal Stunden Schlange stehen, um zum Beispiel zur Geburtsgrotte oder zum Grab zu gelangen. Wenn Shibli den Bus mitten in der Wüste zu einem Restaurant lotste, auf dessen Parkplatz schon 50 Busse mit Pilgern standen, dann war es wie ein Wunder, dass wir alle gesättigt weiterfahren konnten.  

Als Israel aus der Sklaverei befreit durch die Wüste ins gelobte Land zog, weit weg von den Fleischtöpfen Ägyptens, war die Versorgungslage nicht immer optimal (Manna) und manchmal sehr einseitig (Wachteln). Im Land, in dem Milch und Honig fließt, soll es mehr als nur das täglich Brot geben. Die Losung im Zusammenhang lautet:

Ich will euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll seinen Ertrag geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. 5 Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.

Verlockende Aussichten und Motivation für den langen Marsch durch die Wüste und Entschädigung für alle Entbehrungen. Doch die Verheißung und Zusage Gottes ist an Bedingungen geknüpft:

Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, so will ich euch……

Saulus , einst als Pharisäer Hüter der Satzungen und Gebote, wird als Paulus erkennen, dass das buchstabengetreue Halten der Gebote nicht zum Heil, nicht zum Reich Gottes führen kann. 

Der Geist des Gesetzes ist ein anderer. Er entspringt der Liebe Gottes und ruft die Menschen auf, Gott, seinen Nächsten zu lieben und wie sich selbst.

 

EG 409 Gott liebt diese Welt

 

1. Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen.

Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen:                  Gott liebt diese Welt!

2. Gott liebt diese Welt. Er rief sie ins Leben.

Gott ist’s, der erhält, was er selbst gegeben.                         Gott gehört die Welt!

3. Gott liebt diese Welt. Feuerschein und Wolke

und das heilge Zelt sagen seinem Volke:                  Gott ist in der Welt!

Andacht zum 23. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 23. Februar 2021

Losung :  Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden?

                  Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! Jesaja 6,8

Lehrtext: So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns;

                  so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 2.Korinther 5,20

 

Wikipedia definiert die Rolle eines Botschafters: Ein Botschafter ist ein Diplomat und der beamtete oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land oder bei einer internationalen Organisation. Er wird vom Außenministerium entsandt und ist der persönliche Repräsentant des Staatsoberhauptes seines Landes.

Manche Alttestamentler meinen, dass es am Tempel in Jerusalem Berufspropheten gegeben hat.

Gewissermaßen Kirchenbeamte. Ein sicherer Job, solange man sich im Rahmen der hohepriesterlichen Dienstanweisung bewegt. So sollte man immer bedenken, dass das gemeine Volk es schon schwer genug hat im Leben, und deshalb sollte es nicht durch schlechte Botschaften verunsichert werden. Doch sollte der König ankünden, dass die Steuern erhöht werden müssen, weil ein Krieg ansteht dann sollten die loyalen Propheten das loyal als Gottes Wille verkünden.

Neben den Berufspropheten gab es berufene Propheten. Die waren gewissermaßen unmittelbar als Botschafter nur Gott verantwortlich. Gott beruft Jesaja. Der antwortet: Hier bin ich, sende mich.

Und Gott bereitet Jesaja vor: Dass das Volk seinen Worten blind und taub gegenüberstehen wird. 

Es hängt immer davon ab, wo und in welcher Zeit einer Botschafter ist.

Als deutscher Botschafter in Nordkorea, weiß man, dass Appelle zum Einhalten der Menschenrechte nicht gehört werden. Als deutscher Botschafter in Frankreich lebt man vielleicht, wie Gott in Frankreich. Gestern ist ein italienischer Botschafter im Kongo, der einen Hilfstransport begleitet hat, ermordet worden. 

Paulus sagt: So sind wir nun Botschafter…..   Hier steht im griechischen Urtext nicht wie ich erwartet hätte das Wort Apostel (Bote) sondern πρεσβεύομεν ( Botschafter/Gesandter) . Dieses Wort kommt nur an dieser Stelle einmalig im Neuen Testament vor. Luther übersetzt an Christi statt. Ich denke an die Statthalter in Israel. Pontius Pilatus, oder Felix zur Zeit des Paulus. Der Kaiser weilt fern ab in Rom. Die Statthalter agieren willkürlich. Pontius Pilatus wird sogar strafversetzt, weil er mit seinem brutalen Handeln Unruhen verursacht.

Ich denke, Paulus meinte nicht „an Christi statt“. Das Wort was dort steht würde ich eher als „für“ Christi übersetzen. Paulus als Interessenvertreter Christi, das gefällt mir. Das Interesse, das Ziel der Heilstaten Christi ist es die Menschen mit Gott zu versöhnen. Paulus bittet für Christi, die Versöhnung anzunehmen. Nicht als Befehl , sondern als freundliches Angebot. Eine Haltung, die eines Botschafters würdig ist. 

 

Gesangbuch Nummer 454

1. Auf und macht die Herzen weit,

euren Mund zum Lob bereit!

Kehrvers

Gottes Güte, Gottes Treu

sind an jedem Morgen neu.

2. Gottes Wort erschuf die Welt,

hat die Finsternis erhellt.

3. Gottes Macht schützt, was er schuf,

den Geplagten gilt sein Ruf.

4. Gottes Liebe deckt die Schuld,

trägt die Sünder in Geduld.

5. Gottes Wort ruft Freund und Feind,

die sein Geist versöhnt und eint.

Andacht zum 20. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 20. Februar 2021


Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte.

 Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her.

Jesaja 63,9


Wenn er das verlorene Schaf gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude.

Lukas 15,5

 

Rom um 220 n. Christus. Ich bin Priester oder werde auch Pastor genannt Hirte. Ich unterrichte eine Gruppe von Jugendlichen, deren Eltern sich haben taufen lassen. Und die ihre kleinen Kinder haben mittaufen lassen. Jetzt sind sie Jugendliche und werden  im christlichen Glauben unterrichtet.

Sie lernen von mir: Wer Christus war. Auch einiges von dem , wofür Jesus sich eingesetzt hat:  Glauben -   Liebe, die verbindlich ist und bleibt, auch wenn man keinen Vorteil davon hat. Gemeinschaft -  Hilfsbereitschaft - Friede, Gerechtigkeit. Das alles  wird versprochen, wenn man zur Tür hineingeht, und sich der Herde der Schafe Gottes anschließt.

Die zehn Gebote lernen sie. Was Taufe und Abendmahl bedeutet. Das geschah nicht in der Öffentlichkeit. Unterricht, Gottesdienst Taufe und Abendmahl gab es heimlich nur in Privathäusern.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ce/Good_shepherd_02b_close.jpgKurz vor der Firmung, an der sie ihren Glauben bekräftigen sollten, gab es einen Ausflug in die Unterwelt. In die Katakomben Roms. 8 Meter unter der Erde sind Gänge gegraben, dort haben wir unsere Toten bestattet.  Ich zeige den Jugendlichen auch das Grab von Papst Calixt, der von den Römern umgebracht wurde, weil er an seinem Glauben festgehalten hat. Kein Kreuz ist dort zu sehen. Denn wir glauben an den Auferstandenen, den lebendigen Christus. Wir sind keine Selbstmörder, wir wissen dass uns auch der Kreuzestod droht. Doch  wir glauben, dass Gott uns das ewige Leben schenkt.

 An einer Wand ist Jesu dargestellt. Als Hirte.

Ein Schaf hat er über die Schulter gelegt. Es ist das verlorene Schaf, aus dem Gleichnis des Lukasevangeliums. Verlorene Schafe hat es viel gegeben in den letzten Jahren. Je stärker der Druck von außen wurde, desto mehr haben sich von der Gemeinde abgewandt. Ich kann sie verstehen.

Aber ich bete für sie, dass sie wieder zum Glauben zurückfinden. 

 

Beim Propheten Jesaja habe ich gelesen: „Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her.“

So wunderbar ist Gottes Liebe. Über Generationen hinweg- durch Jahrhunderte hinweg hat er sein heiliges Volk getragen. Durch viel Not und trotz wiederholter Abkehr. Ob wir uns in der Nachfolge Christi dieser Liebe würdig erweisen, wird sich zeigen.

Plötzlich kommt mir eine fröhliche Melodie in den Sinn. Und einfache Worte, die ich mit meinen Jugendlichen singen kann.

Gottes Liebe ist so wunderbar, Gottes Liebe ist so wunder bar.

So wunderbar groß.

So hoch, was kann höher sein.  (Hoch wie die Sterne, die  der Schöpfer ans Himmelzelt gesetzt hat. )

So tief, was kann tiefer sein.     (So tief, dass sie bis in die Gräber der Menschen reicht um den Tod zu besiegen)

So weit, was kann weiter sein. ( So weit, dass sie Freunde und Feinde umfasst)

So wunderbar groß.

 

 

 

Andacht zum 19. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 19. Februar 2021

Losung            HERR, du hast angefangen, deinem Knecht zu offenbaren deine Herrlichkeit

                        und deine starke Hand.  5.Mose 3,24

Lehrtext          Gott wollte kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den                                 Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Kolosser 1,27

 

Gestatten: Mein Name ist Josua - Knecht Gottes der befreit wurde aus der Knechtschaft Ägyptens.

Mose war viele Jahre der Führer Israels, er hat uns fast bis ans Ziel gebracht in die Freiheit und in ein eigenes Land. Aber er ist alt und schwach und schaffte es nicht über den Berg zu kommen.

Uns ist Land verheißen und wir wollen mit Gottes Hilfe das Land für uns alleine.

Das geht nicht ohne Kampf. Da wäre Mose nur im Weg. Wir werden es aber schaffen.

Wir sind stark und wir sind viele und wir sind sehr ungeduldig geworden. Dieses hin und her in der Wüste. Diese Unentschlossenheit endlich ins gelobte Land vorzudringen. Kein Wunder, dass die ersten daran zweifelten, dass Gott uns auserwählt hat. Wir waren Looser in Ägypten und Looser auf der Flucht. Und jetzt wendet sich das Blatt. Wir haben das Königreich Og, das Land der Riesen überrannt. In den Dörfern haben wir Männer, Frauen und Kinder umgebracht, dass wir im Blute der Feinde baden konnten. Das war herrlich und ich bin mir sicher das war nur der Anfang. Jetzt haben alle gespürt: Gott ist auf unserer Seite. Nichts wird uns aufhalten: Danke HERR, du hast angefangen, deinem Knecht zu offenbaren deine Herrlichkeit und deine starke Hand.

 

Gestatten. Mein Name ist. Ach was, mein Name tut nichts zur Sache. Wichtig ist, dass ich Christ bin. Timotheus der Gefährte des Paulus hat mich zum Glauben gebracht. Und jetzt, da die Bedrängnis von außen immer mehr zunimmt, da ist der Glaube mein wichtigster Halt und die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern im Herrn. Ich schreibe heute dieses Rundschreiben an euch in die Gemeinde in Kolossäa, gebt es bitte nach Laodizea weiter. Bei euch leben Griechen und Juden, Beschnittene und Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven und Freie.

Egal, wo ihr eure Wurzeln als Christen habt,es  gilt nur noch, dass ihr im Leiden mit Christus verbunden seid. Das ist unser Geheimnis, aber es ist ein Geheimnis, dass ihr teilen sollt.

Ich weiß man verhöhnt uns, dass wir den Gekreuzigten anbeten. Aber wir wissen, dass Jesu nach drei Tagen auferstanden ist. Das ist so herrlich, dass wir selbst die Hoffnung der Herrlichkeit in uns tragen dürfen. Zeigt allen Menschen, dass ihr in Frieden miteinander leben könnt. Lasst euch nicht durch Irrlehrer gegeneinander aufhetzten und auseinanderbringen.

 

Gestatten mein Name ist Elli Wiesel. Ich habe als Jude das KZ überlebt. Ich habe von einer Hinrichtung erzählt: Drei Lager-Insassen sollen am Galgen erhängt werden, darunter ein Kind.

Alle anderen Inhaftierten werden gezwungen zuzuschauen. „Wo ist Gott, wo ist er?“ fragte jemand hinter mir… Auf ein Zeichen des Lagerchefs kippten die Stühle um. Die beiden Erwachsenen lebten nicht mehr. Aber der dritte Strick hing nicht leblos, der leichte Knabe lebte noch. Mehr als eine halbe Stunde hing er so und kämpfte vor unseren Augen zwischen Leben und Sterben seinen Todeskampf. Hinter mir hörte ich denselben Mann fragen: „Wo ist Gott?“ Und ich hörte eine Stimme in mir antworten: „Wo er ist? Dort hängt er, am Galgen...“

 

Lied Nr.84                              O Welt, sieh hier dein Leben

 

1. O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben,

dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren

lässt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

 

2. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen

so übel zugericht’? Du bist ja nicht ein Sünder

wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht.

Andacht zum 18. Februar 2021 (heute nur in exklusiver Hörfassung)

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Andacht zum 17. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 17. Februar 2021

Losung               Du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer. Psalm 65,6

Lehrtext          Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren,                   sondern auch für die der ganzen Welt. 1. Johannes 2,2

 

Ich freue mich auf das Wochenende! Dann gibt es wieder einen frischen Salat und ich kann in den Garten gehen und ernten. Was? Nach Schnee und Eis und minus zwölf Grad im Februar etwas ernten? Ja, der erste Bärlauch ist da. Freude! Vielleicht reicht es schon für ein Bärlauch Pesto.

Da beginnt die Vorfreude auf den Frühling. Und die Erkenntnis setzt sich durch, die sibirische Kältefaust hat uns nicht umgebracht. Wir dürfen sogar auf ein sonniges Wochenende hoffen mit frühlingshaften 18 Grad plus. Die Zuversicht wächst, dass mit dem Frühling und den zurückgehenden Infektionszahlen das Leben wieder weiter wird, dass sich Räume öffnen auf Erden und fern am Meer. Räume für Begegnungen, Räume zum Feiern, Räume um Urlaub zu machen, um etwas von der Welt zu sehn. Vielleicht setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass Gefahren, Krankheiten, Leid, dass Hitze und Dürre, Hass und Gewalt, ja selbst der Tod nicht der Beweis sind, dass wir bei Gott in Ungnade gefallen sind. Die Johannesbriefe bezeugen, dass Gottes Liebe die starke Kraft in der Welt sein soll, die alle Menschen trägt. Die Liebe Gottes, die sich nicht in Jesus Christus nicht nur exklusiv in der Gemeinschaft der gläubigen Christen auswirkt, sondern auf die ganze Welt ausstrahlt. Im Griechischen steht das Wort „Kosmos“ für Welt.

 

Hans Dieter Hüsch und Uwe Seidel haben den 65 Psalm in unserer Zeit übertragen.

 

Nach Psalm 65          Die Erde – in deiner Hand

Im großen Kosmos sind wir gut aufgehoben.

Sommer und Winter, Regen und Hitze folgen im Rhythmus der Jahrhunderte.

Die Menschen haben geforscht und das Geheimnis der Ordnung erkannt.

Du legst die Welt uns zu Füßen wie einen Vorschlag,

den wir nicht mit Füßen treten dürfen.

Du hilfst uns, erstaunliche Taten zu vollbringen.

Zuversicht breitet sich in allen Landen aus,

weil du unser Entwicklungshelfer bist.

Die Kraft der Meere nützt du aus,

die Begabungen der Völker lenkst du in schöpferischen Bahnen;

das Land der Menschen kultivierst du

zum fruchtbaren Acker ohne Gift.

Der Strom Gottes führt das ganze Jahr Wasser;

Die Steppen werden zu fruchtbaren Ebenen,

die Wüsten zu belebten Landschaften.

Die Erde hat wieder Platz für alle.

Du verschaffst den Menschen die Saat,

und die Ernte wird tausendfach.

Deine Güte wirkt 365 Tage im Jahr.

Hügel und Täler, Berge und Schluchten,

Korn und Herde, Technik und Forschung loben Gott täglich,

denn deine Entwicklungshilfe, Gott,

plant den Frieden ohne Hunger.

Andacht zum 16. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 16. Februar 2021

Losung            Alle Völker auf Erden sollen erkennen,

                        dass der HERR Gott ist und sonst keiner mehr! 1.Könige 8,60

Lehrtext:         Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen?

                        Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir,

                        denn deine Urteile sind offenbar geworden. Offenbarung 15,4

 

Das Buch der Offenbarung des Johannes ist ein Buch mit sieben Siegeln.

Jedes Siegel das geöffnet wird zeigt eine Welt, die durch Leid und Unheil gezeichnet ist.

Im Kapitel aus dem der Lehrtext stammt, sind es nun sieben Engel, die sieben goldene Schalen mit dem Zorn Gottes tragen und sieben Plagen über die Welt bringen.

Die Christen zur Zeit des Johannes blieben von Leid nicht verschont. Ja es schien sogar, dass die Christengemeinde stärker unter Verfolgung und Ungerechtigkeit zu leiden hatte als andere. Sie glaubten, dass in Jesus Christus der Heiland, der Retter aller Menschen in die Welt gekommen ist. Der Retter war gekommen, doch die Rettung blieb aus. In der Offenbarung gibt es die Spannung zwischen dem fernen Gott, (zeitlich und räumlich fern aber auch der Welt in seinem Zorn entfremdet) und dem nahen Gott, in der Vision vom neuen Jerusalem ohne Tempel aber mit einer Hütte, in der Gott wohnt und den leidtragenden Menschen die Tränen abwischt.

Die Losung führt uns in die Zeit des Königs Salomo- die Blütezeit Israels. Der Tempel wird eingeweiht. Er soll Zeichen der Gegenwart Gottes sein. Am Ende des Tempelweihgebets wünscht oder soll ich sagen beschwört Salomo, dass das Bekenntnis zu dem einen Gott Israels zur Erkenntnis für alle Völker wird. Auch Johannes erwartet, dass alle Völker kommen werden um Gott und das Lamm (Jesus Christus) anzubeten. Das Urteil Gottes über alle Völker kann am Ende nur einen Freispruch bedeuten. Der Zorn Gottes wird verstummen, und wenn es Leid gibt, dann ist es die Folge von Zorn und Hass, der die Völker gegen einander aufbringt.

 

Es gibt den Glauben, dass das Buch der Offenbarung eine Art Fahrplan für Untergang und Neuschöpfung der Welt ist. Ich stelle mir die Frage: Wie viele Kaiser, Könige, Fürsten und Führer haben sich bestialisch verhalten? Wie viele Kriege, und wie viele von Menschen verursachte Hungersnöte hat es gegeben? Wie oft hat abgrundtiefer Hass Mensch ins Verderben gestürzt?

Ist die Zeit immer noch nicht erfüllt? Oder kommt die Erfüllung erst, wenn die Menschen es zulassen, dass sie von Gottes Liebe, die in Jesus Christus offenbart wurde, erfüllt werden?

 

Ein unbekanntes Lied aus dem Gesangbuch mit genialem Text von Karl Bernhard Garve 1825

 

EG 415 Liebe, du ans Kreuz für uns erhöhte

1. Liebe, du ans Kreuz für uns erhöhte, Liebe, die für ihre Mörder flehte,

durch deine Flammen schmelz in Liebe Herz und Herz zusammen.

 

2. Du Versöhner, mach auch uns versöhnlich. Dulder, mach uns dir im Dulden ähnlich,

dass Wort und Taten wahren Dank für deine Huld verraten.

 

3. Du Erbarmer, lehr auch uns Erbarmen. Lehr uns milde sein, du Freund der Armen.

O lehr uns eilen, liebevoll der Nächsten Not zu teilen.

 

4. Lehr uns auch der Feinde Bestes suchen; lehr uns segnen, die uns schmähn und fluchen,

mit deiner Milde. O gestalt uns dir zum Ebenbilde.

Andacht zum 15. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 15. Februar 2021

Losung            Die Israeliten sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt,

                        mache du es mit uns, wie dir’s gefällt; nur errette uns heute! Richter 10,15

Lehrtext          So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut,

                        mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. Lukas 15,7

 

Jeder darf mal. Die Ägypter, die Amoriter, die Ammoniter, die Philister, die Sidonier, Amalek und Maon. Jeder darf mal als strafende Faust Gottes auf Israel einschlagen. Denn die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN missfiel, und dienten den Baalen und den Astarten und den Göttern von Aram und den Göttern von Sidon und den Göttern von Moab und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister und verließen den HERRN und dienten ihm nicht.

Jetzt sind es wieder die Ammoniter die Israel bedrängen. Einen Richter von Gottes Gnaden, der mit übermenschlichen Kräften den Feind besiegt, gibt es nicht.

Der letzte mit Namen Jair war gestorben. Er wurde berühmt, weil er dreißig Söhne zeugte, die auf dreißig Eseln ritten und weil er dreißig Dörfer gründete. ( dahinter stehen hebräische Wortspiele) Dahinter lese ich zwischen den Zeilen, dass Jair wohl andere Prioritäten gesetzt hat, als für Israel in den Krieg zu ziehen.

Israel in der Not beginnt sich an den Gott zu erinnern, der sie einst aus Ägypten befreit hat.

Doch dem reicht es: Bittet doch Baal um Hilfe oder die Astarte (Liebesgöttin).

Reumütig entfernt Israel alle fremden Götzenbilder und wendet sich zum HERRN:

„Wir haben gesündigt, mache du es mit uns, wie dir’s gefällt; nur errette uns heute!“ 

Und wieder hat der HERR Mitleid mit Israel.

Wieder wird ein Richter Israel zur Seite gestellt: Sein Name ist Jeftah.

Im 11. Kapitel wird er so eingeführt: Richter 11,1: „Jeftah, der Gileaditer, war ein streitbarer Mann. Er war der Sohn einer Hure.“  

 

Im Gleichnis vom Verlorenen Schaf spricht Jesus von den 99 gerechten und dem einen Sünder, der umkehrt. Im Buch der Richter sind es eher 99 Sünder und es ist schwer nur einen Gerechten aufzutreiben. Trotzdem lässt der HERR immer wieder von einem Zorn ab, und hilft Israel aus der Not. Die Rede vom „Gnädigen Gott, eine theologische Binsenweisheit?“ die eingebettet im erzählerischen Rahmen des Buchs der Richter zur Nebensache wird. Der gnädige Gott Israels der so ungnädig mit den  Nachbarvölkern umgeht. Was geht uns das an? Das ist Geschichte, die mehr als 3000 Jahre zurückliegt. In meinem Arbeitszimmer steht ein Buch mit dem Titel

 „Mit Gottes Hilfe“ Die biblischen Kriege 2.Auflage 1999 München. Die Autoren sind Chaim Herzog und Mordechai Gichon. Auf dem Buchrücken lese ich: 

„Israels ehemaliger Staatspräsident und der renommierte Archäologieprofessor an der Universität von Tel Aviv präsentieren die Kriege und Schlachten der Bibel aus heutiger Sicht. Sie zeigen Zusammenhänge auf und beweisen, dass diese Schauplätzte, Strategie und Taktiken für das heutige Israel nichts an Aktualität verloren haben.“ Das Buch erschien in der 1.hebräischen Originalausgabe 1978. Krieg hat bis heute im Nahen Osten nichts an Aktualität verloren. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, solange die Stimme gehört wird, die sagt: Selig sind die Frieden stiften, denn die sollen Kinder Gottes heißen.

 

Gesangbuch Nummer 433

Hevenu schalom alejchem,    hevenu schalom alejchem,

hevenu schalom alejchem,     hevenu schalom,

schalom, schalom alejchem.

 

Wir wünschen Frieden euch allen,    wir wünschen Frieden euch allen,

wir wünschen Frieden euch allen      wir wünschen Frieden, Frieden;

Frieden aller Welt:

Predigt zum Sonntag, 14. Februar 2021 (Estomihi) - Druckfassung

Predigt_Estomihii_2021.pdf

Predigt zum Sonntag, 14. Februar 2021 (Estomihi)

Predigt  Estomihi - Sonntag vor der Passionszeit 14.2.2021

Rolf Schuld Passchuld@aol.com

   Meine Mutter, wäre am Mittwoch 17.2. 100 Jahre alt geworden. Wenn ich, als ich noch zu Hause wohnte vorgeschlagen hätte: Heute ist Aschermittwoch. Lass uns mal bis Ostern fasten, hätte meine Mutter gesagt: „Ich habe in meinem Leben genug hungern und verzichten müssen. Sei froh, dass du heute jeden Tag was Vernünftiges auf den Tisch bekommst.“ Heute hätte ich wohl ein flammendes Plädoyer für konsequenten Fleischverzicht gehalten. Aus Gründen des Tierwohls und weil es gesund ist. Und heute machen wir unregelmäßig Intervallfasten. 48 Stunden ohne feste Nahrung am Wochenende. Man muss nicht einkaufen, abends nur die Gemüsesuppe aufwärmen. Außerdem fühlt es sich gut an wenn man Willensstärke bewiesen hat.

Karneval fällt aus in diesem Jahr 2021. Nicht erst an Aschermittwoch ist alles vorbei.

Und doch fängt nächste Woche die Fastenzeit an. Sieben Wochen ohne. Die ev. Fastenaktion

„Sieben Wochen Ohne“ hatte 2020 das Motto: Sieben Wochen ohne Pessimismus. Das konnte man bis heute gut gebrauchen. Sieben Wochen ohne Blockaden ist es in diesem Jahr. So vieles hat  Corona seit März letzten Jahres blockiert. Jedes Jahr in der Bußzeit vor Weihnachten

(Advent ist ursprünglich Buß- und Fastenzeit gewesen) und in der Passionszeit habe ich Konsumverzicht als Thema in meinen Andachten und Predigten gehabt. Doch erzwungener Verzicht ist kein Fasten. Und freiwilliges Fasten, egal aus welchen Motiven ist nicht Heilsnotwendig. 

 

Wenn ich den Predigttext für den heutigen Sonntag anschaue, dann müsste das Motto sein: „Sieben Wochen ohne fasten.“   

Jesaja 59   1- 9

1 So spricht Gott zum Propheten: Rufe getrost, halte nicht an dich!

Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden!

2 Sie suchen mich täglich und begehren meine Wege zu wissen, als wären sie ein Volk,

das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte.

Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe.

3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an?

Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften  nach und bedrückt alle eure Arbeiter.

4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein.

Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.
5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet?

Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?

6 Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe:

Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast!

Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!

7 Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!

Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte,

und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit

wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.

9 Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten.

Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

______________________________________________________________________________

Im Gesangbuch ist auf den Seiten 1363 – 1376 ein Auszug aus dem Augsburger Bekenntnis abgedruckt. 1530 erschienen die abtrünnigen Protestanten vor Kaiser Karl dem V. auf dem Reichstag in Augsburg, um die Vorwürfe, der Katholischen Kirche  richtig zu stellen, in der Hoffnung die Kirchenspaltung könne aufgehoben werden. Im 20. Artikel heißt es da:

Vom Glauben und guten Werken

Den Unseren wird in unwahrer Weise nachgesagt, dass sie gute Werke verbieten.

Denn ihre Schriften über die Zehn Gebote und andere beweisen, dass sie von rechten christlichen Ständen und Werken einen guten nützlichen Bericht und eine Ermahnung hinterlassen haben, worüber man früher wenig gelehrt hat; sondern man hat in allen Predigten vor allem zu kindischen, unnötigen Werken, wie Rosenkränze, Heiligenverehrung, Mönchwerden, Wallfahrten, Fastenordnungen, Feiertage, Bruderschaften usw. angetrieben.

 

Fasten gehört zu den kindischen und unnötigen Werken. Klare Worte.

Die Kritik am falschen Fasten kann uns Protestanten also gar nicht treffen.

Carne Vale- Leb wohl Fleisch kann nicht unsere Gottesbeziehung verbessern und vertiefen und macht uns nicht zu besseren Menschen.

Aber anderes sollen wir los lassen, um dem Willen Gottes zu entsprechen:

 6 Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe:

Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast!

Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!

7 Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!

Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

 

Der Predigttext sagt uns ganz deutlich: fragt danach, wie wir es mit sozialer Gerechtigkeit halten.

Es gibt keine feine Trennung zwischen Glaube und Leben, zwischen Sonntagsgottesdienst und Alltagsleben, zwischen Kirche und Politik.

Deshalb muss bedacht werden: Wer trägt die Lasten der Corona-Politik. Wer wird entlastet. Wer kommt bei welchen politischen Entscheidungen unter die Räder? Kinder, Alte, Kranke, Ausländer, Asylanten, Kurzarbeiter, Arbeitslose und Obdachlose?

Dietrich Bonhoeffer brachte es schon 1933 auf den Punkt:

Unsere Rolle kann es nicht nur sein; die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen. Den Gedanken, den Solidaritätszuschlag zu verlängern und für die besonders Benachteiligten in der Corona-Krise zu verwenden halte ich für gut. Überbrückungshilfen sind eine gute Sache, aber über wie viele bürokratische Brücken müssen Selbständige gehen, wie viele Blockaden zur Seite geräumt werden bis Hilfe da ankommt , wo sie hingehört. Vielleicht also doch ein gutes Fastenmotto: „Sieben Wochen ohne Blockaden.“

Doch ich fürchte sieben Wochen reichen nicht aus.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus!

In dieser Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir mit unseren Gedanken und Ängsten, unseren Sorgen und Fragen, und bitten Dich:

• für alle, die verunsichert sind und Angst haben, dass sie besonnen und nüchtern das Notwendige tun und niemanden gefährden,

• für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern, dass sie selbst gesund bleiben und nicht den Mut verlieren,

• für die politisch Verantwortlichen in unserem Land, dass sie mit Augenmaß und Verantwortung gute Entscheidungen zum Wohl aller Menschen treffen,

• für alle, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen und für die, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen, dass sie Wege durch die Krise finden und in der Notlage nötige Hilfe bekommen,

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, unser Gemeindeleben zu gestalten und Gottesdienst miteinander zu feiern, so lass uns im Gebet mit Dir und durch Dich untereinander verbunden sein.

Auf manches müssen wir verzichten. Wir erleben, dass unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrochen werden. Herr, unser Gott, darum bitten wir Dich:

Schenk uns besonders in der kommenden Passionszeit die Gnade, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern!

Deine Gnade macht nicht Halt vor unseren Grenzen, sondern gilt allen Menschen jeden Morgen neu.

Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen.

Andacht zum 12. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 12. Februar 2021

Losung:    Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.

                  Sprüche 3,7

Lehrtext:    Ein jeder prüfe sein eigenes Werk.  Galater 6,4

 

Halleluja rufen die Friseurinnen und Friseure. Am 1.März dürfen sie wieder ihre Salons öffnen.

Halleluja rufen die Eltern von schulpflichtigen Kindern. Denn nach und nach wird es wieder Präsenzunterricht geben. Halleluja rufen (singen bleibt verboten) bald wieder Kirchengemeinden, denn die Landeskirche hat geschrieben, dass Gottesdienste wieder erlaubt sind, wenn die Inzidenz in einer Kommune sieben Tage unter 50 sinkt.

 

Der Weisheit letzter Schluss, oder sind Virologen , Politiker*innen, der Ethikrat, und die weisen Wirtschaftsweisen  mit ihrer Weisheit am Ende, wenn eine dritte Welle mit Virusmutationen auf uns zurollt? Auch wenn ich keine Sondersendung zur Pandemie verpasse, und keine Talkshow mit Experten auslasse, wenn Corona-Schutz-Verordnungen fast auswendig kann und die Homepage des Robert-Koch-Instituts  abonniert habe, (alles Ironie) geht es mir wie Dr. Faustus im 4.Akt der Tragödie:

Habe nun, ach! Philosophie,              Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie                Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!         Und bin so klug als wie zuvor;

 

Manch einer wäre vielleicht bereit einen Pakt mit dem Teufel einzugehen, um aus der Krise eine Vorteil zu schlagen. Oder nennt man das heutzutage Koalition. Nein, ich denke nicht an Schwarz-Rot oder Schwarz – Gelb, sondern an Populisten und Coronaleugner und Verschwörungs-theoretiker, die sich verbrüdern. Die Tageslosung jetzt in der Übersetzung aus „Hoffnung für alle“ :

HH   Halte dich nicht selbst für klug; begegne dem HERRN mit Ehrfurcht und meide das Böse!“

 

Ich halte mich nicht für klüger, als die Bundeskanzlerin oder Laschet und Söder. Erst recht kann ich Drosten, Lauterbach oder Melanie Brinkmann nicht das Wasser reichen.

Ehrfurcht vor Gott und Ehrfurcht vor dem Leben (Albert Schweizer) bedeutet: Auch die Schwachen, also Alten und Risikogruppen vorrangig zu schützen und zu impfen. Lasst uns menschlich bleiben und böse Gedanken meiden. ( Wie z.B.: Die wären ja auch ohne Corona gestorben.) Ja! Wir werden alle sterben - mit oder ohne Corona.

 

Der Lehrtext bei Paulus: Ein jeder prüfe sein eigenes Werk. Ich ergänze: Auch seine eigenen Gedanken und Hintergedanken. Und jeder und jede prüfe die Worte die er spricht, die möglicher-weise nicht so klug und weise sind, wie man es sich einbildet. Auch was einer auf Twitter, Facebook oder Instagram postet, sollte einer freiwilligen Selbstkontrolle unterzogen werden.

Trotzdem: Ob ausgerechnet ein Friseurbesuch die Würde des Menschen in diesen schwierigen Zeiten wieder herstellt wage, ich zu bezweifeln. Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten gilt vielleicht: „Hauptsache die Haare liegen.“ Friseure und Friseusen mögen mir den Sarkasmus verzeihen.

Ihnen gehört mein Mitgefühl ebenso ,wie Musiker*innen, Roadies, Schauspieler*innen, Messebauern, Kellner*innen, Student*innen, Instruktoren in Fitnessstudios und allen deren Nöte ich gar nicht im Blick habe, weil sie aus unseren Blicken verschwunden sind. 

 

Gesangbuch :EG 647

Alles ist eitel, du aber bleibst,

und wen du ins Buch des Lebens schreibst.

Du aber bleibst, du aber bleibst,

alles ist eitel, du aber bleibst.

Du aber bleibst, du aber bleibst,und wen du ins Buch des Lebens schreibst.        

(Text: Gerhard Fritzsche 1942)

Andacht zum 11. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 11. Februar 2021

Losung Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld                                denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig                        festhält, denn er hat Gefallen an Gnade!  Micha 7,18

Lehrtext           Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle                         dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?  Römer 8,32

 

Vor beinahe 500 Jahren brach in Deutschland und in der Schweiz, in Böhmen und Mähren der Bauernkrieg aus. In den 12 Artikel der Bauernschaft in Schwaben,  stand die Forderung, dass geregelt wird, was Allmende ist. Allmende ist die Bezeichnung für Allgemeingut. Das was allen gehört und für alle schützenwert ist.

Dazu gehörten die Gewässer, mit Fischereirechten und der Wald mit dem allgemeinen Recht Holz zu schlagen und Kleinwild zu jagen. Die Fürsten, denen eh schon alles gehörte, wollten den einfachen Bauern diese Rechte nehmen.

Sie haben den Wald und die Flüsse und Seen zur Privatsache gemacht.

Übrigens: Eine Forderung war, die freie Wahl des Pfarrers in einer Gemeinde.

Die Forderungen der Bauern wurden nicht erfüllt. Der Bauernkrieg ging verloren.

Die Besetzung einer Pfarrerstelle und sogar die Konfession der Untergebenen lagen in der Macht der Fürsten. Was letztlich in den grausamen 30-jährigen Krieg führte. 

Nochmal mehr als 2000 Jahre früher klagt der Prophet Micha die sozialen Missstände in Israel an.

Vor allem geht es wohl um Fragen des Bodenrechts. Die Oberschicht enteignet mit juristisch zwar einwandfreien Mitteln die kleinen Bauern, nimmt ihnen so aber das von Gott her zustehende Erbteil. Die Eroberung Samarias und die Gefahr für Judäa, die durch die Feldzüge des assyrischen Heerführers Sanherib ausgehen, werden als gerechte Strafe Gottes angesehen.

Die Oberschicht macht ihr eigenes Recht aber es beugt das Gottesrecht.

Micha 6, 8 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Micha (= wer ist wie Gott) muss sich immer wieder gefallen lassen, dass gefragt wird:“ Wo ist denn dein Gott.“ Micha betont, dass Gott seinem Bund, den er mit Israel geschlossen hat als er es aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat, treu ist. Auch wenn Israel untreu ist, und den Bund, besonders die Gebote, nicht hält. Der versöhnliche Schluss in Micha 7,18 stammt wohl aus späterer Zeit. Er passt jedoch in das Schema der prophetischen Verkündigung. Eine Gerichtsrede: mit Ansage des Prozesses- Anklagerede - Urteil Jahwes und Klage des Propheten folgen Verheißungen des kommenden Heils.

 

Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt

und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils;

der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade! 

 

Paulus sieht die Schwäche der Menschen. Er sieht die Bindung an Vergängliches. Er erkennt den Tod als unausweichliche Folge. Für Paulus ist Jesus Christus als Mensch aus Fleisch und Blut von Gott in die Welt gesandt und geopfert worden, um uns von den Fesseln der Vergänglichkeit zu erlösen. 

Vers 31  Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der Lehrtext danach:

32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

 

Peter Spangenberg aus „Höre meine Stimme“ Hamburg 1995  nach Psalm 58

 

Wie sieht es in der Welt aus? Gelten die Menschenrechte?

            Gilt Gottes Recht? Richten sich die Mächtigen danach?

Im Gegenteil: Unsägliches Leid herrscht,

und vielerorts behandeln die Machthaber die Menschen wie Dreck.

            Die Verletzung von Gottes Recht ist zur Seuche geworden.

                        Mein Gott, kannst du solchen Menschen nicht das Handwerk legen?........

Ich merke ich bin auf Vergeltung aus, fast habe ich Rachegefühle………….

            Aber es ist doch wahr: Ihre verkrüppelten Seelen zerstören doch alles.

                        Irgend etwas muss doch geschehen, damit die Welt aufatmen kann und sagen:

                        Ja, Gott regiert doch!

Andacht zum 10. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 10. Februar 2021

Losung:           Himmel und Erde werden vergehen, du aber bleibst. Psalm 102,27


Lehrtext          Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebräer 13,8

 

Himmel und Erde werden vergehen. Bilder aus Science Fiction Filmen tauchen auf.

Star Wars        Der  Todestern zerstört den Planeten Alderaan.

Terminator     Intelligente Kampfmaschinen zerstören die Erde.

Independence Day   Übermächtige Außerirdische greifen die Erde an.

12 Monkees    Eine Seuche tötet einen Großteil der Weltbevölkerung

Der Film 2012 von Roland Emmerich, der die Untergangsprophezeiung der Mayas  atemberaubend in Szene gesetzt hat. Die Weltstädte dieser Erde. London, Paris, Berlin , Moskau, Tokio  und New York stürzen ein und es bleibt nur noch  Staub und Asche. Ein gigantischer Tsunami fegt über  die Erde  und  vernichtet die Heimat von Milliarden Menschen . 

Die Losung ist ein Auszug aus Vers 26 und 27. Vollständig heißt es:

 

26 Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand;

    wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie schwinden dahin.

 

Himmel und Erde in die Altkleidersammlung! Ob sie vom ewigen Gott, dem Schöpfer recycelt werden oder ob er etwas Neues erschaffen wird? Ja es gibt eine Sehnsucht, dass der Verfallsprozess der Schöpfung, der von den Menschen zurzeit erheblich beschleunigt wird, aufgehalten und vielleicht sogar umgekehrt wird. Oder resigniere ich und beuge mich dem unvermeidlichen Verfall.

So wie ich gegen mein Altern nicht ausrichten kann.

Im Hebräerbrief im 13.Kapitel heißt es:

„Wir haben hier keine bleibende Stadt. Sondern die Zukünftige suchen wir.“

Meine Heimat ist die Zukunft und deshalb habe ich eine Zukunft.

Himmel und Erde werden vergehen, ich auch.

Aber es gibt es ein Kontinuum, einen roten Faden, den der Hebräerbrief  aufzeigt.

„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“.

Mit ihm darf ich an Gottes Reich bauen. So berührt die Ewigkeit meine begrenzte Zeit.

Jesus greift die Worte des 56.Psalms auf und sagt: Mt. 24,35

Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

 

Gesangbuch Nr.592.

 

Wort, das lebt und spricht,                 wenn die Wörter schweigen,

Wort, das wächst und blüht               wenn die Sprüche welken:

Komm durchs Buch der Bücher,       das in allen Sprachen

Hoffnung in die Welt bringt.

 

Text: Dieter Trautwein 1979

Melodie:Oskar Gottlieb Blarr 1979

 

 

Andacht zum 9. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 9. Februar 2021

Losung:           Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort. Psalm 56,11

Lehrtext          Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist,

                        der in uns wohnt  2.Timotheus 1,14

 

Es ist jetzt mehr als 40 Jahre her, dass ich kaufmännischer Auszubildender in einer Großhandlung war. Morgens bin ich aus Wanne-Eickel ein paar Haltestellen bis Bochum-Hordel gefahren.

Eines Tages, ich hatte Spätdienst und musste erst um 10.00 Uhr im Dienst sein, standen zwei Männer in Zivil hinter mir. Se fassten mich links und rechts am Arm und sagten: Sind sie Herr XY.

Nein sagte ich – „Ich heiße Rolf Schuld.“ „Können sie sich ausweisen? „ fragte einer und hielt mir einen Dienstausweis des Landeskriminalamts vor die Nase.  Ich konnte mich ausweisen. Die beiden entschuldigten sich und sagten: Wir beobachten sie eine Weile, sie sehen einem gesuchten RAF-

(Rote Armee Fraktion) Terroristen sehr ähnlich. Ich habe mir ausgemalt, was vielleicht geschehen wäre, wenn ich keinen Ausweis dabei gehabt hätte. Hätten sie mich verhaftet. Wäre ich im Hochsicherheitstrakt der Krümmede verhört worden. Hätte man mir vorgeworfen, dass ich im Jugendkreis in Wanne Nord, anarchistische und revolutionäre Thesen vertreten hätte. Wäre ich in Stammheim im Gefängnis gelandet. Und hätte die  Bild-Zeitung  ein Foto von mir gedruckt: Mit der Überschrift: Lang gesuchter gefährlicher Terrorist festgenommen. Und Freunde und Nachbarn und Arbeitskollegen, ja selbst die eigene Familie hätten gedacht: Wir wussten schon lange, dass mit dem etwas nicht stimmt. Erst fängt er an die Bibel zu lesen. Dann sagt er, er wäre jetzt Christ. Das ist doch nicht normal.

Nach jüdischem Recht reichten zwei erwachsene männliche Zeugen um einen Menschen anzuklagen und ins Gefängnis zu bringen. Paulus wurde immer wieder  vor Gericht gestellt und beschuldigt.  Hat den Goldschmieden das Geschäft geschädigt. Hat sich mit den Juden angelegt.

Ausgepeitscht, Gefangen. Bedroht mit der Todesstrafe.

 Paulus berichtet an anderer Stelle im 2. Korintherbrief Kapitel 11:

Ich bin öfter gefangen gewesen, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin oft in Todesnöten gewesen.

24 Von den Juden habe ich fünfmal erhalten  vierzig Geißelhiebe weniger einen;

25 ich bin dreimal mit Stöcken geschlagen, einmal gesteinigt worden; …..26 Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Flüsse, in Gefahr unter Räubern, in Gefahr unter Juden, in Gefahr unter Heiden, ……. in Gefahr unter falschen Brüdern.

Aus dem Gefängnis scheibt Paulus dem Timotheus:

„Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.“

Dieses kostbare Gut hat Paulus den Geist der Furcht genommen und den der Kraft, der Liebe und Besonnenheit geschenkt. Das kostbare Gut ist das Evangelium (frohe Botschaft) von 

„Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“

Der 56 Psalm, ein Lied zu singen nach der Weise „Die stumme Taube unter den Fremden“  liest sich  wie das  Klagelied eines Mannes ( der Psalm wird David zugeschreiben) der von allen Seiten angefeindet wird. „Täglich fechten sie meine Sache an; alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.Sie rotten sich zusammen, sie lauern und heften sich an meine Fersen; so trachten sie mir nach dem Leben.“ Heißt es in der Mitte des Psalms. An drei Stellen wird das Klagelied wie von einem Refrain durchbrochen. Ich will Gott rühmen. – Ich will rühmen Gottes Wort - ich will Gott danken.

Vielleicht singen wir gemeinsam das Klagelied der Virus-Gefahr, die überall lauert. Und das Lied von Väterchen Frost, der nicht in Sibirien bleiben wollte. Aber der Refrain sollte sein: Ich danke dir Gott und rühme dein Wort, denn ich lebe und fürchte nicht den Tod, denn Jesus Christus hat ihm die Macht genommen.

 

Der Herr segne dich                           Der Herr segne dich und behüte dich.
Er schaffe dir Rat und Schutz in allen Ängsten.
Er gebe dir den Mut, aufzubrechen und die Kraft, neue Wege zu gehen.
Er schenke dir Gewissheit, heimzukommen.

Andacht zum 8. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 8. Februar 2021

Losung: Die den HERRN lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!

Richter 5,31

Lehrtext Jesus betet: Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast.

 Herr. Johannes 17,22

 

 

Das Buch der Richter gehört nicht zu den Teilen der hebräischen Bibel, die im christlichen Glauben eine große Bedeutung haben. Am ehesten bekannt ist noch die Heldensage des starken und unbesiegbaren Simsons und seiner Frau Delila. Die Losung steht als Vers im Lied der Prophetin und Richterin Debora und ihres Heerführers Barak.

Es ist die Zeit bevor Israel Könige wählte. Es ist die Zeit als die 12 Stämme Israels sich in Kanaan ansiedeln. Es ist die  Zeit von der es heißt: „Und Israel tat was dem Herrn missfiel.“ Zur Strafe ziehen feindselige Stämme gegen die Israeliten auf.  Wenn Israel in seiner Not zu Gott umkehrt und ihn um Hilfe anfleht, dann sendet Gott die Richter, die nicht nur Recht sprechen sondern auch als Heerführer gegen die Feinde kämpfen. Debora und Barak kämpfen gegen die Kanaaniter und sind siegreich. Das Deboralied ist ein Lied des militärischen Triumphs dank Gottes Hilfe. Und zuletzt wurde der kanaanäische Heerführer Sisera in die Hände Deboras und Baraks gegeben und getötet.

Vor Freude strahlend kommen sie als Sieger nach Hause. Sie sind wie die Sonne, die aufgeht in Pracht, denn sie haben den Herrn lieb. Der 31. Vers ist der letzte Vers im Debora Lied. Er beginnt jedoch: „So sollen umkommen, HERR, alle deine Feinde!“ Gnadenlos und brutal oft bestialisch geht es im Buch Richter zu. Frauen stehen mit ihrer schonungslosen Härte den Männern um nichts nach. Es ist eine Frau, die Sisera mit einem Schmiedehammer einen Pflock durch die Schläfe rammt.

Debora heißt Biene und Barak Blitz. Hat ein Blitz Mitleid mit seinen Opfern und bedenkt eine Biene, die sticht den Schmerz des Opfers?  Es ist ungewöhnlich:Vor dem Vers der Tageslosung denkt Debora an die Mutter Sisera, die am Fenster steht und ihren Sohn erwartet. Die Mutter wird getröstet von einer Dienerin, die sagt: Es braucht noch Zeit die Beute zu verteilen und Frauen der Besiegten zu vergewaltigen. Ja, das waren finstere Zeiten.

 

Der Lehrtext kommt aus dem Abschiedsgebet Jesu. Auch hier geht es um Triumph , um Verherrlichung. Aber vorher stehen die Leidenszeit, die Trauer der Abschied und der Tod.

Und es fehlen jegliche Gedanken über Rache und Vernichtung der Feinde, die Jesu umbringen werden. Jesus zeigt sich großzügig. Er, der seinem Vater treu ist, wird verherrlicht werden. Aber diese Herrlichkeit gibt Jesus weiter, an die Menschen, die im Glauben zu ihm halten.

Das Licht der Welt sagt: Ihr seid das Licht der Welt.  

 

Gesangbuch Nummer 182:

 

Halleluja

4. Lasst Gottes Licht durch euch scheinen in der Welt,

dass sie den Weg zu ihm findet

und sie mit euch jeden Tag Gott lobt und preist.

Halleluja, Halleluja.

 

5. Ihr seid das Volk, das der Herr sich ausersehn.

Seid eines Sinnes und Geistes.

Ihr seid getauft durch den Geist zu einem Leib.

Halleluja, Halleluja.

Andacht uzm Sonntag, 7. Februar 2021 (Angelika Hövermann)

Predigtgedanken zu Lukas 8, 4-15

 

 

Liebe Gemeinde,

 

warum wirkt Gottes heilsames Wort nicht überall?

 

Diese Frage will Jesus beantworten, indem er uns eine Geschichte erzählt. Offensichtlich bewegte diese Frage auch schon zur Zeit Jesu die Menschen: Wieviel Mühe hat Gott sich um seine Menschen gegeben, wieviel Mühe haben sich Menschen gegeben, Gottes heilsames Wort zu verbreiten. Wieviel davon war vergeblich.

Im Gleichnis vom Sämann werden vier Gruppen von Personen genannt, die sich unterschiedlich zum Wort Gottes verhalten. Den einen wird vom Teufel verwehrt, zu glauben; den nächsten fehlt es an Verwurzelung, um dauerhaft beim Wort zu bleiben; bei Dritten gibt es soviel anderes, was das Wort nicht zum Zuge kommen lässt; nur bei der vierten Gruppe fällt es auf „gutes Land“.

Die Rahmenbedingungen, die hilfreich sind, damit das Wort Gottes im Menschen wachsen kann, werden gleich mit genannt: zunächst ist es nötig, das Wort überhaupt zu hören, dann muss es vom Ohr ins Herz gehen – wo das gelingt, bringt ein solcher Mensch Frucht, indem sein Leben sich verändert.

Das Gleichnis ist eine Mutmachgeschichte für das Leben des Einzelnen wie der ganzen Kirche. Dazu braucht es in allem Tun des Menschen die Erinnerung daran, dass Gott selbst wirkt, indem, was er durch Menschen aussäen lässt.

Das Gleichnis vom Sämann ermutigt und ermuntert mich, es ist eine Geschichte gegen Verzweiflung und Müde sein.

Wo ich denke, es gelingt nichts Rechtes, da brauche ich es, dass jemand mir die Augen öffnet, dass jemand mir sagt: Wo du alles verloren glaubst, da probiere es neu mit Vertrauen.

Es gibt ja nicht nur die verlorene Mühe, sondern auch die Erfahrung, dass sich Mühe lohnt. Es gibt Gott sei Dank nicht nur Niederlagen und Enttäuschungen und am Ende das Sterben und den Tod. Schau hin! Es gibt immer den Sämann, der ausgeht zu säen. Der dich und mich geschaffen hat. Der dich und mich trägt und ein Leben in Fülle verheißt. In solchem Hören, Bewahren und Tun will ich leben, ganz im Vertrauen auf Gott, der das gelingen lässt, was er mit mir vorhat.

 

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat das in Poesie umgesetzt:

 

Die Blätter fallen, wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen

Unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

 

Amen.

Andacht zum 5. Februar 2021 (Hörfassung)

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Zur Andacht 5. Februar (Hörfassung der Lesung Apostelgeschichte)

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Andacht zum 5. Februar 2021 (die Lesung der Apostelgeschichte können Sie in Hörfassung verfolgen)

Losung: Du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, dass ich wandeln kann vor Gott im Licht der Lebendigen. Psalm 56,14


Lehrtext: Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Apostelgeschichte 12,7

 

Der Lehrtext ist ein Satz aus einer spannenden Geschichte in der Apostelgeschichte.

Lesen sie doch mal das 12. Kapitel nach. Ich habe es als Podcast auch extra gesprochen.

Es gibt Anlass zum Schmunzeln. 

Petrus verlässt das Gefängnis wie ein Schlafwandler. Er weiß gar nicht wie ihm geschieht.

Er glaubt er habe eine Erscheinung / Vision. Die Sklavin vergisst vor lauter Aufregung die Tür zu öffnen. Die Gemeinde, die unablässig für die Befreiung des Petrus betet, glaubt selbst nicht an die Erhörung der Gebete, sondern lieber, dass der vermeintliche Petrus ein Engel ist. Das ist schon eine komische Geschichte. Eine urchristliche Geschichte- ideal für Kinderbibel und Kindergottesdienst.

Doch wenn der Evangelist Lukas komisch wird, dann ist es ihm sehr ernst damit.

Was hinter dieser Erzählung steckt ist ja auch sehr tragisch, da kann einem das Lachen schon vergehen.

Vor der Geschichte wird berichtet: „Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln.  Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.“  Und weil das den Juden gefiel, wird Petrus verhaftet.

Das gehört mit zur tragischen Geschichte der Christenheit.

Christen wurden und werden in einigen Ländern noch heute verfolgt.

Wer als Christ, Gott mehr gehorcht als den Menschen, den versucht man mundtot zu machen.

Heute geschieht das Mundtotmachen auch feinfühliger, man schweigt den christlichen Glauben tot, denunziert ihn als weltfremd und rückständig.

Vielleicht gibt es deshalb so viele frustrierte, resignierte Christen, die Schwarz sehen, was die Zukunft der Kirche, des Glaubens und der Christenheit angeht.

Das entspricht der Stimmung, die hinter dem Kapitel aus der Apostelgeschichte steht.

Die beiden Säulen der Urgemeinde, Jakobus und Petrus sind gefallen.

Jakobus ist tot, Petrus gefangen.

Und schon denkt die Gemeinde in Jerusalem, sie wäre zum Untergang verurteilt, und schließt sich in ihr eigenes privates Gefängnis ab. Im Privaten verliert der Glaube seine Lebendigkeit.

Jakobus ist als Märtyrer gestorben. Petrus ist aus dem Gefängnis gekommen aber er taucht unter, verliert seine Bedeutung für die Urgemeinde. Doch Gott lässt sich nicht mundtot machen.

Jakobus, der Bruder des Johannes ist tot, aber Jakobus der Bruder Jesu verkündet weiter das Wort Gottes. Petrus zieht sich schweigend zurück, aber Paulus tritt hervor, und verbreitet das Evangelium in der Welt.

Diese Geschichte ließe sich verfolgen bis in die Gegenwart.

Immer wieder bricht aus der toten oder totgesagten Christenheit,

die sich im Schlaf der Sicherheit wiegt, neues Leben hervor.

Gott hat noch so manche Überraschung für uns parat.

Wie viele Engel sind wohl unterwegs, um den Weg in die Freiheit zu zeigen?

 

Gesangbuch  Nur 263  ( Die zweite Strophe wurde 1827 gedichtet)

 

1. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit;

brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann.

Erbarm dich, Herr. Mal 3,20

2. Weck die tote Christenheit  aus dem Schlaf der Sicherheit;

mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. Erbarm dich, Herr.

Andacht zum 4. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 4. Februar 2021

Losung Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Psalm 34,19

Lehrtext : Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 2.Korinther 1,5

 

Der 34  Psalm wird David zugeschrieben. Aber der Psalm wird wohl von Menschen geschrieben sein, die sich mit der Geschichte Davids identifizierten, weil sie ähnliches erlebt haben.

David , der gute Zeiten erlebt hat. Von  Gott erwählt, von Samuel gesalbt. Als junger Mann ein Held, der  den übermächtigen Goliath besiegt. Ein begnadeter Dichter, Sänger und Harfenspieler. Am Königshof ist er der einzige, der den depressiven König Saul bei Laune hält.

Saul, der König mit zerbrochenem Herzen und zerschlagenen Gemüt. Der smarte David mit seiner Harfe als Antidepressivum. David, von Gott begnadet. Saul von allen guten Geistern verlassen.

Und dann wendet sich das Schicksal: Saul richtet sich gegen David. Er ist eifersüchtig ist, weil sich David mit seinem Sohn Jonathan zu gut versteht. Saul versucht David zu töten. David flieht. Saul verfolgt ihn. Er gerät in die Gefangenschaft seiner Feinde, die er als Heerführer bekämpft hat. Alle Welt hat sich gegen ihn verschworen.

Doch anders als Saul denkt er nicht, dass er von Gott verlassen ist.

 

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

 

Menschen versagen in manchen Situationen. Menschen werden von Schicksalsschlägen, Verlust, Leid getroffen. Manche Menschen resignieren. Manchmal sind es Menschen die von außen betrachtet auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stehen. Die fürchten:

„Von nun an geht’s bergab.“

Der Vers aus dem 34. Psalm ist ein Gegenentwurf dazu. Es ist ein Trost, dass Gott ein mitleidender Gott ist. Für Paulus ist es so: Gott hat nicht nur Mitleid hat, sondern in Jesus Christus leidet er selbst.

Der jüdische Philosoph  und Theologe Martin Buber sagt: "Erfolg ist keiner der Namen Gottes."

Gottes Name ist: „Ich bin für dich da“. Gott ist die Liebe.

Gottes Liebe setzt sich zur Wehr, gegen das Leid in der Welt.

Damit ist das Leid nicht aus der Welt verschwunden, doch das Leid raubt dem Leben nicht seinen Wert.

 

 

Gesangbuch Nummer 607:

 

Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden.

Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.

1. In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten.

    In der Traurigkeit, mitten in dem Leid, lass uns deine Boten sein.


3. In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen. 

    Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.

Andacht zum 3. Februar 2021 (Hörfassung)

Andacht_3.2.mp3

Andacht zum 3. Feruar 2021

Losung:  Wie kann ein Mensch sich Götter machen?                       Jeremia 16,20

Lehrtext: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.    1.Johannes 5,20

 

Im jüdischen Glauben gilt: Es gibt nur einen Gott. Sein Name ist heilig. Sich ein Bild machen, ein Abbild, ist verboten. Auch für den Islam gilt ein rigoroses Bilderverbot.

Gegen die bildliche Darstellung von Jesus, Maria, den Heiligen und auch Gott in biblischen Szenen sind zu Beginn der Reformation die radikalen Bilderstürmer vorgegangen. 

In den ersten Jahrhunderten des Christentums, gab es keine Darstellungen des Gekreuzigten, obwohl doch der Tod Jesu am Kreuz zum Heilszeichen geworden war.

Eine der ältesten Kreuzesdarstellungen stammt deshalb auch nicht von Christen sondern von einem Heiden. Eine Art antikes Graffiti. Keine große Kunst- In Stein eingeritzt- im Palatin in Rom- aus dem 3. Jahrhundert- Ein Spottkreuz- ein Römer verspottet seinen Freund, der Christ geworden ist.

Wer Macht hat, und benutzt sie nicht der ist ein Esel.

Wer solch einen Gott anbetet. Der muss selbst ein Esel sein. Jesus ist als Esel am Kreuz dargestellt.

Darf ich mich vorstellen:  Mein Name ist Alexamenos. Ich habe 300 nach Christus in Rom gelebt. Ich war Soldat- ein Held – stark und mächtig. Dann habe ich Menschen getroffen, die an Jesus Christus glaubten. Sie haben mich überzeugt, dass Gewalt nicht der Weg zum Frieden sein kann. Das Böse kann nicht mit Gewalt vernichtet werden, ohne dass es noch stärker wird. Mein Freund hat mich gemalt, und darunter geschrieben:“ Alexamenos betet einen Esel an.“ Ich glaube: Wer meint Krieg und Gewalt sind normal und wer meint die Welt wird durch Blutvergießen besser – der ist ein Esel.

 

Erst nachdem im Römischen Reich, die Kreuzigung als Todesstrafe abgeschafft wurde haben Christen Christus als Gekreuzigten dargestellt. Und es dauerte weitere 500 Jahre bis das Kreuz in den Kreuzzügen als Zeichen des Triumphes über die Ungläubigen verstanden wurde.

Schlimmer kann die wahre Bedeutung des Kreuzes nicht entstellt werden.

Da ist mir der gekreuzigte Esel lieber. Denn wie ein Packesel, hat Jesus die Last menschlicher Schuld auf sich geladen. Eine Last, die von uns genommen wurde, damit wir vergnügt – erlöst, befreit und mit einem Lachen durchs Leben gehen, das nicht von Spott geprägt ist.

 

Gesangbuch Nummer 326

 

1. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte,

dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte

mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt.

Gebt unserm Gott die Ehre!

 

8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre;

ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre!

Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott!

Gebt unserm Gott die Ehre!

 

Losung:  Wie kann ein Mensch sich Götter machen?                       Jeremia 16,20

Lehrtext: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.    1.Johannes 5,20

 

Im jüdischen Glauben gilt: Es gibt nur einen Gott. Sein Name ist heilig. Sich ein Bild machen, ein Abbild, ist verboten. Auch für den Islam gilt ein rigoroses Bilderverbot.

Gegen die bildliche Darstellung von Jesus, Maria, den Heiligen und auch Gott in biblischen Szenen sind zu Beginn der Reformation die radikalen Bilderstürmer vorgegangen. 

In den ersten Jahrhunderten des Christentums, gab es keine Darstellungen des Gekreuzigten, obwohl doch der Tod Jesu am Kreuz zum Heilszeichen geworden war.

Eine der ältesten Kreuzesdarstellungen stammt deshalb auch nicht von Christen sondern von einem Heiden. Eine Art antikes Graffiti. Keine große Kunst- In Stein eingeritzt- im Palatin in Rom- aus dem 3. Jahrhundert- Ein Spottkreuz- ein Römer verspottet seinen Freund, der Christ geworden ist.

Wer Macht hat, und benutzt sie nicht der ist ein Esel.

Wer solch einen Gott anbetet. Der muss selbst ein Esel sein. Jesus ist als Esel am Kreuz dargestellt.

Darf ich mich vorstellen:  Mein Name ist Alexamenos. Ich habe 300 nach Christus in Rom gelebt. Ich war Soldat- ein Held – stark und mächtig. Dann habe ich Menschen getroffen, die an Jesus Christus glaubten. Sie haben mich überzeugt, dass Gewalt nicht der Weg zum Frieden sein kann. Das Böse kann nicht mit Gewalt vernichtet werden, ohne dass es noch stärker wird. Mein Freund hat mich gemalt, und darunter geschrieben:“ Alexamenos betet einen Esel an.“ Ich glaube: Wer meint Krieg und Gewalt sind normal und wer meint die Welt wird durch Blutvergießen besser – der ist ein Esel.

 

Erst nachdem im Römischen Reich, die Kreuzigung als Todesstrafe abgeschafft wurde haben Christen Christus als Gekreuzigten dargestellt. Und es dauerte weitere 500 Jahre bis das Kreuz in den Kreuzzügen als Zeichen des Triumphes über die Ungläubigen verstanden wurde.

Schlimmer kann die wahre Bedeutung des Kreuzes nicht entstellt werden.

Da ist mir der gekreuzigte Esel lieber. Denn wie ein Packesel, hat Jesus die Last menschlicher Schuld auf sich geladen. Eine Last, die von uns genommen wurde, damit wir vergnügt – erlöst, befreit und mit einem Lachen durchs Leben gehen, das nicht von Spott geprägt ist.

 

Gesangbuch Nummer 326

 

1. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte,

dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte

mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt.

Gebt unserm Gott die Ehre!

 

8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre;

ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre!

Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott!

Gebt unserm Gott die Ehre!

 

Andacht zum 2. Februar 2021 (Hörfassung)

Andacht_2.2.mp3

Andacht zum 1. Februar 2021 (Hörfassung)

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Andacht zum 1. Februar 2021

Losung:  Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?  1. Mose 18,14

Lehrtext: Die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben! Lukas 17,5

 

Stärke uns den Glauben!

Damit wir Eindruck machen. Damit die Leute in die Kirchen strömen wie bei den Katholiken. Damit sie verbindlich mitarbeiten, wie bei den Baptisten, damit wir mit einer Stimme beten, wie bei den Moslems.

Wie stark hättest du ihn denn, deinen Glauben.

So stark, dass du gegen jede naturwissenschaftliche Erkenntnis glaubst, dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde. Oder so stark, dass du glaubst eine Kerze, die du in der Kirche anzündest, kann den Weltfrieden schaffen? Oder, dass dein Gebet den Corona Virus besiegen kann.

Wie oft haben Abraham und Sara wohl gebetet, dass sie Nachwuchs bekommen?

Nichts ist geschehen. Und jetzt stehen da diese drei Fremden vor dem Zelt und sagen:

„Sara wird ein Kind bekommen.“ Da kann man nur ungläubig lachen.

 Doch „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ 

Stärke uns den Glauben!

Wie bitte wollt soll man ermessen, wie groß, wie stark, wie wirksam der Glaube ist?

 

Als ich ein Jugendlicher war, ging ich mit Freunden und netten Mädchen über die Cranger Kirmes. Da standen Automaten. Der  Kraftmesser. Ein Lederkissen , auf das man voller Kraft einschlagen sollte. Daneben stand das Liebesbarometer. Zwei Handflächen mit Metallkontakten auf die man seine Hände legen konnte. Zwei Groschen hat es gekostet. Die Skala reichte von leichtgläubig, glücklich, naiv, bis zu treu, charmant, verliebt , heiratslustig und liebestoll und sagte wie es um das Gefühlsleben stand. Ein Spaß, war das – niemand hätte geglaubt, dass dieser Automat Gefühle messen kann.

Wer ist so vermessen, dass er  Glaubensstärke bestimmen kann?

Die Antwort Jesu ist kurz und schleierhaft.

Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer,  und er würde euch gehorchen.

Ich bin mir nicht sicher: Macht sich Jesus über die Jünger lustig –oder durchschaut er sie.

1.     Möglichkeit: Wenn ihr einen Glauben hättet, der es wert wäre gestärkt zu werden, dann würde euch das nichts nutzen, denn ihr wüsstet nicht wozu dieser Glaube gut ist.

2.     Möglichkeit: Ihr sucht starken Glauben nur, um euch überlegen zu fühlen. Und dann werdet ihr im besten Fall mit eurem Glauben Maulbeerbäume ausreißen, aber eher werdet ihr Heilige Kriege führen und mit eurem eitlen Glauben tausendjährige Reiche bauen wollen.  

 

Und Jesus wird nicht müde seinen Jüngern deutlich zu machen: Es geht nicht um Glaubensstärke.  

Nicht um Anteil an der Macht Gottes, die wir für unserer Zwecke benutzen könnten.

Und die Jünger werden gesagt haben:

Aber du bist so voll von Macht. Deine Ausstrahlung die Überzeugungskraft, die Wunder die du tust sind über die Maßen beeindruckend. Wir wären gerne, wie du es bist.

Und Jesus wird vielleicht geantwortet haben:

Es kommt nicht auf euren Glauben an. Es reicht wenn er so groß ist wie ein Senfkorn,

Es kommt darauf an, dass sich Gottes Liebe in der Welt durchsetzt.

Und bei Gott ist nichts unmöglich. Aber das werdet ihr schon noch erkennen.

 

Segen:

Die Liebe Gottes, die uns Jesus offenbart hat, sei vor euren Augen ein lockendes Ziel,
in euren Herzen die treibende Kraft  und bleibe unter euren Füßen der tragende Grund.